Jobgarantien nicht antasten: Bericht: BASF macht Zusagen für Evonik-Übernahme
Der Chemiekonzern BASF will bei einer möglichen Übernahme von Evonik Standort- und Beschäftigungsgarantien beibehalten.
Quick Look
- BASF zeigt sich bereit, bei einer Übernahme von Evonik bestehende Beschäftigungsgarantien bis 2032 zu wahren.
- Damit reagiert der Konzern auf Widerstände von Arbeitnehmervertretern und der Politik in Nordrhein-Westfalen gegen einen Verkauf.
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Why It Matters
BASF hat im September Sondierungsgespräche mit Evonik bestätigt. Ein erstes Angebot über 22,15 Euro je Aktie wurde vom Evonik-Vorstand abgelehnt.
Der erste Vorstoß von BASF in der angedachten Übernahme von Evonik reicht dem Vorstand nicht. Nun signalisiert der Chemieriese Entgegenkommen in einem besonders sensiblen Punkt.
Der Ludwigshafener Chemieriese BASF würde Insidern zufolge bei einer Übernahme von Evonik deren Standort- und Beschäftigungsgarantien nicht antasten. BASF sei bereit, in einer Vereinbarung mit Evonik entsprechende Zusagen zu machen, sagten zwei Personen aus dem Umfeld des Konzerns der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Essener Chemiekonzern sind trotz eines geplanten Stellenabbaus betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 in Deutschland ausgeschlossen. Der Abbau muss also auf freiwilliger Basis mit Abfindungen erfolgen. "Daran fühlt sich BASF gebunden. Man würde daran nicht rütteln", sagte einer der Insider.
Mit solchen Zusagen könnte BASF versuchen, die Arbeitnehmervertreter von Evonik und die Politik in Nordrhein-Westfalen zu beschwichtigen, die einem Verkauf des Unternehmens skeptisch gegenüberstehen. BASF wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Am Mittwoch will sich der nordrhein-westfälische Landtag auf Antrag der SPD mit dem Thema befassen. "Das Ruhrgebiet darf nicht die Zeche zahlen - Eigenständigkeit von Evonik und Arbeitsplätze sichern", ist der Antrag überschrieben. Auch die Gewerkschaft IG BCE hatte Zukunftsperspektiven für die Evonik-Beschäftigten und Investitionszusagen für die Standorte gefordert.
Europas größter Chemiekonzern BASF hatte im September Sondierungsgespräche mit Evonik bestätigt, war aber mit einer Übernahmeofferte über 22,15 Euro je Aktie beim Vorstand zunächst abgeblitzt. Evonik würde dadurch mit 14 Milliarden Euro bewertet. Der Evonik-Vorstand pocht vor der Aufnahme von Verhandlungen auf ein besseres Angebot. Im Umfeld von BASF hatte es zuvor Signale gegeben, dass die 22,15 Euro je Aktie nicht das letzte Wort seien.
Die RAG-Stiftung als Großaktionär (43 Prozent) von Evonik hatte am Freitag über die Offerte beraten, will aber nicht über den Kopf des Vorstands hinweg entscheiden. Die Kohle-Stiftung, die das nötige Geld für die Folgekosten des Steinkohlebergbaus erwirtschaften muss, hatte zuvor angekündigt, ihren Anteil an Evonik auf 25,1 Prozent zu senken.
What to Watch
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Landtag NRW befasst sich am Mittwoch mit dem Thema.
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Open Questions
- Wird BASF ein höheres Angebot vorlegen?
- Wie wird sich der Landtag von NRW positionieren?







