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Luftfahrt: Elektroflieger: Diese Firma will Deutschlands Regionalflugstrecken wiederbeleben
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Handelsblatt7 minutes agoBusiness3 min readGermanyView translation

Luftfahrt: Elektroflieger: Diese Firma will Deutschlands Regionalflugstrecken wiederbeleben

Das Unternehmen entwickelt den „Microliner“ für neun Personen und plant den Markteintritt für Ende 2027 oder Anfang 2028.

Quick Look

  • Das Münchener Start-up Vaeridion sichert sich über 120 Millionen Euro an Kapital und Fördergeldern.
  • Mit dem Elektroflugzeug „Microliner“ will das Unternehmen den Regionalflugverkehr elektrifizieren und plant die erste Auslieferung für 2030.

AI-generated summary

Why It Matters

Das 2021 gegründete Unternehmen Vaeridion entwickelt einen neunsitzigen Elektroflieger. Die Branche steht vor großen Herausforderungen bei der Zertifizierung und Finanzierung.

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Das Start-up Vaeridion baut einen Elektroflieger für neun Personen. Dafür erhält die Firma aus München jetzt mehr als 120 Millionen Euro Kapital. Fluggäste müssen sich aber noch gedulden.

Berlin. Während E-Autos inzwischen zum Verkehrsbild dazugehören und auch E-Lkws immer häufiger auf den Straßen unterwegs sind, gibt es bisher kaum vollelektrische Flugzeuge. Aktuell fliegen fast alle Flugzeuge noch mit dem fossilen Brennstoff Kerosin und nicht mit Strom.

Das will das Münchener Start-up Vaeridion ändern. „Vaeridion hat die Chance, einen Weltmarktführer zu bauen. Die Frage ist nicht mehr, ob es E-Flieger geben wird, sondern, wer die Kommerzialisierung anführt“, sagt Firmenchef Ivor van Dartel.

Jack Wang vom Berliner Frühphaseninvestor Project A traut Vaeridion eine führende Rolle zu: „Ich glaube, Vaeridion kann eine ähnliche Rolle in der elektrischen Luftfahrt spielen wie BYD bei den Elektroautos.“ Project A hat bereits kurz nach der Firmengründung in Vaeridion investiert.

Auf dem langen Weg zum Elektroflieger ist Vaeridion jetzt einen wichtigen Schritt weitergekommen. Das 2021 gegründete Start-up erhält von Investoren 30 Millionen Euro sowie eine Förderung von 94,5 Millionen Euro von der Europäischen Kommission. Dieses Geld ist für den Aufbau und die Inbetriebnahme einer Endmontageanlage am Flughafen Oberpfaffenhofen bei München vorgesehen.

Es ist teuer und dauert, Elektroflugzeuge am Markt zu etablieren

Wie kostspielig und langwierig es sein kann, Elektroflieger am Markt zu etablieren, zeigen die Schicksale der beiden ehemaligen Flugtaxianbieter Lilium und Volocopter: Die eine Firma ist insolvent, die andere gehört inzwischen einem chinesischen Unternehmen. Von dem Aus von Lilium hat Vaeridion indirekt profitiert. „Unsere Produktions- und Testanlage, die Batteriefabrik in Oberpfaffenhofen, haben wir aus der Lilium-Insolvenz übernommen“, sagt van Dartel.

Auch bei Vaeridion lief in letzter Zeit nicht alles glatt. Das Einwerben von neuem Risikokapital verlief nicht so schnell wie erwartet. „Das Fundraising in dieser Branche ist nicht einfach. Wir bedienen nicht die beiden gefragten Themen KI oder Rüstung“, sagt van Dartel.

Deswegen sei es nicht mehr sicher, ob ein Jungfernflug noch nächstes Jahr erfolge: „Wir peilen den ersten konformen Prototyp für Ende 2027 oder Anfang 2028 an“, sagt er weiter. Mit der neuen Finanzierungsrunde und der Förderung könne Vaeridion jetzt den Markteintritt vorbereiten.

Die Runde wurde von den niederländischen Investoren Shift Invest and Invest-NL angeführt. Des Weiteren beteiligten sich auch die Bestandsinvestoren World Fund, Project A und Vsquared Ventures.

Das Vaeridion-Flugzeug ähnelt Segelflugzeugen

Vaeridion entwickelt ein Elektroflugzeug namens Microliner, das Platz für neun Personen und die Crew hat. Die Maschine ähnelt Segelflugzeugen und verfügt über ein mehrmotoriges Antriebssystem mit einem Propeller.

Der Flieger soll etwa 400 Kilometer fliegen können, was Strecken zwischen Berlin und Bremen oder London und Antwerpen ermöglicht. Werden solche kurzen Distanzen mit herkömmlichem Kerosin zurückgelegt, gelten die Flüge als besonders klimaschädlich.

Die Flugpreise sollen etwa denen eines „ICE-Tickets der ersten Klasse“ entsprechen. „Ein Flug bei uns wird Hunderte nicht Tausende Euro kosten“, sagt der Mitgründer.

Gibt es einen Markt für kleinere Elektroflieger?

Van Dartel verfolgt mit Vaeridion ein Ziel: „Wir wollen die Regionalstrecken in Deutschland wiederbeleben und damit auch die 350 Flugplätze, die es gibt.“

Herbert Mangesius, Partner beim Vaeridion-Investor Vsquared, hält das für möglich: „Große Airlines streichen Regionalstrecken, während Unternehmer eigene Fluggesellschaften gründen, nur damit ihre Regionen erreichbar bleiben.“ Vaeridion habe das Potenzial, zum europäischen Champion der elektrischen Regionalluftfahrt zu werden und Tausende Regionen wieder direkt zu verbinden, sagt er.

Das Marktpotenzial hält van Dartel für groß: „Der Markt für E-Flieger liegt zwischen 50 und 100 Milliarden Euro“, sagt er. Nach Aussage von Investor Mangesius hat Vaeridion bereits Kaufzusagen in Höhe von mehr als 730 Millionen Euro erhalten.

2030 möchte Vaeridion den ersten „Microliner“ ausliefern. Der Empfänger steht bereits jetzt fest. Es ist die Frachtfluggesellschaft ASL aus Lüttich in Belgien.

Zunächst steht aber erst einmal die Zulassung des Batteriesystems an. „Wir arbeiten da sehr gut mit den Behörden zusammen“, sagt van Dartel.

Das sei das Wichtigste, erklärt Wang von Project A. Wenn die Batterien und das Antriebssystem zertifiziert seien, erfordere der Rest des Flugzeugs keinen umfangreichen neuen Zulassungsprozess. Deswegen geht der Investor auch nicht davon aus, dass Vaeridion das Schicksal von Lilium oder Volocopter ereilt.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Erster konformer Prototyp für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant.

    Possible · Within years

  • Auslieferung des ersten Microliners im Jahr 2030.

    Possible · Within years

Open Questions

  • Wann erfolgt die finale Zertifizierung des Batteriesystems?
  • Wie stabil ist die langfristige Finanzierung bis zur Auslieferung 2030?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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