Lehrerarbeitszeit in Bremen, VW-Stellenabbau und Merz’ Bierdeckel-Steueridee
Quick Look
- Bremen startet ein Pilotprojekt zur Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften mittels App, wobei bisherige Studien zeigen, dass der Unterricht nur ein Drittel der Arbeitszeit ausmacht.
- Gleichzeitig plant Volkswagen bis 2030 zusätzlich 60.000 Stellen abzubauen, während Friedrich Merz’ alte Steueridee mit drei Steuersätzen und Bierdeckel-Vergleich wieder aufgegriffen wird.
- Zudem geraten Jochen Schweizer und Bushido an einer Bushaltestelle in München in einen Streit.
AI-generated summary
Why It Matters
Bremen testet eine App zur Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften, um Einblick in deren tägliche Belastung zu bekommen. Gleichzeitig steht Volkswagen vor weiteren Stellenabbauplänen aufgrund interner Machtkämpfe und strategischer Fehlentscheidungen. Friedrich Merz’ alte Steueridee mit drei Steuersätzen wird erneut diskutiert, während ein öffentliches Streitgespräch zwischen Jochen Schweizer und Bushido an einer Bushaltestelle in München für Aufmerksamkeit sorgt.
Das Land Bremen hat deshalb ein Pilotprojekt gestartet: Über eine mobile App tragen Lehrkräfte an Grund- und Oberschulen oder Gymnasien ein, wie viel sie arbeiten – und womit sie ihre Zeit verbringen: im Klassenraum? Beim Korrigieren von Arbeiten? Zur Vorbereitung? »Lehrer sind keinesfalls faul«, schreibt mir mein Kollege Florian Gontek, der das Projekt in Bremen verfolgt. »Aber überraschend fand ich, dass bisherige Studien zeigen, dass der eigentliche Unterricht nur ein Drittel der Arbeitszeit ausmacht.« Wahrscheinlich hat sich das sogar noch weiter verschoben, vermutet Florian: »Mal eben eine WhatsApp-Nachricht mit den Eltern, viele neue Erlasse und Datenschutzbestimmungen, der Beruf wird immer anspruchsvoller.« Absolut. Der Stoff schließlich auch. Ein letzter Auszug aus meiner Abizeitung:
Was sagen Sie? Ich hätte doch vor acht Jahren schon auf E-Autos setzen sollen? Viel besser fürs Klima und Benzinpreise oder die Kurbelwelle könnten mir jetzt egal sein? Jaha, danke, Sie haben natürlich recht. Aber warum sollte ausgerechnet ich schlauer sein als die Mobilitätsexperten der Volkswagen AG, des größten Autokonzerns des Landes? Erst die Abgasskandale, dann die verstolperte E-Revolution. Und jetzt bricht in dem Laden die Kurbelwelle: Bis 2030 werden noch einmal 60.000 Stellen gestrichen (zusätzlich zu den 50.000, die schon vereinbart wurden), den Werken in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm droht weiterhin das Auslaufen der Produktion. »Der Vorstand hat praktisch alles bekommen, was er wollte«, analysiert mein Kollege Alexander Demling den erbitterten Machtkampf zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Und seine Diagnose ist vernichtend: »Volkswagen ist aktuell kein gut geführtes Unternehmen, ständige Strategie- und Personalwechsel kosten Milliarden und vertändeln den Vorsprung, den die deutsche Automacht einmal in der Welt hatte.« Ja. Damals. Als ich Sharani gekauft habe. Und VW einen weltweiten Auslieferungsrekord bejubelte.
Dann kam der 16-Tonner.
