Hamburger Hafen hofft auf Erholung nach schwierigem Jahresstart
Trotz eines Rückgangs beim Containerumschlag im ersten Halbjahr zeichnet sich für den Hamburger Hafen eine Stabilisierung ab.
Quick Look
- Nach einem schwachen ersten Halbjahr mit 3,7 Prozent weniger Containerumschlag durch Winterwetter und Automatisierungsprozesse erwartet die Hamburger Hafenverwaltung HPA eine Erholung zum Jahresende.
- Die Landstromversorgung der Schiffe zeigt sich derweil verbessert.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Hamburger Hafen verzeichnete im ersten Halbjahr 2024 einen Rückgang des Containerumschlags um 3,7 Prozent. Gründe hierfür waren extreme winterliche Wetterbedingungen sowie laufende Automatisierungsprozesse.
Nach dem miserablen Start beim Containerumschlag Anfang des Jahres hofft der Hamburger Hafen auf ein versöhnliches Jahresende. „Wir sehen eine deutliche Erholung“, sagte der Geschäftsführer der Hafenverwaltung HPA, Jens Meier, mit Blick auf die anstehenden dritten Quartalszahlen. Eine konkrete Prognose wollte er nicht abgeben. Er gehe aber davon aus, „dass es sich nivelliert“.
Trotz Kriegen, Krisen und blockierten Schifffahrtsrouten ist laut dem Drewry-Index der weltweite Containerumschlag in den Häfen im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent gestiegen, europaweit lag das Plus bei 2,3 Prozent. In Hamburg sank dagegen der Umschlag um 3,7 Prozent auf rund vier Millionen Standardcontainer (TEU) - und damit deutlich mehr als in Rotterdam oder Antwerpen-Brügge.
„Wir hatten einen ganz schlechten Start aufgrund einer extremen Wintersituation hier in Hamburg mit doch langanhaltendem Eisgang und viel Schnee“, sagte Meier. Containerschiffe konnten wegen Eisschollen nur unter erschwerten Bedingungen anlegen, Containerbrücken die Stahlbehälter wegen des Schnees kaum greifen. Teilweise sei der Schnee zwar von Hubschraubern weggefegt worden. „Aber das kostet Zeit, das kostet Geld, und damit verlieren Sie Performance.“
Hochlaufende Automatisierung behindert herkömmlichen Umschlag
Globale Krisen hätten zu der Zeit im Hamburger Hafen nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) machte stattdessen einen weiteren Grund für den Umschlagsrückgang aus: die hoch laufende Automatisierung. Denn dadurch seien die herkömmlichen Umschlagstechniken nicht mehr im gewohnten Umfang betriebsbereit. Da ein Verzicht auf Investitionen aber nicht sinnvoll wäre, „leben wir in diesem Jahr damit“, sagte Leonhard.
Zufrieden zeigte sich HPA-Geschäftsführer Meier jedoch bei der Versorgung der Schiffe mit Landstrom. Inzwischen seien alle Kreuzfahrt- und sämtliche Containerterminals mit Landstromanschlüssen ausgestattet.
So sei die Landstromfähigkeit der Kreuzfahrtschiffe bis August dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 81 Prozent gestiegen. Die Quote der tatsächlich versorgten Schiffe lag demnach bei 64 Prozent. Im Containerschiffbereich betrug die Versorgungsquote von landstromfähigen Schiffen beim Eurogate-Terminal CTH bis August mehr als 50 Prozent. Der Hamburger Hafen will bis 2040 klimaneutral werden.
Open Questions
- Wie hoch wird der Containerumschlag zum Jahresende tatsächlich ausfallen?
- Wann wird die Automatisierung die Effizienz im Hafen steigern?



