
Im bundesweiten Bildungsmonitor landet Hessen im Mittelfeld. Während das Land bei der Integration punktet, gibt es bei Digitalisierung und Ausgaben Defizite.
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Der Bildungsmonitor bewertet im Gegensatz zur PISA-Studie ein breiteres Spektrum wie Integration, Betreuung und Digitalisierung in deutschen Bundesländern.
Nur eine Woche nach dem „PISA-Schock“ über das schlechte Abschneiden der deutschen Fünfzehnjährigen im internationalen Vergleich landen zumindest die Schüler in Hessen vergleichsweise sanft. In der deutschlandweiten Vergleichsstudie Bildungsmonitor rutscht ihr Bundesland zwar einen Platz ab, bleibt mit dem siebten Rang aber im Mittelfeld.
Die Landesregierung und die hessischen Lehrer wissen nun, woran sie arbeiten müssen. Denn der Bildungsmonitor liefert viel differenziertere Ergebnisse als die PISA-Studie. Während dort nur die Grundkompetenzen gemessen werden, geht es beim Bildungsmonitor auch um Integration, Betreuung, Digitalisierung und vieles mehr. Das Bild ist entsprechend vielschichtig. Das ist hilfreich, denn damit lässt sich arbeiten.
Hessen hat demnach einige Stärken vorzuweisen, aber auch viele Schwächen. Auf der Plus-Seite: Hessen ist Spitzenreiter bei der Integration ausländischer Schüler. In keinem anderen Bundesland hängt der Bildungserfolg weniger stark von der Herkunft ab. Das ist ein gutes Zeichen, denn der Schulabschluss ist für Schüler, die zugewandert sind, die Grundlage für den sozialen Aufstieg und wirtschaftlichen Erfolg.
Die Rolle der Digitalisierung wurde zu spät erkannt
Zu den Schwächen zählt die Digitalisierung. Hier rächt sich, dass es jahrelang kein schlüssiges Konzept für einen einheitlichen Informatikunterricht gab. Die Landesregierung hat diesen Nachteil und die wachsende Bedeutung der Digitalisierung zu spät erkannt. Immerhin hat sie ihren kolossalen Fehler, das Pilotfach „Digitale Welt“ wieder abzuschaffen, umgehend korrigiert. Vom nächsten Schuljahr an wird endlich verbindlich ein Schulfach in den Lehrplan aufgenommen, das die Schüler fit machen soll für die Digitalisierung unserer Gesellschaft. Hoffentlich hat das Land damit noch nicht den Anschluss verloren.
Sorge bereitet zudem, dass Hessen bei den Pro-Kopf-Ausgaben, die in die Bildung fließen, am Ende der Rangliste steht. Bei den Ausgaben je Schüler im Verhältnis zu den Landesausgaben je Einwohner liegt Hessen bei den weiterführenden Schulen auf dem vorletzten Platz. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich noch weiter verschlechtern, denn auch im Bildungshaushalt muss gespart werden.
Auch die hessischen Bildungsausgaben für Berufs- und Hochschulen liegen unter dem Durchschnitt. Dass das Heureka-Programm für Investitionen in Bauprojekte an Hochschulen von fünf auf zehn Jahre gestreckt wurde, während die Investitionssumme gleich bleibt, ist ein alarmierendes Zeichen. Wer bei der Bildung spart, riskiert die Zukunft. Und das kann sich das Land nicht leisten.
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Einführung des verbindlichen Schulfachs zur Digitalisierung ab dem nächsten Schuljahr
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