Huthi-Rebellen erobern strategische Insel Mayyun im Roten Meer
Die jemenitischen Huthi-Milizen haben laut Berichten eine weitere Schlüsselposition an der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen.
Quick Look
- Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge die strategisch gelegene Insel Mayyun in der Meerenge Bab al-Mandab erobert.
- Damit wird der Welthandelsschifffahrtsweg durch das Rote Meer weiter bedroht.
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Why It Matters
Die Bab al-Mandab-Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean und ist zentral für den Welthandel.
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert.
Nach Angaben des Senders Al-Jazeera handelt es sich dabei um die Insel Mayyun. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg durch das Rote Meer dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher. Laut Al-Jazeera wird nun die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer von den Huthi kontrolliert.
Am Donnerstag hatten die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters unter Berufung auf jemenitische Militärkreise sowie Augenzeugenberichte übereinstimmend berichtet, dass die Huthi-Miliz die Kontrolle über die strategisch wichtige Hafenstadt Mokha an der Westküste des Jemens übernommen hat.
Damit kontrollierte die von Iran unterstützte Miliz einen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres. Außerdem hieß es, die Huthi hätten am Donnerstag die Insel Zuqar im Süden des Roten Meeres eingenommen. Die jemenitischen Streitkräfte zogen sich demnach nach Gefechten zurück und verlegten ihre Truppen südlich der Stadt Mokha, nahe dem Bab al-Mandab, neu.
Der Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Die wegen der gefährlichen Navigationsbedingungen auch als „Tor der Tränen“ bekannte Meerenge ist eine der zentralen Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion über den Suezkanal ins Mittelmeer sowie in umgekehrter Richtung für Handelsgüter mit Ziel Asien, darunter russisches Öl. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Irankriegs hat der Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
In der vergangenen Woche hatte die Huthi-Miliz eine groß angelegte Offensive begonnen, die auf die Küstengebiete entlang der Meerenge abzielt. Damit versucht die Miliz, sich eine entscheidende Position zu verschaffen, um Schiffe daran zu hindern, ein Nadelöhr des Welthandels zu passieren. Darüber hinaus gibt es ihnen die Möglichkeit, drei wichtige Versorgungslinien der von Saudi-Arabien gestützten Regierung im Süden des Landes abzuschneiden.
Eine Blockade des Bab al-Mandab würde zudem auch für Golfstaaten wie Saudi-Arabien einen zentralen Handelsweg kappen. Bereits Ende Juli hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und greift seitdem immer wieder saudi-arabische Öltanker sowie Ölanlagen an.
Open Questions
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die Bedrohung reagieren?
- Bleiben die Versorgungslinien der jemenitischen Regierung dauerhaft unterbrochen?