Lesen Sie hier, wer die wahren Gewinner des Machtkampfes bei VW sind
Ich weiß, momentan schwer vorstellbar, aber es hat ihn gegeben: den Merz-Moment. Eine charmante Idee. Pragmatisch. Und auch noch klug inszeniert. Sie können sich das weder vorstellen noch sich daran erinnern? Liegt wahrscheinlich daran, dass es inzwischen 24 Jahre her ist. Damals kritzelte der Bundeskanzler in spe sieben Zahlen auf einen Bierdeckel. Um zu demonstrieren, wie einfach eine Steuererklärung sein sollte. Sein Vorschlag im Schnelldurchlauf: vier Einkunftsarten statt sieben. Pendlerpauschale streichen. Und nur noch drei Steuersätze: 12, 24 und 36 Prozent. Radikal. Und in etwa so realistisch wie ein Einhorn im Kanzleramt. Aber hey, Merz war jung (zumindest für einen CDU-Politiker), und die Bierdeckelnummer wurde zu seinem Greatest Hit. Das Original liegt inzwischen im Haus der Geschichte. Also der Deckel, nicht Merz.
Der ist inzwischen tatsächlich Kanzler, wird im Wahlkampf seiner eigenen Partei in Sachsen-Anhalt allerdings versteckt , Spitzenkandidat Sven Schulze will es so. Und das mit den charmanten Ideen? Und der klugen Inszenierung? Im SPIEGEL-Interview zitiert Merz dazu den antiken Philosophen Epiktet: »Nicht die Taten bewegen die Menschen, sondern die Worte über die Taten. Ich kann da in der Tat noch besser werden.« Tja.
Was meinen denn Sie? Ist Merz etwas besser geworden? Oder Klingbeil? Oder alle zusammen? Und was ist mit der AfD? Meine Kollegen Philipp Kollenbroich und Rina Wilkin haben ein Fragetool entwickelt, mit dem Sie abstimmen – und sich mit der Mehrheit vergleichen können: Welche Partei ist am besten geeignet, die aktuellen Herausforderungen zu lösen? Und würde sich die AfD in Regierungsverantwortung selbst entzaubern?
Friedrich Merz ist heute Abend übrigens – entspannen Sie sich, Sven Schulze – beim Eröffnungsspiel der Basketball-WM der Frauen. In Berlin. Nicht Sachsen-Anhalt.
Was denken Sie über die Merz-Koalition, was über die AfD? Hier geht es zum Fragetool.
Bullys am Bus: Deutschlands Gutscheinguru Jochen Schweizer, 69, und Schmuserapper Bushido, 47, (»Für immer jung«) sind an einer Bushaltestelle im Münchner Vorort Grünwald, nun ja, aneinandergeraten. Wer genau angefangen hat, ist umstritten, auch ob geschubst wurde oder was genau gesagt wurde. Offenbar gab es zuvor Streit zwischen den minderjährigen Töchtern der beiden. Das mit dem Schlichten hat dann allerdings nicht so geklappt: »Ich glaube, du weißt nicht, wer ich bin«, soll der eine gesagt haben. Der andere darauf: »Es ist mir scheißegal, wer du bist.« Vielleicht sollten die beiden mal zusammen einen Jochen-Schweizer-Gutschein einlösen? Eine romantische Ballonfahrt über den Tegernsee gibt es schon für 519,80 Euro. Aber nicht schubsen!
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Pilotprojekt zur Lehrerarbeitszeit in Bremen wird zu einer landesweiten Ausweitung führen, wenn die Ergebnisse eine signifikante Belastung außerhalb des Unterrichts zeigen.
Likely · Within months
Volkswagen wird weitere Produktionsstandorte in Deutschland schließen oder die Produktion deutlich reduzieren, wenn der Stellenabbau nicht ausreicht, um finanzielle Verluste zu kompensieren.
Possible · Within years
Open Questions
- Wie genau wird die App zur Lehrerarbeitszeit in Bremen funktionieren und welche Daten werden gesammelt?
- Welche konkreten Maßnahmen plant Volkswagen neben dem Stellenabbau, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
- Wie wahrscheinlich ist eine Umsetzung von Merz’ Steueridee mit drei Steuersätzen in der aktuellen politischen Lage?
- Welche rechtlichen Konsequenzen könnten aus dem Streit zwischen Jochen Schweizer und Bushido folgen?





