Kryptobranche in der Krise: Clarity-Gesetz gescheitert
Das Scheitern des Clarity-Gesetzes in Washington sorgt für Kursstürze bei Kryptowerten und erhöht den politischen Druck auf die Branche.
Quick Look
- Das Clarity-Gesetz, das Rechtssicherheit für Kryptowährungen schaffen sollte, ist in Washington gescheitert.
- Dies führt zu massiven Kursverlusten bei Coinbase, Circle und Bitcoin, während der politische Widerstand der Demokraten die Branche unter Druck setzt.
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Why It Matters
Das Clarity-Gesetz sollte den rechtlichen Status von Kryptowährungen als Wertpapiere oder Rohstoffe definieren. Es galt als entscheidend für institutionelle Investitionen.
Ein für die Branche wichtiges Gesetz ist gescheitert, die Kurse reagieren deutlich. Nun muss sich der Markt unter erschwerten Bedingungen neu sortieren, warnt Astrid Dörner.
Die Kryptobranche muss einen schweren Rückschlag verkraften. In Washington gibt es auch nach mehreren Anläufen keine Mehrheit für das Clarity-Gesetz.
Das Regelwerk sollte unter anderem klären, welche Kryptowährungen als Wertpapiere und welche als Rohstoffe gelten. Für Investoren galt dies als entscheidende Voraussetzung für Rechtssicherheit und weiteres Wachstum der Branche in den USA, wie Jennifer Lassiter von Standard Chartered im Podcast „Handelsblatt Invest“ erklärte.
Die Reaktion an den Märkten fiel entsprechend heftig aus. Die Aktien der Kryptobörse Coinbase brachen am Dienstag um zehn Prozent ein, der Stablecoin-Anbieter Circle verlor elf Prozent. Der Bitcoin rutschte zeitweise unter 75.000 Dollar, XRP verlor gut zehn Prozent.
Der Trump-Bonus für die Kryptowelt ist damit verpufft. Aus dem einstigen Booster ist eine Bremse geworden. Die Folgen reichen weit über den Kurssturz eines einzelnen Handelstages hinaus.
Bereits während des Wahlkampfs hatte sich Donald Trump als Kryptopräsident inszeniert. Seit seiner Wahl hat er bereits von mehreren lukrativen Deals profitiert. Mehrere Familienmitglieder sind mittlerweile selbst Kryptounternehmer. So kurz vor den Kongresswahlen Anfang November wollen nun aber viele Demokraten nicht ausgerechnet jene Branche mit ihren Stimmen stützen, die dem Präsidenten Milliardengewinne beschert.
Zwar hat Trump bereits kryptofreundliche Regulierer an die Spitzen wichtiger Behörden befördert, die Branchenkennern zufolge Regeln aufstellen werden, die teilweise in dem Gesetz hätten verankert werden sollen – vor allem bei der US-Börsenaufsicht SEC.
Doch diese neuen Regeln könnten von einer neuen Regierung deutlich schneller gekippt werden als ein Gesetz. Das könnte nun weitere Investitionen verlangsamen und die Kurse weiter belasten.
Mit dem Scheitern des Clarity-Gesetzes fehlt den Kryptowerten der wohl wichtigste Kurstreiber. Der Bitcoin notiert derzeit fast 40 Prozent unter seinem Rekordhoch und steckt damit tief im Bärenmarkt. Denn die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) hat viel Geld aus den Kryptomärkten gezogen. Ein neues Gesetz wäre ein starkes Signal gewesen.
Schlimmer noch: Dass sich die Demokraten so deutlich gegen das Gesetz positioniert haben, birgt für die Branche ein neues Risiko. Gewinnen sie im November die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus, könnten sie Untersuchungen gegen Kryptofirmen einleiten, die die Kurse weiter belasten würden.
Die Kammer verfügt über besonders weitreichende Befugnisse. Sie kann Unternehmen vor Ausschüsse laden, die Herausgabe von Dokumenten verlangen und Vorgänge detailliert prüfen. Für die Branche würde der politische Druck in Washington damit deutlich steigen.
Laut Matt Hougan, Investmentchef des Vermögensverwalters Bitwise, hätte die Verabschiedung des Gesetzes große institutionelle Investoren anlocken und damit eine Rally auslösen können. Nun muss sich der Markt neu ordnen. Neue Kurstreiber sind dringend gesucht.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Untersuchungen gegen Kryptofirmen durch Demokraten bei Mehrheit im Repräsentantenhaus.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie reagieren die Märkte auf die Kongresswahlen im November?
- Welche konkreten Regulierungen wird die SEC unter Trump umsetzen?







