Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya mit hunderten Toten reagiert Indien mit schärferer Überwachung. Unter den Vermissten sind auch acht Deutsche.
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Schmelzende Gletscher und auftauender Permafrost im Himalaya erhöhen infolge des Klimawandels das Risiko von Erdrutschen und Sturzfluten.
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya, die über 600 Menschen tötete, hat Indien angekündigt, die Überwachung seiner Gletscher zu verstärken. »Da wir als Nachbarland eine Grenze zu Nepal teilen und zudem eine ähnliche geografische Situation haben, haben wir unsere Behörde gebeten, alle Gletscher und bekannten Gletscherseen in der Region zu überwachen«, sagte der Minister für Katastrophenschutz im indischen Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand, Madan Kaushik. Einsatzkräfte wurden demnach angewiesen, wachsam zu sein und zu beobachten, ob an anderen Orten im Bundesstaat eine ähnliche Situation entsteht.
Die Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll, die durch das Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet strömte, hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Neben den über 600 Toten werden laut der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde noch 2.400 Menschen vermisst. Die Nachrichtenagentur AFP spricht von fast 3.000 Vermissten. Auslöser der Sturzflut war offenbar der Abbruch eines Gletschers, der so heftig war, dass er als Beben der Stärke 5,2 registriert wurde. Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Gletscher im Himalaya schneller als je zuvor. Schmelzende Gletscher und auftauender Permafrost erhöhen das Risiko von Erdrutschen.
Abgelagerter Schlamm erschwert Rettungsaktionen
Die Sturzflut ist die tödlichste Katastrophe in Nepal seit dem Erdbeben von 2015 mit rund 9.000 Toten. Die größte Hürde sei dabei der abgelagerte Schlamm als Folge der Flutwelle, wie der nepalesische Armeesprecher Raja Ram Basnet sagte. Etwa 93.000 Menschen könnten laut der internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften betroffen sein.
Basnet zufolge sind unter anderem Rettungshubschrauber in der Region im Einsatz. Nach einer Unterbrechung wegen schlechten Wetters wurden die Luftrettungseinsätze im betroffenen Bezirk Nuwakot wieder aufgenommen. Hubschrauber wurden mit Kisten und Taschen beladen, in denen sich Hilfsgüter befanden, darunter Kleidung, Instantnudeln, Kekse und Reis. Einige bargen Überlebende in Katastrophengebieten wie der Gemeinde Trishuli.
Mindestens acht Deutsche sind laut der nepalesischen Tourismusbehörde unter den Vermissten. Die »Auslandsvertretungen stehen mit den Familienangehörigen und mit den lokalen Behörden im engen Kontakt«, hieß es vom Auswärtigen Amt.
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Fortsetzung der Rettungs- und Hilfseinsätze per Hubschrauber
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