Heidenau: CDU und AfD stoppen Verlegung von Stolpersteinen
Grünen-Chef Felix Banaszak kritisiert den Beschluss des Stadtrats als Skandal und fordert lebendiges Gedenken im öffentlichen Raum.
Quick Look
- Der Stadtrat von Heidenau hat mit Stimmen von CDU und AfD die weitere Verlegung von Stolpersteinen untersagt.
- Das Gedenken soll künftig auf den Nordfriedhof verlagert werden.
- Grünen-Chef Felix Banaszak verurteilt die Entscheidung scharf.
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Why It Matters
Stolpersteine sind ein dezentrales Mahnmal für Opfer des Nationalsozialismus, das durch das Verlegen von Gedenksteinen im Straßenpflaster direkt vor den ehemaligen Wohnorten der Opfer realisiert wird.
Grünen-Chef Felix Banaszak zeigt sich empört über den Vorstoß von CDU und AfD im sächsischen Heidenau, keine Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu verlegen. «Dass sich CDU und AfD in Heidenau die Hand reichen, um Stolpersteine im öffentlichen Raum zu verhindern, ist ein Skandal», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade angesichts der aktuellen Debatten über den Umgang mit Rechtsextremismus und dem Vormarsch der AfD müsse man alles dafür tun, «um das Gedenken an diejenigen, die verfolgt und ermordet wurden, lebendig zu halten».
Im sächsischen Heidenau nahe Dresden sollen keine Stolpersteine mehr zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus verlegt werden. Ein Antrag von Stadträten von AfD und CDU wurde am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Viele empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so «dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist».
Banaszak sagte: «Die Begründung, man könne auf den Stolpersteinen herumtreten, ist absurd.» Der eigentliche Skandal sei, dass hier die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit Füßen getreten werde. Vielmehr liege genau im Betreten der Steine ihre Stärke, so der Grünen-Politiker. «Sie holen die Namen und Schicksale der Opfer in unseren Alltag und fordern uns auf, kurz innezuhalten.» Wer dieses Gedenken aus dem Straßenbild verbannen wolle, müsse sich fragen lassen, warum die sichtbare Erinnerung an die Opfer störe.
Open Questions
- Wie reagiert die Zivilgesellschaft in Heidenau auf den Beschluss?
- Gibt es rechtliche Möglichkeiten, den Beschluss anzufechten?