
AI-generated summary
Im August meldeten 49 Unternehmen Aktienkäufe ihrer Vorstände und Aufsichtsräte an die Bafin, zwei mehr als im Juli. Gleichzeitig gab es 17 Insiderverkäufe, wobei der größte bei Elmos Semiconductor mit 3,4 Millionen Euro lag. Der Dax erreichte im August neue Allzeithochs, was laut Stotz zu vorsichtigerem Verhalten bei Topmanagern führen kann.
Frankfurt. Mode, Chemie, Motoren, Automobilzulieferung und Software. In diesen Branchen haben Unternehmensinsider im August besonders viele Aktien gekauft. Das zeigt die monatliche Auswertung der größten Deals von Führungskräften mit Aktien der eigenen Unternehmen, die Olaf Stotz, Professor an der Privatuniversität Frankfurt School, regelmäßig für das Handelsblatt zusammenstellt.
Auffällig ist, dass auch die meisten Analysten die Aktien zum Kauf empfehlen, die sich die Firmeninsider im August in großem Stil in die eigenen Depots gelegt haben.
Dabei handelt es sich um die Anteilscheine des Motorenherstellers Deutz. Im August kaufte Vorstandschef Sebastian Schulte Deutz-Aktien für mehr als 980.000 Euro. Zwei weitere Vorstände und drei Aufsichtsräte kauften Aktien für insgesamt über 821.000 Euro.
Seit den Käufen Anfang August ist die Deutz-Aktie in der Spitze um fast 30 Prozent auf knapp 13 Euro in die Höhe geschnellt. Seither fiel sie zwar wieder auf rund zwölf Euro zurück, doch Analysten erwarten auf Sicht der nächsten zwölf Monate im Schnitt einen Kursanstieg auf 15,30 Euro. Dabei raten alle sieben Analysten, die Deutz laut Daten des Informationsdienstes Bloomberg beobachten, zum Kauf.
Deutz profitiert unter anderem mit der Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) vom Rüstungsboom. FFG entwickelt und wartet Panzer und Spezialfahrzeuge für die Bundeswehr und Streitkräfte in mehr als 15 Nationen.
Gefallen ist dagegen die Aktie nach dem größten Insiderkauf im August. Beim Online-Modehändler Zalando stockte der dänische Milliardär und Zalando-Großaktionär und Aufsichtsrat Anders Holch Povlsen seinen Anteil um knapp 15 Millionen Euro auf. Pro Aktie zahlte er im Schnitt knapp 25 Euro.
Er griff zu, nachdem Zalando seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf das untere Ende der zuvor angekündigten Spanne begrenzt hatte. Das hatte der Aktie einen historischen Tagesverlust von mehr als 13 Prozent beschert.
Zuletzt hatte Povlsen im Juni Zalando-Aktien für 24,6 Millionen Euro gekauft. Damals notierte die Aktie bei rund 24 Euro, stieg bis Ende Juli aber auf über 30 Euro. Dass der Großaktionär jetzt erneut nachgekauft hat, wertet Stotz als Zeichen des Vertrauens in die Aktie.
Auch Analysten sehen für die Aktie noch viel Potenzial. Von 27 Analysten raten 21 zum Kauf. Verkaufsempfehlungen gibt es nicht. Im Schnitt erwarten Analysten einen Kursanstieg auf über 35 Euro in den nächsten zwölf Monaten. Damit gehört Zalando zu den Topfavoriten der Analysten.
Beim zweitgrößten Insiderkauf auf der Handelsblatt-Liste im August raten acht von neun Analysten zum Kauf, einer rät zum Halten. Dabei geht es um das Spezialchemieunternehmen Alzchem Group. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 204 Euro und damit rund 25 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Alzchem zählt zu den Profiteuren des Rüstungsbooms. Alzchem produziert unter anderem Chemikalien, die für die Herstellung von Treibladungen für Artilleriemunition verwendet werden. Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group hat seine Beteiligung an Alzchem zuletzt erhöht.
Im Juni hatte die Aktie mit über 210 Euro ein Allzeithoch markiert, bis Anfang August fiel sie auf rund 155 Euro. Das nutzten Aufsichtsratschef Markus Zöllner, Vorstandschef Andreas Niedermeier und Vorstand Jürgen Sans, um Aktien für insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro zu kaufen.
Der Großteil davon entfiel auf Zöllner, der über seine Beteiligungsgesellschaft mehr als zehn Prozent der Alzchem-Anteile hält. Seit den Käufen ist die Alzchem-Aktie wieder auf über 163 Euro gestiegen.
Mit Blick auf den viertgrößten Insiderkauf im August – den beim Automobilzulieferer Aumovio – raten acht von elf Analysten zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 53,40 Euro und damit mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Verkaufsempfehlungen gibt es nicht.
Aumovio stellt unter anderem Bremsen und Sicherheitssysteme, Fahrzeug-Software, Displays und Elektronik her und kam vor knapp einem Jahr als Abspaltung von Continental an die Börse. Der erste Kurs lag bei 35 Euro. Zunächst stieg die Aktie auf bis zu 47 Euro, rutschte danach aber unter Schwankungen ab.
Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt und drei weitere Vorstände stiegen im August mit zusammen gut 666.000 Euro ein, die Aktie fiel danach aber noch weiter. Zuvor hatte Aumovio das im Juli gesenkte Renditeziel für das laufende Jahr bestätigt. Das erste Halbjahr wurde unter anderem durch einen Vergleich mit BMW belastet, der einen langjährigen Rechtsstreit in Zusammenhang mit einem integrierten Bremssystem beendete.
Den fünftgrößten Insiderkauf gab es im August bei der Aktie von SAP. Vorständin Gina Vargiu-Breuer und Vorstand Thomas Saueressig kauften SAP-Aktien zu Kursen zwischen rund 178 und 179 Euro für zusammen gut 570.000 Euro. Seither stieg die SAP-Aktie auf knapp 183 Euro.
Ein sehr viel besseres Timing hatte im Juli SAP-Chef Christian Klein bewiesen. Er hatte sich Aktien zum Kurs von unter 134 Euro für mehr als 325.000 Euro ins eigene Depot gelegt. Nach Ansicht von Analysten ist es noch nicht zu spät, um die SAP-Aktie zu kaufen. 25 von 32 Analysten raten zum Kauf. Daneben gibt es fünf Halte- und zwei Verkaufsempfehlungen. Mit 202 Euro liegt das durchschnittliche Kurspotenzial immerhin noch gut zehn Prozent über dem aktuellen Kurs.
Insgesamt haben im August 49 Unternehmen Aktienkäufe ihrer Vorstände und Aufsichtsräte an die Finanzaufsicht Bafin gemeldet. Das sind zwei mehr als im Juli. Gleichzeitig meldeten 17 Unternehmen Insiderverkäufe. Das sind nicht auffällig viele, aber: Im Juli hatten nur fünf Unternehmen und damit ausgesprochen wenig börsennotierte Firmen von Aktienverkäufen berichtet.
Den mit gut 3,4 Millionen Euro größten Aktienverkauf im August gab es beim auf Halbleiter im Automobilbereich spezialisierten Hersteller Elmos Semiconductor, bei dem sich Insider bereits im Mai und Juni von Aktien getrennt hatten.
Dass zuletzt auch die Verkäufe etwas anzogen, erklärt Hochschullehrer Stotz mit dem in der Breite antizyklischen Verhalten der Insider. Tendenziell sei es oft so, dass Topmanager vorsichtiger werden und Aktien verkaufen, wenn der Dax so wie im August neue Allzeithochs erreiche.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Deutz-Aktie wird innerhalb der nächsten zwölf Monate durchschnittlich auf 15,30 Euro steigen.
Likely · Within months
Die Zalando-Aktie wird innerhalb der nächsten zwölf Monate durchschnittlich auf über 35 Euro steigen.
Likely · Within months
Die Alzchem-Aktie wird innerhalb der nächsten zwölf Monate durchschnittlich auf 204 Euro steigen.
Likely · Within months

