IHK warnt vor Milliarden-Schäden durch Niedrigwasser im Rhein
Quick Look
- Die Industrie- und Handelskammer (IHK) rechnet aufgrund des aktuellen Niedrigwassers im Rhein mit möglichen Wirtschaftsschäden in Milliardenhöhe.
- Laut IHK-Sprecherin Nicole Rabold könnte der Schaden den von 2018 mit 2,4 Milliarden Euro übertreffen.
- Sie fordert mehr Investitionen in Wasserstraßen und verbesserte Prognosen, da Niedrigwasserjahre durch den Klimawandel häufiger werden könnten.
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Why It Matters
Der Rhein ist eine wichtige deutsche Wasserstraße für den Gütertransport. Im Niedrigwasserjahr 2018 betrug der volkswirtschaftliche Schaden rund 2,4 Milliarden Euro. Aktuell liegt der Pegelstand in Kaub unter dem Tiefstwert von 2018 (25 cm), was die Binnenschifffahrt stark einschränkt.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) rechnet wegen des diesjährigen Niedrigwassers im Rhein mit möglichen Wirtschaftsschäden in Milliardenhöhe. »Es ist eine wirklich kritische Situation«, sagte Nicole Rabold, verkehrspolitische Sprecherin der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.
Wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden in diesem Jahr ausfallen wird, sei noch offen, sagte Rabold. Im Niedrigwasserjahr 2018 habe er aber rund 2,4 Milliarden Euro betragen.
»Ob der Schaden den von 2018 übertreffen wird, bleibt abzuwarten«, sagte Rabold. Bereits jetzt sei aber davon auszugehen, dass der volkswirtschaftliche Schaden »immens« sein werde. Mit Blick auf den Klimawandel müsse zudem damit gerechnet werden, dass Niedrigwasserjahre häufiger auftreten.
Pegelstand in Kaub gilt als kritische Marke
Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe des Rheins entscheidend. Die Fahrrinne ist der Bereich, in dem im Normalfall bestimmte Breiten und Tiefen für den Schiffsverkehr vorhanden sind. Je nach Rhein-Abschnitt gibt es Unterschiede. Eine Vertiefung des Rheins wäre hilfreich, sagte Rabold. Zugleich müsse der Bund deutlich mehr in die Wasserstraßen investieren. Auch verbesserte Wasserstandsprognosen könnten helfen, die Transporte besser zu planen.
Als wichtigster Gradmesser für die Industrie gilt der Pegelstand im rheinland-pfälzischen Kaub. Der dortige Abschnitt am Mittelrhein zwischen St. Goar und Mainz ist ein zentraler Engpass auf der wichtigen deutschen Wasserstraße. Wenn der Pegel in Kaub unter 40 Zentimeter falle, sei eine wirtschaftlich sinnvolle Binnenschifffahrt nicht mehr möglich, sagte Rabold.
Zwar war der Pegelstand in Kaub nach einigen Regenfällen zuletzt leicht gestiegen, bewegte sich in den vergangenen Tagen jedoch wieder unter dem bisherigen Tiefstwert, der mit 25 Zentimetern im Jahr 2018 gemessen wurde. Im diesjährigen Sommer war er bereits einstellig.
Daraufhin brach die Frachtschifffahrt auf dem Rhein ein: Güterschiffe konnten entweder gar nicht mehr oder nur leer fahren. Das treibe die Kosten in die Höhe, wie eine Sprecherin der IHK Rheinhessen ergänzte.
Einzelne Maßnahmen reichen nicht
Historische Tiefststände wurden nicht nur in Kaub gemessen: Auch beispielsweise in Köln bewegte sich der Pegelstand zuletzt wieder unter dem bisherigen Tiefstwert von 69 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden.
Seit dem Niedrigwasserjahr 2018 seien zwar Investitionen getätigt und die Logistik optimiert worden – etwa durch Niedrigwasserschiffe. Rabold mahnte aber, dass eine einzelne Maßnahme das Problem nicht lösen könne.
Zuvor hatten bereits Experten am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert, dass die niedigen Pegelstände des Rheins das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal dieses Jahres um bis zu 0,2 Prozent dämpfen könnten.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der volkswirtschaftliche Schaden durch Niedrigwasser im Rhein wird im Jahr 2026 den Wert von 2,4 Milliarden Euro aus 2018 übertreffen.
Likely · Within months
Niedrigwasserjahre auf dem Rhein werden aufgrund des Klimawandels künftig häufiger auftreten.
Likely · Within years
Open Questions
- Wie hoch wird der genaue volkswirtschaftliche Schaden im Jahr 2026 ausfallen?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Verbesserung der Wasserstraßeninfrastruktur?
- Wie effektiv sind Niedrigwasserschiffe tatsächlich bei extremen Pegelständen?



