Jens Spahn bittet CDU-Mitglieder in Brief um Entschuldigung
Wegen seiner Leihmutterschaft in den USA und früherer gegenteiliger Äußerungen schreibt Jens Spahn an CDU-Mitglieder in seinem Wahlkreis und räumt Fehler ein.
Quick Look
- Wegen seiner in den USA genutzten Leihmutterschaft bittet CDU-Politiker Jens Spahn in einem Brief an Mitglieder seines Wahlkreises Steinfurt I / Borken I um Entschuldigung.
- Er räumt ein, Vertrauen enttäuscht und zu spät offen kommuniziert zu haben.
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Why It Matters
Spahn nutzte mit seinem Mann eine Leihmutterschaft in den USA, was Kritik wegen früherer Haltungen auslöste.
Spahn hatte zusammen mit seinem Mann in den USA eine Leihmutterschaft genutzt, um Eltern zu werden. Ihm wurde auch innerhalb der CDU vorgeworfen, dass er selbst zu diesem Thema früher eine andere Meinung vertreten und das in Deutschland geltende Verbot der Leihmutterschaft umgangen habe, für das sich auch die CDU einsetzt.
Nun bittet Spahn in seinem Wahlkreis Steinfurt I / Borken I in Nordrhein-Westfalen mit einem Brief an die rund 2500 CDU-Mitglieder um Entschuldigung. »Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen«, heißt es in dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt.
Spahn: »Wollte eine schwierige Debatte vermeiden«
»Vor allem aber habe ich durch den Widerspruch zwischen meiner früher öffentlich vertretenen Haltung und meiner persönlichen Entscheidung Vertrauen enttäuscht«, so Spahn. Die örtlichen CDU-Mitglieder hätten sich dadurch »vor Ort, auf Schützenfesten, Sommerfesten und bei vielen anderen Begegnungen, mit Fragen, Kritik und teilweise sehr emotionalen Reaktionen auseinandersetzen.«
»Das hat mir bei meiner persönlichen Abwägung zusätzliche rechtliche Sicherheit gegeben.« Er habe es jedoch versäumt, »diesen Abwägungsprozess rechtzeitig offenzulegen und meine veränderte Position zu erklären. Dafür gab es genügend Gelegenheiten. Ich habe sie nicht genutzt.«
»Vertrauen kann sehr schnell beschädigt werden«
»Vertrauen entsteht über Jahre, kann aber sehr schnell beschädigt werden. Ich weiß, dass eine Entschuldigung oder ein Rücktritt allein dieses Vertrauen nicht einfach wiederherstellen. Das kann nur durch mein eigenes Tun in der kommenden Zeit gelingen«, so Spahn reumütig. Er werde »die Interessen unserer Heimat weiterhin engagiert im Bundestag vertreten.« Spahn hatte im Zuge der Leihmutterschafts-Debatte zuletzt angekündigt, nicht mehr für den Vorsitz der CDU-Münsterland zu kandidieren.
Ob sein Comeback gelingt, wird sich zeigen. CSU-Chef Markus Söder sagte im Juli, er »glaube, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist«. Jemand »mit solchen Talenten und so einer politischen Kraft« werde irgendwann wieder »eine führende Rolle übernehmen«, so Bayerns Ministerpräsident. Mehr über die Rückkehr Spahns aus der Sommerpause lesen Sie hier.
Open Questions
- Wie reagieren die CDU-Mitglieder auf den Entschuldigungsbrief?




