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Back„Lauter Tag“ – Schülerkammer ruft zum Unterrichtsprotest auf
„Lauter Tag“ – Schülerkammer ruft zum Unterrichtsprotest auf
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Die Welt27 minutes agoPolitics3 min readGermanyView translation

„Lauter Tag“ – Schülerkammer ruft zum Unterrichtsprotest auf

Schülervertreter befürchten durch Einsparungen im Doppelhaushalt 2027/28 größere Klassen, weniger Förderangebote und Einschnitte bei der Schulbegleitung.

Quick Look

  • Die Hamburger Schülerkammer plant Proteste gegen geplante Sparmaßnahmen im Bildungshaushalt.
  • Schüler fürchten Qualitätsverluste durch größere Klassen, weniger Lehrpersonal und Einschnitte bei der individuellen Schulbegleitung vor den Haushaltsberatungen.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Hamburger Bürgerschaft plant im Doppelhaushalt 2027/28 Einsparungen im Bildungsbereich, darunter die Erhöhung der Basisfrequenzen für Lehrerstellen und Umstrukturierungen bei der Schulbegleitung.

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Im Streit um die geplanten Einsparungen an Hamburgs Schulen ruft die Schülerkammer in den kommenden Wochen zu mehreren Protesten auf. Die Schülervertreter fürchten größere Klassen und Kurse, weniger Wahl- und Förderangebote, Einschnitte im Ganztag und eine schlechtere Unterstützung von Kindern, die auf Schulbegleiter angewiesen sind.

Am 7. Dezember sollen Schülerinnen und Schüler in der ganzen Stadt bei einem „lauten Tag“ dagegen demonstrieren. Mit Musik, Trillerpfeifen, Plakaten und Bannern sollen sie auf den Schulhöfen auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Demonstrationen und Streiks schließt die Schülervertretung als nächsten Schritt nicht aus.

Die Aktion soll möglichst an allen Hamburger Schulen stattfinden, kündigte Mateo Hecht von der Schülerkammer an. Die Schülervertretungen an den einzelnen Schulen sollen entscheiden, wie und zu welcher Zeit sie sich beteiligen. Der Schülerkammer sei bewusst, dass die Kinder und Jugendlichen dafür Unterricht verpassen würden. „Allerdings gibt es Momente, in denen es leider notwendig ist“, sagte Hecht. Wenn die zunächst geplanten Aktionen nicht den gewünschten Erfolg erzielen, könnten weitere Protestformen folgen.

Der Zeitpunkt erhöht den politischen Druck: Nur etwa eine Woche nach dem „lauten Tag“ will die Hamburgische Bürgerschaft über den Doppelhaushalt 2027/28 beraten und ihn beschließen. Mit ihm werden auch einige der von den Schülervertretern kritisierten Einsparungen festgeschrieben.

Zunächst setzt die Schülerkammer noch auf weitere Formen des Protests. Mit einer „Postkartenflut“ sollen Hamburger Schüler ihre Erfahrungen und ihre Kritik an den geplanten Einschnitten auf Postkarten festhalten. Ob geschrieben, gemalt oder gezeichnet, bleibt ihnen überlassen, erklärte Schülerkammervorstandsmitglied Emma Andresen. Die Karten sollen anschließend an politische Entscheidungsträger geschickt werden. Vorlagen und Adresslisten stellt die Schülerkammer im Internet bereit.

Zugleich versucht die Interessenvertretung, mit Senat und Bürgerschaft ins Gespräch zu kommen. Nach Angaben der Schülerkammervorsitzenden Pia Langer wurden unter anderem Bürgermeister Peter Tschentscher, Finanzsenator Andreas Dressel, Schulsenatorin Ksenija Bekeris (alle SPD) sowie die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen angefragt. Mit Bekeris habe es am 4. November bereits ein Gespräch gegeben. Dieses sei konstruktiv verlaufen, Unterschiede in der Bewertung der geplanten Einschnitte bestünden jedoch fort. Tschentscher und Dressel hätten dagegen kein eigenes Gespräch angeboten und auf die Schulbehörde beziehungsweise die Schulsenatorin verwiesen.

Hintergrund des Streits sind mehrere geplante Änderungen im Schulbereich. Besonders umstritten ist die Erhöhung der sogenannten Basisfrequenzen, nach denen die Lehrerausstattung der Schulen berechnet wird. In den Klassen sieben bis zehn der Gymnasien soll der Wert schrittweise von 24 auf 25 Schüler steigen, in den Oberstufen von Gymnasien und Stadtteilschulen von 22 auf 24. Damit stehen den Schulen bei gleicher Schülerzahl rechnerisch weniger Lehrerstunden zur Verfügung.

Schulleitungen und Schülervertreter befürchten deshalb größere Klassen und Kurse, weniger Wahlmöglichkeiten und den Wegfall kleinerer Angebote, etwa bei Fremdsprachen, Naturwissenschaften oder der Förderung. Auch die Vertretungsreserve, mit der Schulen unter anderem Krankheitsausfälle auffangen können, soll sinken, um Geld im Bildungshaushalt zu sparen.

An den 85 schulisch verantworteten Ganztagsgrundschulen (GTS) sollen zudem Lehrerstellen wegfallen: 122 im Schuljahr 2027/28, nach vollständiger Umstellung ein Jahr später insgesamt 247. Betroffen sind Lehrerstunden, die bislang im außerunterrichtlichen Ganztag eingesetzt werden; sie sollen durch günstigere Erzieherstunden ersetzt werden.

Für Streit sorgt auch die Neuorganisation der Schulbegleitung. Begleiter sollen häufiger mehrere Kinder unterstützen, zudem soll vor einer individuellen Begleitung stärker geprüft werden, welche anderen Hilfen bereits zur Verfügung stehen. Kritiker fürchten, dass Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf dadurch nicht mehr ausreichend individuell begleitet werden. Erste Fälle wurden nach den Sommerferien bereits bekannt. Die Schulbehörde weist die Darstellung zurück, die Ansprüche der Schüler würden pauschal gekürzt, und verweist auf steigende Ausgaben für die Schulbegleitung.

Die Schülerkammer fordert Senat und Bürgerschaft auf, die Einschnitte in der geplanten Form nicht zu beschließen. Wie weit sie den Protest nach dem 7. Dezember verschärft, will sie auch davon abhängig machen, wie Politik und Öffentlichkeit auf die Aktionen reagieren. Gewaltfreie Proteste könnten nötig werden, wenn die bisherigen Mittel keinen Erfolg hätten, sagte Hecht: „Wenn in politischen Entscheidungen die Anliegen von über einer Viertelmillion Menschen, von uns Schülerinnen und Schülern, dauerhaft ignoriert bleiben, dann bleibt der Protest eben selten aufs Papier beschränkt.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Lauten Tag am 7. Dezember

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie reagiert die Bürgerschaft auf die Proteste?
  • Werden die Sparpläne modifiziert?

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This article was originally published by Die Welt.

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