Das Berliner Startup Applike, gegründet 2012 von Jonas Thiemann und Carlo Szelinsky, hat einen Umsatz von einer Milliarde Dollar erreicht, wobei mehr als die Hälfte in den USA erwirtschaftet wird. Das Unternehmen vermarktet über 2000 Spiele-Apps, darunter Toon Blast, Royal Match und Empires & Puzzles, und verzeichnet weltweit mehr als eine Milliarde App-Downloads. Kunden wie Payback, Sainsbury’s, McDonald’s Lateinamerika und Line nutzen Applike zur Kundenbindung über ein Punktesystem.

Luka Mucic, neuer Chef von Vonovia, steht vor der Berliner Wahl am 20. September unter besonderem Druck, da Berlin mit 138.000 Wohnungen und einem Immobilienwert von 23,2 Milliarden Euro der neuralgische Punkt des Dax-Konzerns ist – mehr als doppelt so bedeutend wie der Rhein-Main-Markt.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes, um Mitbestimmungsverfahren zu beschleunigen und bürokratische Hürden abzubauen, insbesondere bei der Einführung von KI und Softwareupdates, während die schwarz-rote Koalition und Juristen ähnliche Reformen diskutieren.

Der DAX fiel auf den tiefsten Stand seit Ende Juli aufgrund steigender Inflations- und Zinssorgen, getrieben durch steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Gleichzeitig zeigte der Anleihemarkt Druck, während Dell und Commerzbank positive Signale gaben.

Eine US-Bezirksrichterin in New York hat den Antrag des Justizministeriums auf Zwangsverkauf von Googles Anzeigenbörse AdX abgelehnt. Stattdessen muss Google seine Werbetechnologie mit Wettbewerbern kompatibel machen. Die Entscheidung wurde zunächst unter Verschluss veröffentlicht.

Die Wall Street erholte sich am Mittwoch nach dreitägigen Verlusten, wobei der Dow-Jones-Index um 0,6 % auf 53.062 Punkte stieg. Trotz Sorgen über die Eskalation im Nahen Osten und steigende Ölpreise kauften Anleger aufgrund günstiger Bewertungen, starker Quartalsberichte und Optimismus hinsichtlich KI-Investitionen. Technologie- und Halbleiteraktien führten den Aufschwung an, während schwächere Arbeitsmarktdaten die Konjunkturaussichten eintrübten.