
Mit Knochen des Großfürsten Dmitri Donskoi will die Kirche die Moral russischer Soldaten in der Ukraine stärken.
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Dmitri Donskoi war ein mittelalterlicher Großfürst, der 1380 die mongolische Goldene Horde besiegte und 1988 heiliggesprochen wurde.
Mit jahrhundertealten Knochen versucht die orthodoxe Kirche, die Moral der russischen Soldaten an der Front in der Ukraine zu heben. Als jüngste Geste der Unterstützung für den Krieg von Präsident Wladimir Putin sendete die Kirche Knochenfragmente eines mittelalterlichen Großfürsten in die Ostukraine und erklärte, die Reliquie werde die Soldaten »geistig stärken«.
Am Dienstag wurde die Reliquie zunächst zum Kriegsdenkmal Sawur-Mohyla in der von Russland besetzten Region Donezk in der Ukraine gebracht. Dort hielten hochrangige orthodoxe Geistliche gemeinsam mit Vertretern des russischen Militärs einen Gebetsgottesdienst ab.
Kirchenvertreter sehen glücklichen Zufall
Der Sarkophag des Großfürsten Dmitri Donskoi, der 1389 starb und von russischen Nationalisten dafür verehrt wird, dass er 1380 in der Schlacht von Kulikowo die mongolische Goldene Horde besiegte, wurde diesen Sommer bei Restaurierungsarbeiten in der Moskauer Erzengelkathedrale im Kreml freigelegt.
Donskois Reliquien wurden am Wochenende in einer großen orthodoxen Prozession durch die Straßen Moskaus getragen. Russische Militär- und Kirchenvertreter haben den Fund als glücklichen Zufall dargestellt, der den russischen Streitkräften in der Ukraine helfen könne, wo sich der zermürbende Krieg nun bereits im fünften Jahr befindet.
Inszenierung eines Heiligen
Im Zweiten Weltkrieg wurde eine von der Kirche finanzierte sowjetische Panzerkolonne nach Donskoi benannt. Zudem wurde der Großfürst 1988 von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
Kritiker werfen der Kirche jedoch vor, gegen religiöse Vorschriften zu verstoßen, um dem Kreml zu gefallen. Zudem wurde hinterfragt, warum die Überreste von Donskoi, deren Fundort seit Jahrzehnten allgemein bekannt war, erst jetzt, 38 Jahre nach seiner Heiligsprechung, geborgen und verehrt wurden.
Das Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche erklärte, »ein Fragment der rechten Hand des Großfürsten – genau jene rechte Hand, mit der er auf dem Kulikowo-Feld sein Schwert schwang – wurde an die Front geschickt, um den Kampfgeist der Soldaten zu stärken«.
Die in einem kleinen, verzierten Schrein unter gehärtetem Glas aufbewahrte Reliquie soll russischen Kampfeinheiten entlang der mehr als 1000 km langen Frontlinie gezeigt werden. Die sorgfältig inszenierte Aktion, seine sterblichen Überreste für eine PR-Maßnahme zur Stärkung von Patriotismus und Moral zu nutzen, findet im Vorfeld der Parlamentswahlen später in diesem Monat statt.

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