Huthi-Miliz rückt auf strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor
Berichte über Kämpfe in der Hafenstadt Mokka schüren Sorgen vor einer Eskalation des Jemen-Konflikts und einer Bedrohung globaler Schifffahrtsrouten.
Quick Look
- Die Huthi-Miliz rückt Berichten zufolge auf die Hafenstadt Mokka vor und nähert sich damit der strategisch bedeutsamen Meerenge Bab al-Mandab.
- Dies gefährdet wichtige Schifffahrtswege für Öltransporte und droht die Waffenruhe im Jemen-Konflikt zu beenden.
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Why It Matters
Der Jemen-Konflikt kostete bereits rund 150.000 Menschen das Leben. Eine 2022 in Kraft getretene Waffenruhe zwischen den Huthi und der international anerkannten Regierung droht nun zu enden.
Die Miliz rückt nach Berichten über Kämpfe in der Hafenstadt Mokka näher an die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor. Der Konflikt könnte erneut zu einem Bürgerkrieg eskalieren.
Flammt im Jemen der Bürgerkrieg wieder auf? Die sich zuspitzende Lage in dem ärmsten Land der arabischen Welt ist eng mit dem Iran-Konflikt verbunden und könnte die weltweiten Bemühungen konterkarieren, Öl aus der Golfregion auf die Weltmärkte zu bringen. Eine wichtige Rolle spielt eine vom Iran unterstützte Rebellengruppe, die verhindern will, dass das benachbarte Saudi-Arabien eine wichtige Transportalternative zur Straße von Hormus nutzt – ein Vorhaben, das den Jemen erneut zerreißen könnte.
Im Jemen leben mehr als 40 Millionen Menschen, die eine Wiederaufnahme des Bürgerkriegs fürchten. Der Konflikt kostete bereits rund 150.000 Menschen das Leben und brachte zahllose weitere an den Rand einer Hungersnot. Die Krise gilt als eine der schwersten weltweit. Im Jahr 2022 trat eine Waffenruhe zwischen den Huthi auf der einen sowie der international anerkannten Regierung und einem von Saudi-Arabien unterstützten Bündnis auf der anderen Seite in Kraft. Diese Waffenruhe droht nun zu enden.
Die Probleme des Jemens sind zum Teil auf seine strategische Lage an der Südspitze der Arabischen Halbinsel und an der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres zurückzuführen. Die Schifffahrtsroute ist eine der wichtigsten der Welt. Ihr kommt besondere Bedeutung zu, weil der Iran weiterhin Schiffe in der Straße von Hormus angreift.
Bewohner der strategisch wichtigen Hafenstadt Mokka sagten der Nachrichtenagentur AP, Angehörige der Huthi-Miliz seien in die Stadt vorgerückt, die zuvor von der international anerkannten Regierung des Jemens kontrolliert wurde. Sollten sich die Angaben bestätigen, würde dies einen bedeutenden Vorstoß der Aufständischen darstellen. Zudem wäre ein weiteres entscheidendes Tor für die Einfuhr von Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern gefährdet.
Mit einer Übernahme von Mokka stünde die Miliz nur noch etwa 80 Kilometer von Bab al-Mandab entfernt. Das würde den Schiffsverkehr im Roten Meer weiter erschweren, und zwar nicht nur für die Saudis. Die USA haben signalisiert, dass sie den Konflikt mit dem Iran beilegen und den weltweiten Transport von Öl durch Tanker sicherstellen wollen, anstatt den Kampf auszuweiten. Die Huthi haben jedoch eine Blockade gegen saudische Schiffe verhängt und drohen mit Angriffen auf die Ölexporte des Landes über das Rote Meer.
Der Iran versucht derzeit, die Öllieferungen aus der Golfregion im Sinne der eigenen Kriegsziele zu drosseln. Teheran kann es also nur begrüßen, wenn die Huthi den mit den USA verbündeten Saudis Schwierigkeiten bereiten. Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan erklärte in dieser Woche, der Weg zur Diplomatie stehe weiterhin offen, doch werde sein Land nicht zögern, sich zu verteidigen.
Unter den bewaffneten Gruppen in der Region, die vom Iran unterstützt werden, traten die Huthi weniger stark in Erscheinung als die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen. Diese Tatsache und ihre relative geografische Distanz haben dazu beigetragen, dass die Huthi seit Beginn des Gaza-Krieges von israelischen Angriffen verschont blieben.
Die Huthi gerieten jedoch rasch ins Visier von US-Luftangriffen, als sie Schiffe im Roten Meer vor der Westküste des Jemens angriffen, die ihrer Darstellung nach mit Israel in Verbindung standen. Diese Angriffe ließen bald nach.
Nun sind die Huthi-Rebellen mit einem neuen Ziel zurück: Sie zielen auf Schiffe und andere Interessen Saudi-Arabiens ab, während das Königreich versucht, sein Öl über das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab auf den Weltmarkt zu bringen. Über diesen Korridor im Roten Meer werden jährlich Waren im Wert von einer Billion Dollar transportiert.
Die Huthi seien nicht mehr nur im nördlichen Teil der Westküste präsent, erklärte Ahmed Nagi, leitender Analyst für den Jemen bei der International Crisis Group. Inzwischen kontrollierten sie einen weitaus größeren Küstenabschnitt und seien damit näher an die Gebiete rund um Bab al-Mandab herangerückt.
Für Verbraucher weltweit, die ohnehin schon wegen der iranischen Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus besorgt sind, stellt die Bedrohung einer weiteren globalen Schifffahrtsroute ein alarmierendes Signal dar. Der Preis für ein Barrel Rohöl kletterte bereits wieder auf mehr als 100 Dollar.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Erhöhung der Ölpreise bei anhaltender Bedrohung der Schifffahrt.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird die Waffenruhe offiziell für beendet erklärt?
- Wie reagieren die USA militärisch auf die Huthi-Vorstöße?



