Marktbericht: DAX springt auf Rekordhoch
Der deutsche Leitindex steigt auf ein neues Rekordhoch, während Commerzbank starke Quartalszahlen vorlegt.
Quick Look
- Der DAX steigt auf ein Rekordhoch von 26.646 Punkten, beflügelt durch die US-Wahlergebnisse und robuste deutsche Industriedaten.
- Die Commerzbank meldet zudem einen Rekordgewinn für die ersten neun Monate.
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Why It Matters
Der DAX reagiert auf die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen und aktuelle Konjunkturdaten aus Deutschland.
Der DAX legt im frühen Handel um 0,7 Prozent zu auf und erreicht zeitweise ein neues Rekordhoch bei 26.646 Zählern. Am Mittwoch war der DAX bereits um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte gestiegen.
Die Freude über das Ergebnis der US-Zwischenwahlen ist noch nicht verflogen. Die Frage ist nun, wie es weitergeht. "Die heutige Euphorie verbessert das kurzfristige Marktbild. Die geopolitischen Unsicherheiten und das Risiko kräftiger Rückschläge bleiben jedoch bestehen", meint Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG.
Was könnten konkrete Folgen des Wahlergebnisses sein? Eine alte Börsenweisheit lautet: Politische Börsen haben kurze Beine.
Wie sich das Wahlergebnis konkret auswirken wird, ist nämlich weitgehend unklar: "Die veränderten politischen Kräfteverhältnisse könnten die amerikanische Haushaltspolitik stärker disziplinieren und damit zumindest einen Teil der Sorgen über die ausufernde Staatsverschuldung und langfristig hohe Anleiherenditen entschärfen", kommentiert Andreas Lipkow, Marktbeobachter von CMC Markets.
Die Chancen auf eine Jahresendrally hätten sich für den DAX nun deutlich erhöht. Das Wahlergebnis sende das Signal, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump "nicht grenzenlos durchsetzbar" sei, stellte Dekabank-Experte Joachim Schallmayer fest. Dramatische Kurswechsel seien zwar nicht zu erwarten, doch einzelne Branchen könnten, seiner Einschätzung nach, neue Rahmenbedingungen bekommen.
Unterstützung erhält der Aktienmarkt vor allem von den Rohstoffmärkten. Die Ölpreise geben kräftig nach. Viele Investoren rechnen damit, dass eine friedliche Lösung für den Nahen Osten nun wahrscheinlicher geworden ist. Sinken die Ölpreise dauerhaft, würde das den Inflationsdruck senken. Das würde auch die Gewinnaussichten für viele Unternehmen verbessern, weil die Produktionskosten günstiger werden.
Heute dürften auch aktuelle Konjunkturdaten helfen. Die deutsche Industrie hat im September mehr Bestellungen erhalten und sich damit etwas vom Auftragseinbruch im Vormonat erholt. Das Neugeschäft legte um 4,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.
Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer spricht mit Blick auf die aktuellen Zahlen von einer positiven Überraschung: "Auch ohne die stark schwankenden Großaufträge zogen die Orders im September kräftig an. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufträge den Seitwärtstrend der zurückliegenden anderthalb Jahre verlassen und wieder steigen."
Heute präsentieren zudem wieder viele Unternehmen ihre Bilanzen: Die vor der Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit stehende Commerzbank hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient und ihre Jahresziele bestätigt.
Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro, das Nettoergebnis kletterte um rund 45 Prozent auf 859 Millionen Euro. Beide Werte verfehlten jedoch knapp die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
In den ersten neun Monaten kletterte der Überschuss ebenfalls um mehr als 40 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das ist das beste Ergebnis für diesen Zeitraum in der Konzerngeschichte. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiter einen Rekordgewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Jahresendrally des DAX
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie entwickeln sich die Anleiherenditen langfristig?
- Welche konkreten Branchenregulierungen ändern sich?







