
Der Rüstungskonzern KNDS hält an Plänen für einen Börsengang fest, macht diesen aber von der Marktlage abhängig. Währenddessen zeigt sich der deutsche IPO-Markt im internationalen Vergleich zurückhaltend.
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KNDS ist der Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers. Derzeit halten der französische Staat und die Familie Wegmann jeweils 50 Prozent der Anteile.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: So könnte man die Einstellung von KNDS-Management und Eignern zusammenfassen. "Ein Börsengang 2026 ist weiterhin möglich - sofern die Marktbedingungen den Erwartungen der Aktionäre entsprechen", sagte KNDS-Chef Jean-Paul Alary dem Handelsblatt. Bisher sei das nicht der Fall.
Die Verschiebung des ursprünglich für Juli dieses Jahres geplante Börsengangs sei aufgrund geänderter Marktbedingungen erfolgt. Unter anderem wegen weltweit steigender Verteidigungsausgaben - darunter in Deutschland und der Europäischen Union - waren Aktien von Rüstungsunternehmen extrem gefragt. Experten sprechen von einer "Sonderkonjunktur".
Markt verunsichert
Doch seit Monaten stehen die Papiere der Branche trotz teils glänzender Geschäfte unter Druck, es kam zu deutlichen Kurskorrekturen unter anderem wegen Gewinnmitnahmen. Die Investoren schauen genauer hin. Außerdem hat beispielsweise die Einstellung des Fregatten-Projekts F126 durch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius für Verunsicherung im Markt gesorgt.
Darunter leidet mehr oder weniger die gesamte Rüstungsbranche. So hat die Aktie von Rheinmetall, Deutschlands größtem Rüstungsunternehmen, seit ihrem Höchststand von rund 2.000 Euro vor einem Jahr bis heute mehr als halbiert.
Bund könnte bei KNDS einsteigen
Bei KNDS beobachtet man jetzt, wie sich die Stimmung an den Börsen entwickelt. Der Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers suche - unabhängig davon, ob man dieses Jahr noch oder später an die Börse gehe - nach Partnern in der Industrie, um das Geschäft auszubauen. Denn die Nachfrage steige. "Für das Gesamtjahr erwarten wir rund 30 Prozent Umsatzwachstum", sagte Alary dem Handelsblatt.
Derzeit sind der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann mit je 50 Prozent an KNDS beteiligt. Bei einem potenziellen Börsengang wäre die Platzierung von 20 Prozent der Anteile geplant. 40 Prozent sollen bei der Familie Wegmann verbleiben, die übrigen 40 Prozent könnte der deutsche Staat erwerben.
Börsengeschäft in Deutschland schleppend
In Deutschland zeigt sich in diesem Jahr im internationalen Vergleich wieder eine geringere Begeisterung für Börsengänge. Hierzulande sind laut einer aktuellen Auswertung der Beratungsgesellschaft EY in den ersten neun Monaten dieses Jahres nur acht Unternehmen an die Börse gegangen. Zum Vergleich: In ganz Europa waren es 99, in den USA 96 und in China 242 Börsengänge.
Weltweit haben laut EY in den ersten neun Monaten dieses Jahres 888 Unternehmen den Sprung an die Börse gewagt. Das waren vier Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aber: Dieses Jahr wurde deutlich mehr Geld an den Börsen eingesammelt: Mit rund 288 Milliarden Dollar weit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Börsengänge größer
Grund sind vor allem die bisherigen Mega-Börsengänge dieses Jahres: SpaceX, Schwerpunkt Raumfahrt und Satelliten-Kommunikation, wurde Mitte Juni in den USA an die Börse gebracht.
Mit insgesamt 86 Milliarden Dollar war der mit Abstand größte Börsengang der Geschichte. Und der südkoreanische Chip-Hersteller SK-Hynix fuhr allein mit seinem Zweitlisting in den USA laut EY 26,5 Milliarden Dollar ein.
Pipeline gut gefüllt
Und es steht noch einiges an: Unter anderem das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic - bekannt für die KI-Modellreihe Claude - plant eine Milliardenschweres Going Public. Konkurrent OpenAI hat seinen für dieses Jahr geplanten Börsengang verschoben.
Martin Steinbach von EY meint: "Für das Schlussquartal bleiben wir vorsichtig optimistisch. Die IPO-Pipeline ist sowohl international als auch in Deutschland gut gefüllt." Doch das richtige Timing sei entscheidend. Und eine marktgerechte Bewertung.
"Unsicherheiten und Risiken wie eine mögliche Abkühlung der US-Konjunktur, die Ergebnisse der US-Midterms und weitere Zinserhöhungen der Notenbanken oder auch weiter steigende Renditen an den Anleihemärkten können das IPO-Sentiment aber kurzfristig immer wieder beeinflussen", warnt Steinbach.
DAX leicht erholt
Auf dem deutschen Aktienmarkt drücken derweil die Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der großen Notenbanken und die ungeklärte Lage im Iran-Krieg auf die Stimmung.
Der DAX ist am Vormittag erstmals seit Juli wieder unter 25.000 Punkte gerutscht. Am Mittag rangierte er aber etwa auf Vortagsniveau wieder deutlich über der psychologisch wichtigen Marke.
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KNDS prüft weiterhin einen Börsengang für das Jahr 2026.
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