Übersicht über Angriffe, Reaktionen und militärische Entwicklungen im Ukraine-Krieg
Ein Überblick über das Kriegsgeschehen in der Ukraine und Russland umfasst Angriffe mit Drohnen und Raketen, diplomatische Spannungen, Reaktionen der Bundesregierung sowie Berichte über Truppenbewegungen.
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Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an und führt zu ständigen Kämpfen, Luftangriffen sowie internationalen Spannungen.
Deutschland soll der Ukraine helfen, die beschädigte Schutzhülle um das ehemalige Atomkraftwerk in Tschernobyl zu reparieren. Das sicherte Bundesumweltminister Carsten Schneider der ukrainischen Regierung bei seinem Besuch in Kyjiw zu. Nach einem russischen Drohnenangriff bietet die Stahlkonstruktion laut Experten keinen ausreichenden Schutz mehr vor radioaktiver Strahlung.
Die Schutzhülle wurde vor zehn Jahren über den ursprünglichen Betonsarkophag gezogen. Die Schäden zu beheben, könnte laut der Kraftwerksleitung eine halbe Milliarde Euro kosten.
Schneider versprach auch finanzielle Hilfen. Die Reparatur sei hochkomplex, sagte er nach Ministeriumsangaben. Es werde »gemeinsamer internationaler Anstrengung bedürfen, um diese zeitnah ermöglichen zu können«. Die G7-Staaten stimmten sich dazu bereits ab.
Auf seiner Ukrainereise begleiten den Bundesumweltminister Unternehmer, die in der Ukraine insbesondere in den Ausbau grüner Technologien investieren wollen. In den kommenden Tagen will Schneider auch das Sperrgebiet um das havarierte AKW besuchen.
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Dorf in der nordostukrainischen Region Charkiw sind örtlichen Behörden zufolge zehn Menschen getötet worden. Acht weitere Personen wurden verletzt, wie der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mitteilt. Bei dem Angriff auf die Ortschaft Petschenihy seien zudem zehn Wohnhäuser und mindestens sieben Autos beschädigt worden.
Nach russischen Angaben hat es in der Nacht einen Drohnenangriff in der Hauptstadtregion gegeben. 620 Drohnen wurden zwischen Montagabend und 5 Uhr morgens (Ortszeit, 4 Uhr MESZ) in der Gegend um Moskau herum entdeckt, sagte dessen Bürgermeister Sergej Sobjanin. Demnach soll die russische Armee 180 Drohnen abgeschossen haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren.
Laut dem Regionalgouverneur Andrej Worobjow wurde unter anderem ein Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries getroffen. Auch Wohnhäuser und ein Kraftwerk seien beschädigt worden, schrieb Worobjow auf Telegram. Mindestens drei Menschen seien verletzt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Nach einem Bericht über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen Angriffen in Russland hat die russische Regierung Großbritannien vor »Konsequenzen« gewarnt. Das Vereinigte Königreich werde sich für die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine »verantworten« und einen »Preis« zahlen müssen, teilte die russische Botschaft in London mit.
Vorausgegangen war ein Bericht der britischen Sunday Times, dass die ukrainische Armee britische Drohnen für Angriffe tief im russischen Staatsgebiet eingesetzt habe.
Großbritannien bleibe »entschlossen, die Ausrüstung bereitzustellen, welche die Ukraine zur Verteidigung gegen (Wladimir) Putins völkerrechtswidrige Invasion benötigt«, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. »Russland sollte keinen Zweifel an der Entschlossenheit dieser Regierung haben, der russischen Aggression die Stirn zu bieten.« Gestern hatte bereits die Bundesregierung Drohungen aus Russland gegen Unterstützer der Ukraine zurückgewiesen.
