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Back|Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Daten-Super-GAU mit Folgen für nationale Sicherheit
Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Daten-Super-GAU mit Folgen für nationale Sicherheit
Urgent
Die Zeit·43 minutes ago·Crime·3 min read·🇩🇪Germany

Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Daten-Super-GAU mit Folgen für nationale Sicherheit

1,44 Millionen Dateien im Darknet veröffentlicht – Experten warnen vor Gefahren für kritische Infrastruktur und Identitätsdiebstahl

Quick Look

  • Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wurden 5,8 Terabyte Daten im Darknet veröffentlicht.
  • Neben persönlichen Dokumenten könnten auch sensible Informationen zu kritischer Infrastruktur und Rüstungsunternehmen betroffen sein.

AI-generated summary

Why It Matters

Hacker der Gruppe Rhysida erlangten zwischen dem 7. und 12. August Zugriff auf das Berliner Landesnetz. Die Verwaltung bemerkte den Vorfall am 14. August, nachdem Lösegeldforderungen in Bitcoin gestellt wurden.

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Es ist von einem «echten Daten-Super-GAU», von einem Datenabfluss «von gravierendem Ausmaß» die Rede: Der Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung könnte viel weitreichendere Folgen haben als zunächst bekannt, weit über die Hauptstadt hinaus. Seit Freitag sind rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht. Ein Terabyte entspricht rund 1.000 Gigabyte.

Zunächst schienen nur personenbezogene Daten betroffen zu sein: gescannte Reisepässe, Arbeitsverträge, Bewerbungsunterlagen, Krankmeldungen. Laut mehreren Medienberichten und der Einschätzung von IT-Experten könnten allerdings auch hochsensible Daten geleakt worden sein, die für den Schutz kritischer Infrastruktur und die Sicherheit von Bund und Ländern relevant sind. Dabei geht es etwa um den Zivilschutz oder Rüstungsunternehmen.

Von einem «echten Daten-Super-GAU» sprach der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz im «Handelsblatt». «Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden und der dringend notwendige Geheimschutz nicht gewährleistet war, wären auch personelle Konsequenzen unausweichlich», sagte der Grünen-Politiker der Zeitung.

Er wirft der Bundesregierung «massive Versäumnisse» vor. Seiner Einschätzung nach könnte es sich um den schwersten bislang bekanntgewordenen IT-Sicherheitsfall auf Landesebene handeln - mit möglicherweise erheblichen finanziellen Folgen, so von Notz: «Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.»

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte der «Süddeutschen Zeitung»: «Dieser Datenabfluss ist von gravierendem Ausmaß und gefährdet unsere nationale Sicherheit.»

Die Hacker hatten sich vom 7. bis zum 12. August unbemerkt Zugang zu Teilen des Berliner Landesnetzes verschafft und Daten abgeschöpft. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff am 14. August und machte ihn drei Tage später öffentlich. Die Hacker-Gruppe Rhysida forderte 30 Bitcoin, was umgerechnet rund zwei Millionen Euro entspricht. Der Senat zahlte nicht und die Täter veröffentlichten die Daten nach Ablauf ihres Ultimatums. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Gruppierung gelte als und handle aus finanziellen Gründen.

Ein vollständiger Überblick über die geleakten Daten ist wegen der gewaltigen Menge bislang kaum möglich. Außerdem könne man nicht einfach per STRG+F nach bestimmten Begriffen suchen, erklärte Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs. Seinen Recherchen zufolge sind unter den Dateien neben personenbezogenen Daten auch sensible Informationen über die Berliner Wasserversorgung zu finden. Dem «Tagesspiegel» zufolge sollen sich darunter zudem Daten zu Heizkraftwerken, Tanklagern, Notstromanlagen, Umspannwerken, Gefängnissen, Wasserwerken sowie Rüstungsunternehmen und der Bundeswehr befinden.

Für Betroffene besteht die Gefahr von Identitätsdiebstahl und gezielten Phishing-Angriffen, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert. Sicherheitsrelevante Informationen könnten zudem von fremden Mächten oder Terroristen missbraucht werden. Das BSI warnt, dass Angaben zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen je nach Sensibilität die Bedrohungslage erhöhen könnten.

Der IT-Experte Manuel Atug wirft dem Land Berlin schwere Versäumnisse vor. «Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.» Atug sagte, er sei 2023 und 2025 als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden und habe damals schon auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen.

In Berlin koordiniert inzwischen eine zusätzliche Steuerungseinheit die Sichtung und Bewertung der Daten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) an der Aufarbeitung beteiligt. Im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum würden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt.

Betroffene Bürgerinnen und Bürger, Beschäftigte und Unternehmen sollen nach Angaben der Senatskanzlei risikobasiert per Brief oder E-Mail kontaktiert und beraten werden.

Konkrete Angaben dazu, welche Daten genau veröffentlicht wurden, machte die Senatskanzlei zunächst nicht. Die forensischen Untersuchungen und Ermittlungen dauern an. Die Bundeswehr kündigte an, nach der Analyse möglicher Sicherheitsrisiken Maßnahmen zum Schutz der militärischen Sicherheit einzuleiten.

Auch die Berliner Landesregierung hat die Sicherheitsmaßnahmen nach eigenen Angaben erhöht. In zwei Wochen wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die Wahlumgebung sei nach derzeitigem Stand nicht betroffen, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Ermittlungen durch BKA und BfV zur Aufarbeitung des Datenabflusses.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • ?Welche konkreten Sicherheitsvorgaben wurden ignoriert?
  • ?Wie hoch ist der tatsächliche finanzielle Schaden für den Steuerzahler?
  • ?Sind weitere Behörden außerhalb Berlins betroffen?

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  • Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wurden 5,8 Terabyte Daten im Darknet veröffentlicht.
  • Neben persönlichen Dokumenten könnten auch sensible Informationen zu kritischer Infrastruktur und Rüstungsunternehmen betroffen sein.

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