Kommentar: Deutschlands Wachstum trügt – die Rechnung kommt noch
Auf dem Jahrestreffen des Weltwährungsfonds in Thailand wird Deutschland für sein Wachstum gelobt, doch Experten warnen vor falscher Sicherheit.
Quick Look
- Auf dem IWF-Treffen in Thailand wird Deutschland für sinkende Schulden und neues Wachstum gelobt.
- Doch die Stärke ist trügerisch und könnte zu einer riskanten Politik verleiten.
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Why It Matters
Deutschland verzeichnet nach Jahren der Stagnation wieder Wirtschaftswachstum und wird beim IWF-Treffen in Thailand gelobt.
Auf einmal war alles wieder so wie früher. Auf dem Jahrestreffen des Weltwährungsfonds in Thailand wurde Deutschland als Musterknabe in einer Gemeinschaft voller Sünder gepriesen. Bei der Verschuldung steht Deutschland sowieso besser da als der Rest der Welt. Und jetzt kehrt nach Jahren der Stagnation endlich auch das Wachstum zurück.
Doch die wiedererlangte Stärke ist trügerisch. Sie führt dazu, dass Deutschland sich in falscher Sicherheit wiegt und eine Politik verfolgt, die noch böse enden könnte.
Natürlich ist es gut, dass Deutschland wieder wächst, auch wenn das Wachstum staatlich getrieben ist. Besser dieses Wachstum als gar keins. Und die Schulden fließen größtenteils auch in sinnvolle Dinge, in Infrastruktur-Investitionen und die eigene Sicherheit.
Mehr Optimismus tut dem Land auch mal gut. In Thailand war die Verkörperung dessen nicht nur Finanzminister Lars Klingbeil, sondern auch der Bundesbankpräsident. Deutschland mache sich gerade „fit für die Zukunft“, sagte Joachim Nagel. Der Aufschwung sei mehr als ein Strohfeuer, könne sogar noch stärker ausfallen, als die Prognosen es nahelegen.
Open Questions
- Wie nachhaltig ist das staatlich getriebene Wachstum?
- Führt die vermeintliche Sicherheit zu politischen Fehlentscheidungen?