Die Bundesregierung hat Drohungen aus Russland gegen Unterstützer der Ukraine zurückgewiesen. »Die Drohungen und Äußerungen gegenüber EU- oder Nato-Partnern sind nichts Neues«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Man nehme dies aber zur Kenntnis, hieß es. »Von denen lassen wir uns nicht einschüchtern – und wir lassen uns auch in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht einschüchtern.«
Die Sprecherin bezog sich auf eine Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow vom Freitag. Dieser hatte gesagt: »Wir werden unsere Methoden stark verschärfen, um all das zu zerstören, was Kyjiws Kriegsmaschine aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits.«
Die SPD-Abgeordnete Siemtje Möller sagte dem Handelsblatt: "Wir sollten uns von diesen wiederholten martialischen Drohungen weder provozieren noch einschüchtern lassen."
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), forderte als Reaktion auf Lawrows Drohungen eine schärfere Gangart gegenüber Russland. Deutschland müsse »sich selbst so ertüchtigen, dass die Drohungen von Lawrow ins Leere laufen«, sagte Strack-Zimmermann ebenfalls dem Handelsblatt. Zudem müsse die Ukraine weiter unterstützt werden »mit allem, was wir haben«.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit der Militärspitze seines Landes die aktuelle Kriegslage erörtert und eine Reihe von Entscheidungen in die Wege geleitet. In erster Linie seien Personalentscheidungen getroffen worden, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. »Es ist sehr wichtig, dass erfahrene Kommandeure mehr Handlungsspielraum erhalten«, sagte er. Er habe bei der Sitzung einen Teil der Personalentscheidungen gebilligt, die ihm Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj vorgelegt habe. Namen nannte Selenskyj nicht.
Selenskyj und die Militärmitglieder erörterten zudem die Auswirkungen der ukrainischen Drohnenangriffe tief auf russischem Staatsgebiet. »Wir setzen unsere Fernoperationen fort«, sagte er zu den Einsätzen. »Die Prioritäten für die Präzisionsschläge bis September stehen bereits fest.« Das ukrainische Militär greift verstärkt die russische Rüstungs- und Erdölindustrie an. Ziel ist es, die Angriffskraft der russischen Streitkräfte zu schwächen.
In diesem Zusammenhang beklagte Selenskyj, dass Russland weiterhin wichtige Komponenten für seine Waffen aus dem westlichen Ausland erhalte. »Sogar aus Ländern, die zur G7 gehören und sicherlich kein Interesse daran haben, dass Putin den Krieg in die Länge zieht und das Ausmaß der Angriffe verstärkt«, sagte er.
Eine vermutlich russische Drohne ist in den Luftraum von Moldau eingedrungen und auf einem Acker explodiert. Das unbekannte Fluggerät sei im Gebiet Stefan Voda im äußersten Südosten des Landes zerschellt und habe einen kleinen Brand ausgelöst, teilte die moldauische Polizei auf Telegram mit. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.
Experten untersuchten den Absturzort. Nach Darstellung ukrainischer Medien war eine russische Drohne vom Typ »Banderol« beim Anflug auf den Hafen von Odessa vom Kurs abgekommen und über die Grenze nach Moldau geflogen.
Das russische Militär hat nach eigener Darstellung im Süden der Ukraine zwei Frachtschiffe mit militärischer Ausrüstung angegriffen. Ein Frachter sei im Hafen von Odessa getroffen worden, das zweite Schiff sei in Mykolajiw angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit. Beide Schiffe hätten Waffen und militärische Ausrüstung geladen.
Über das Ausmaß der Schäden wurden bislang keine Angaben gemacht. Die Darstellung konnte nicht unabhängig geprüft werden, die ukrainischen Behörden äußerten sich dazu nicht.
Der russische Oppositionspolitiker Lew Schlosberg ist in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt worden. Schuldig gesprochen wurde er unter anderem wegen angeblicher Verunglimpfung der russischen Streitkräfte: Schlosberg hat sich mehrfach für einen Waffenstillstand im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgesprochen. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie seine Partei mitteilte.
Auch die Partei von Schlosberg, Jabloko, war zuletzt Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Die Berufung gegen das Urteil des obersten Gerichts zum Wahlausschluss der Anti-Kriegs-Partei wurde heute abgewiesen. Der Partei werden unter anderem Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen.
