Kasachstan kündigt zusätzliche Öllieferungen nach Deutschland an
Quick Look
- Kasachischer Präsident Tokajew kündigte in Berlin zusätzliche Öllieferungen nach Deutschland an und betonte die Rolle seines Landes als zuverlässiger Partner.
- Kanzler Merz bestätigte das Interesse an kasachischem Öl als Ersatz für russisches Öl und sprach von Diversifizierung der Lieferbeziehungen.
- Russland hatte die Durchleitung kasachischen Öls über die Druschba-Pipeline im Mai gestoppt, wodurch die PCK-Raffinerie in Schwedt alternative Quellen suchen musste.
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Why It Matters
Aufgrund des Ukraine-Kriegs und damit verbundener Sanktionen hat Deutschland seine Energiebeziehungen zu Russland reduziert. Die PCK-Raffinerie in Schwedt war bisher stark von russischem Öl abhängig und erhielt zudem kasachisches Öl über die Druschba-Pipeline, bis Russland diese Durchleitung im Mai stoppte.
Kasachstan hat zusätzliche Öllieferungen nach Deutschland angekündigt. Sein Land sei einer der wichtigsten Erdöllieferanten für die Bundesrepublik, sagte Präsident Kassym-Schomart Tokajew in einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Sein Land wolle für Deutschland auch künftig ein zuverlässiger Partner bei Erdöllieferungen sein.
Merz sagte, die Bundesrepublik habe Interesse an kasachischem Öl »als Ersatz für das Öl, das wir aus Russland nicht mehr beziehen«. Angestrebt werde eine »Diversifizierung unserer Lieferbeziehungen, und da ist Kasachstan ein wichtiger Baustein«, erläuterte der Kanzler. Details nannten beide nicht.
Russland stoppte Durchleitung von kasachischem Öl
Kasachisches Öl war nach dem Bezugsstopp russischen Öls vor allem für die Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg von großer Bedeutung. Im Mai hatte Russland aber im Zuge des Ukraine-Konflikts die Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Pipeline Druschba (Freundschaft) an PCK gestoppt. Bis dahin machte kasachisches Öl etwa ein Fünftel der dort verarbeiteten Menge aus. Die Raffinerie suchte andere Bezugsquellen, unter anderem über Polen.
Russisches Öl fließt bereits seit 2023 nicht mehr zur PCK-Raffinerie. Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen.
Open Questions
- Wie viel zusätzliches Öl Kasachstan genau liefern wird
- Wann die ersten zusätzlichen Lieferungen erwartet werden
- Ob Deutschland finanzielle oder logistische Gegenleistungen bietet

