Koalitionsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD scheitern an Antisemitismusvorwürfen
Quick Look
- Sondierungsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD zur Bildung einer Koalition in Berlin scheitern wegen Antisemitismusvorwürfen gegen Linkenmitglieder.
- Gleichzeitig berichtet die DGINA über Überlastung in fast jeder zweiten Notaufnahme in Deutschland, und neue Dokumente werfen Fragen zum Tod von Geli Raubal, Nichte Hitlers, auf, indem sie ihr bisheriges Alibi infrage stellen.
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Why It Matters
Die Linken, Grünen und SPD führen Sondierungsgespräche über eine mögliche Koalition in Berlin. Gleichzeitig berichtet die DGINA über eine Umfrage zur Situation in deutschen Notaufnahmen. Zudem werden neue Dokumente zum Tod von Geli Raubal, Nichte Adolf Hitlers, präsentiert, die das bisherige Alibi von Hitler infrage stellen.
Jetzt sollte es endlich um Inhalte gehen. Sondierungsgespräche stehen an zwischen Linken, Grünen und SPD. Die drei Parteien würden gern gemeinsam die Hauptstadt regieren – wenn da nicht diese Antisemitismusvorwürfe gegen einige Linkenmitglieder wären.
Führende Grüne fordern deshalb heute, die Linkspartei solle sich bitte von den Antisemiten in den eigenen Reihen trennen. »Es darf keine Koalition geben, an der Antisemiten beteiligt sind«, sagte Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour dem SPIEGEL. »Es kann auch keine Regierung geben, die in irgendeiner Weise von Antisemiten, Kriminellen oder Terrorunterstützern abhängig ist oder mit deren Stimmen gewählt wurde.« Ein Seitenhieb auf Koçak.
2. Überlastete Notaufnahmen
Kennen Sie auch die Geschichten von stundenlangen Wartezeiten in der Notaufnahme, die man sich am Spielfeldrand vom Fußballtraining oder beim Abendessen mit Freunden erzählt? Nun, in diesem Fall ist die gefühlte Wahrheit offenbar leider die echte. Denn laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) ist fast jede zweite Notaufnahme in Deutschland überlastet. Teilweise werde dabei sogar die Patientensicherheit gefährdet.
Für ihre Analyse hat die DGINA Notaufnahmen in allen Bundesländern zu ihrer Situation am Stichtag 2. Juni 2026 befragt. 45 Prozent der Einrichtungen meldeten zurück, an diesem Tag überbelegt und überlastet gewesen zu sein. Die Gründe dafür sind wenig überraschend: Es fehlt unter anderem an freien Betten auf anderen Stationen und an Personal.
Wie schlecht die Stimmungslage unter den Notfallmedizinern der Kliniken ist, lässt sich an den freien Anmerkungen in der Umfrage ablesen. Dort heißt es beispielsweise: »Die Notaufnahme ist chronisch belastet.« Die Belastung sei in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen. »Es macht keinen Spaß mehr, und alle sind müde.«
3. Doch kein Alibi?
Angelika Raubal, genannt Geli, war die Nichte Adolf Hitlers. Um das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Onkel ranken sich seit jeher Gerüchte, manche vermuteten eine Liebesbeziehung zwischen Hitler und der Tochter seiner Halbschwester. Die Geschichtswissenschaft interessiert sich vor allem deshalb für Raubal, weil sie im September 1931 tot in Hitlers Münchner Wohnung aufgefunden wurde.
Raubal studierte zunächst in München Medizin, begann dann aber eine Gesangsausbildung, die Hitler finanzierte. Er kontrollierte Raubals Alltag offenbar stark. Nach der etablierten Erzählung kam es am 18. September 1931 zu einem Streit zwischen ihr und Hitler über ihre Reisepläne, Raubal wollte ihre Ausbildung wohl in Wien fortsetzen.
Als Hitler München bereits in Richtung Nürnberg verlassen habe, habe sich Raubal mit einer Pistole ihres Onkels erschossen, heißt es im Polizeibericht. Entdeckt worden sei ihre Leiche erst am nächsten Morgen.
Doch bislang unbekannte Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen, stellen diese Darstellung infrage. Der Geschichtsforscher Harald Sandner hat die Unterlagen im Staatsarchiv und im Stadtarchiv in München gefunden. Zwei Todesanzeigen und der Eintrag im Sterberegister des Standesamts München II datieren die Entdeckung der Leiche Geli Raubals auf Freitag, den 18. September 1931, um 10.15 Uhr.
Demnach wäre Raubal rund 24 Stunden früher aufgefunden worden. Und Hitler hätte für den Vormittag des 18. September kein Alibi mehr. Denn zu diesem Zeitpunkt hielt sich der NSDAP-Chef wahrscheinlich noch in München auf.
Was das bedeutet? »Der Fund stellt die bisherige Chronologie des Falls auf den Kopf«, sagt Felix Bohr aus dem Geschichtsressort. »Er zwingt die Forschung, die damaligen Ermittlungen noch einmal neu zu prüfen.«
Hier mehr über die Hintergründe: Neuer Aktenfund erschüttert Hitlers Alibi beim Tod seiner Nichte
Angst im Dunkeln: Der Schauspieler Jimi Blue Ochsenknecht, 34, schläft in Hotels »meistens mit ein bisschen Licht an«, und er »gucke halt, dass kein Spiegel direkt vorm Bett ist«. Das erzählte er im Podcast »Mit den Waffeln einer Frau«. Als Kind sei er nachts im Hotel aufgewacht und habe vor dem Spiegel ein kleines Mädchen gesehen. Vielleicht habe er geträumt, aber für ihn sei das sehr real gewesen, so Ochsenknecht. »Ich habe sehr laut geschrien und habe auch richtig Panik bekommen.«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Linken werden Druck erfahren, sich deutlich von Antisemiten in ihren Reihen zu distanzieren, um Koalitionsfähigkeit zu bewahren.
Likely · Within weeks
Die DGINA wird weitere Untersuchungen zur Personalsituation in Notaufnahmen anordnen.
Possible · Within months
Open Questions
- Werden die Linken tatsächlich Antisemiten aus ihren Reihen ausschließen?
- Wie wird die Überlastung in den Notaufnahmen langfristig behoben?
- Führen die neuen Dokumente zu einer offiziellen Neubewertung des Todes von Geli Raubal?






