
Niedrige Speicherstände und globaler Wettbewerb um LNG-Lieferungen treiben die Kosten für Erdgas in die Höhe.
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Die Gasspeicher in Europa sind mit rund 74 Prozent deutlich unter dem fünfjährigen Mittelwert von 89 Prozent gefüllt. Zudem konkurriert Europa mit Asien um begrenzte LNG-Lieferungen.
Die Gasspeicher in Europa sind deutlich leerer als im Schnitt der vergangenen Jahre. Zudem steht Europa mit Asien im Wettbewerb um LNG‑Lieferungen. Eine Entspannung ist nicht abzusehen.
Düsseldorf. Der Preis für Erdgas in Europa ist derzeit so hoch wie zuletzt Ende 2022. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat lag am Dienstag an der Börse in Amsterdam bei 85,95 Euro pro Megawattstunde.
Getrieben werden die Preise von den niedrigen Speicherständen. Die Speicher in Europa sind zu rund 74 Prozent gefüllt, deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre von rund 89 Prozent. In Deutschland liegt der Füllstand bei nur 60 Prozent.
In der Regel deckt das Speichergas 25 bis 30 Prozent des Gasverbrauchs in der EU im Winter ab, sodass die EU in hohem Maße von Pipeline-Lieferungen und Flüssiggas (LNG) abhängig ist, insbesondere aus Norwegen und den USA. Jede Versorgungsunterbrechung könnte zu weiteren Preissprüngen führen, während der anhaltende Wettbewerb aus Asien um LNG-Lieferungen die Preise wahrscheinlich auf einem hohen Niveau halten wird.
Die LNG-Tankerdurchfahrten durch die Straße von Hormus sind zuletzt auf das höchste Niveau seit Beginn des Irankriegs gestiegen. „Allerdings entspricht das Niveau vom September noch immer nur etwa 20 Prozent der Anzahl der LNG-Tanker, die vor dem Irankrieg die Straße von Hormus passierten“, schrieben die Experten der Commerzbank vergangene Woche. Die Durchfahrten seien aber im Vergleich zum Erdöl relativ gering.
Die faktische Blockade der Straße von Hormus für die Lieferung von Energierohstoffen wie Flüssigerdgas aus den Fördergebieten am Persischen Golf hatte den Preis für europäisches Erdgas seit Kriegsbeginn deutlich nach oben getrieben. Zudem sind in Katar, einem der wichtigsten Exportländer, wichtige Förder- und Umwandlungsanlagen zerstört worden. Ende Februar hatte der Gaspreis noch bei rund 30 Euro gelegen.

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