Immobilienexperte Lars von Lackum im Interview über Potenziale und Regulierung
Quick Look
- Immobilienexperte Lars von Lackum sieht im Interview den größten Hebel im Bestand sowie bei der Nutzung von KI.
- Die Regulierung bremse den Markt jedoch stark aus.
AI-generated summary
Why It Matters
Lars von Lackum spricht über Herausforderungen in der Wohnungswirtschaft, Marktregulierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Herr von Lackum, wo sehen Sie aktuell das größte ungenutzte Potenzial in der Immobilienbranche?
Für die Wohnungswirtschaft liegt der größte Hebel im Bestand – sowohl bei der Dekarbonisierung als auch bei der Nutzung vorhandener Wohnungen. Die Regulierung schießt hier derzeit über das Ziel hinaus. Sie hält die Bestandsmieten künstlich niedrig, während die Mieten für neu vermietete Wohnungen deutlich höher liegen. Diese Lücke wird so groß, dass sich viele Menschen einen Umzug kaum noch leisten können. Wer einmal günstig wohnt, bleibt – auch wenn die Wohnung längst nicht mehr passt. Und die, die zuziehen wollen, finden keine geeignete Wohnung. Gleichzeitig sind Projektentwickler vielerorts bei diesem Mietniveau nicht bereit, neue Wohnungen zu bauen. Ein echter Teufelskreis.
Was war für Sie persönlich der größte Aha-Moment in Bezug auf den Immobilienmarkt?
Als junger Erwachsener war ich mit meinem Vater, dem damaligen Geschäftsführer der TLG Immobilien, in verfallenen ostdeutschen Wohnungsbeständen unterwegs. Diese Eindrücke haben mich geprägt: Eine Mietwohnung ist nie nur Vermögensgegenstand, sondern ein Zuhause, entscheidender Identifikationspunkt und Stabilitätsanker für uns Menschen.
Welches zukunftsweisende Projekt hat Sie zuletzt besonders begeistert?
Für mich ist KI aktuell der spannendste Hebel in der Wirtschaft. In unserer Branche nutzen wir sie zum Beispiel schon heute, um Einsprüche zu Betriebskostenabrechnungen zu bearbeiten. Das geht schneller, und es passieren weniger Fehler. Dabei bleibt der Mensch selbstverständlich die Entscheidungsinstanz. KI soll unterstützen, nicht Verantwortung ersetzen. Der entscheidende nächste Schritt ist die Skalierung solcher Anwendungen: Wenn wir diese Unterstützung auf weitere Prozesse übertragen, können wir schneller, effizienter und zugleich besser für unsere Kundinnen und Kunden werden.
Open Questions
- Welche konkreten Regulierungsänderungen fordert von Lackum?
- Wie soll die Skalierung der KI-Anwendungen im Detail erfolgen?