Russland hat in letzter Zeit vermehrt das ukrainische Energieunternehmen Naftogas angegriffen. In der vergangenen Woche seien 13 Firmenstandorte attackiert worden, teilte der Staatskonzern mit. Eine Anlage sei mehrfach getroffen worden, Drohnen und Raketen hätten schwere Schäden angerichtet. Mitarbeiter wurden bei den Angriffen nicht verletzt. Seit Jahresbeginn habe es etwa 300 Angriffe gegeben.
Die von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossene Drohne ist nach Regierungsangaben aus dem benachbarten Belarus in den Luftraum des baltischen Landes eingeflogen. Die Herkunft des unbemannten Flugobjekts sei gegenwärtig aber weiterhin noch unklar, sagte Verteidigungsminister Raivis Melnis im lettischen Fernsehen.
Italienische Eurofighter hatten die Drohne am vergangenen Freitag im Nordosten Lettlands in der Region Balvi rund 20 Kilometer von der gleichnamigen Stadt entfernt zum Absturz gebracht. Das lettische Militär hatte den Absturzort durchsucht und gefährliche Trümmerteile kontrolliert gesprengt. Andere Teile der Drohne werden noch von Experten untersucht, sagte Melnis.
Russland hat eigenen Angaben zufolge zwei weitere Ortschaften in der Ukraine eingenommen. Es handele sich um Nowosoloschyne in der südöstlichen Region Saporischschja und um Andrijiwska Hromada in der Region Donezk, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Nach ukrainischen Angaben sind bei einem russischen Angriff auf ein ziviles Schiff in der südukrainischen Region Odessa vier Besatzungsglieder verletzt worden. Das Schiff fahre unter der Flagge von Togo, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Drei der Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden.
Der Angriff habe Brände ausgelöst, die inzwischen aber gelöscht seien. Angaben zum genauen Ort und dem eingesetzten Waffentyp machte Kiper nicht. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Ziele in der Region.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Astrachan ist Behördenangaben zufolge eine Frau getötet worden. Der Angriff traf eine Industrieanlage, wie der örtliche Gouverneur mitteilte. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Im Westen der Region Saporischschja haben russische Soldaten die Siedlungen Olenokostjantyniwka und Selene besetzt, die nordwestlich der Stadt Huljaipole liegen. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht. Der Vorstoß ermöglichte laut ISW eine versuchte russische Offensive mit gepanzerten Fahrzeugen südlich des Dorfes Wosdwyschiwka.
Ukrainische Kräfte rückten auch östlich der Stadt Slowjansk in der Region Donezk bis zur Siedlung Oserne hin. Zugleich meldeten Behörde vor Ort eine Intensivierung russischer Angriffe mit Gleitbomben auf Städte des sogenannten ukrainischen Festungsgürtels, unter anderem Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka.
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Besuch des Sperrgebiets um Tschernobyl durch Bundesumweltminister Schneider.
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Bei russischen Drohnenangriffen auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih starben mindestens 16 Menschen, 130 wurden verletzt. Ein weiterer Angriff in der Region Mykolajiw forderte vier Todesopfer, darunter drei Kinder.

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein belebtes Einkaufszentrum in Krywyj Rih wurden mindestens 16 Menschen getötet und über 130 verletzt. Die Attacke erfolgte in zwei Wellen, wobei die zweite gezielt Rettungskräfte traf.

Russland intensiviert Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur, während Bundesaußenminister Wadephul Kiew besucht. Parallel dazu gibt es Berichte über Drohnenangriffe in Russland, Luftraumverletzungen in Finnland und ein mutmaßliches russisches Waffendepot bei Berlin.

Der Iran-Konflikt verschärft sich durch US-Wirtschaftssanktionen und militärische Blockaden. Während die USA ihre Präsenz in der Straße von Hormus verstärken, droht Teheran mit Widerstand. Parallel dazu eskaliert die Gewalt im Westjordanland.

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Während eines Solidaritätsbesuchs von Bundesaußenminister Johann Wadephul in Kiew griff Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen an. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt. Zeitgleich meldet die Ukraine weitere Angriffe.