
Bei der ersten Investitionskonferenz der Bundesregierung wirbt der Kanzler für den Standort – und verspricht, ihn noch attraktiver zu machen. Milliarden sollen in acht Bereiche fließen.
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Die Bundesregierung lud zur ersten Investitionskonferenz in die ESMT-Hochschule in Berlin ein, um über bessere Investitionsbedingungen zu beraten.
Bei der ersten Investitionskonferenz der Bundesregierung wirbt der Kanzler für den Standort – und verspricht, ihn noch attraktiver zu machen. Milliarden sollen in acht Bereiche fließen.
Friedrich Merz: „Wir kommen aus einer Position der Stärke“, sagte der Kanzler. Foto: Bloomberg
Berlin. Als Friedrich Merz (CDU) auf die Bühne tritt, spricht er erst einmal über Klischees. Die Deutschen seien pünktlich, stünden früh auf und würden im Urlaub ihr Handtuch schon vor dem Frühstück auf die Liege legen. „Kurz gesagt, wir sind, was Investoren am meisten mögen“, sagte Merz.
Genau um die soll es an diesem Tag schließlich gehen. Die Bundesregierung hat zur Investitionskonferenz eingeladen. Rund 200 Investorinnen und Investoren sind in die Räumlichkeiten der ESMT-Hochschule in Berlin-Mitte gekommen.
Es ist das erste Mal, dass in Deutschland eine solche Veranstaltung stattfindet. Es geht also um viel, für den in der Kritik stehenden Kanzler. Und für den Standort, der in ähnlicher Form unter Druck steht.
Merz aber beschrieb vor allem die Vorteile, die Deutschland biete. „Neuerfinden, skalieren und beschleunigen“ – auch diese Klischees über Deutschland würden stimmen. „Wir kommen aus einer Position der Stärke.“ Merz hob vor allem den Mittelstand hervor, der große Möglichkeiten für internationale Investoren hätte. „Das sind unsere ‚hidden champions‘.“
Die Bundesregierung habe bereits eine „ganzheitliche Agenda“ auf den Weg gebracht, mit großangelegten Investitionen, Steuererleichterungen und einer Stärkung des Kapitalmarkts. Der Kanzler gestand aber auch ein, dass Deutschland noch besser werden müsse. „Ja, wir haben unsere Herausforderungen“, sagte er.
225 Milliarden Euro an Investitionen
Nach der Eröffnung der Konferenz starteten kleine Gesprächsrunden zwischen der Regierung und den Investoren. Verteilt in diversen Besprechungsräumen der Hochschule sitzen derzeit verschiedene Bundesminister mit Vertretern von Finanzinstituten und Unternehmern zusammen.
Lars Klingbeil (SPD), Friedrich Merz (CDU) und Katherina Reiche (CDU): Nach der Eröffnung der Konferenz starteten kleine Gesprächsrunden zwischen der Regierung und den Investoren. Foto: Michael Kappeler/dpa
Außerdem führen alle anwesenden Minister Workshops in verschiedenen Runden durch, um Erfahrungen auszutauschen, welche Investitionsbedingungen in Deutschland noch verbessert werden müssen. Sie sprechen über Investitionsmöglichkeiten in insgesamt acht Sektoren der deutschen Wirtschaft: KI und Digitales, Energie, Verkehr und Transport, Bauen, Verteidigung, Raumfahrt, Verwaltungsmodernisierung und öffentlich-private Partnerschaften. „Ich will euer Geld“, scherzte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor dem Start seines Workshops.
Inwieweit bei der neuen Konferenz Vereinbarungen über neue Investitionen geschlossen werden, wird sich im Laufe des Tags zeigen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zufolge haben private Geldgeber im laufenden Jahr bereits Investitionen in Summe von 228 Milliarden Euro am Standort Deutschland angekündigt. Darin enthalten sind lediglich Großinvestitionen ab 100 Millionen Euro.
Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
Ein weiteres Großprojekt wurde allerdings während der Konferenz bereits verkündet: Der amerikanische Technologiekonzern Amazon will im kommenden Jahr mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Davon sollen 4,8 Milliarden Euro in den Ausbau von „Amazon Web Services“ (AWS) in Frankfurt fließen, die Cloud- und KI-Anwendungen unterstützt.
Neben dem Ausbau der Cloud-Infrastruktur plant Amazon ein zweites Forschungslabor für Robotik und künstliche Intelligenz in Berlin. Hinzu kommen Aktivitäten rund um das Satelliten-Internet Amazon Leo sowie mehr als 15 Prime-Video-Produktionen.
Amazon beschäftigt in Deutschland mehr als 40.000 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch neue Logistikprojekte sollen mehr als 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
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Amazon investiert im kommenden Jahr mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland.
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