Midterms in den USA: Können die Demokraten wirklich gewinnen?
Am 3. November entscheiden die Wähler über die Machtverhältnisse im US-Kongress; Demokraten und Republikaner kämpfen um die Kontrolle in Senat und Repräsentantenhaus.
Quick Look
- November finden in den USA Kongresswahlen statt.
- Während die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigen wollen, hoffen die Demokraten auf einen Machtwechsel, um die Politik von Präsident Donald Trump stärker kontrollieren zu können.
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Why It Matters
Die Midterm-Wahlen gelten als Stimmungstest für den amtierenden US-Präsidenten. In der Regel geht die Oppositionspartei gestärkt aus diesen Wahlen hervor.
Am 3. November finden in den USA Kongresswahlen statt. Der Kongress hat zwei Kammern: Ein Drittel der Sitze im Senat und das gesamte Repräsentantenhaus werden neu gewählt. Die Midterms gelten als Stimmungstest für den US-Präsidenten, meist geht die Oppositionspartei gestärkt daraus hervor.
Eigentlich haben die Republikaner und US-Präsident Donald Trump beste Voraussetzungen, zumindest im Senat die Mehrheit zu halten. 22 der insgesamt 35 zur Wahl stehenden Sitze sind bislang in republikanischer Hand, nur 13 verteidigen die Demokraten. Dafür haben letztere mehr Chancen, bislang republikanische Sitze zu erobern. Es ist für die Demokraten durchaus möglich, die Mehrheit der Sitze im Senat zu holen, in vielen Staaten führen sie in den Umfragen oder liegen gleichauf mit den Republikanern.
Es wird also bis zum Schluss spannend bleiben, wer künftig das Sagen im Senat hat. Insgesamt gibt es in der Kammer 100 Sitze, je zwei pro Bundesland. Die Senatoren werden auf sechs Jahre gewählt, allerdings nicht alle gleichzeitig: Alle zwei Jahre wird jeweils ein Drittel der Vertreter neu gewählt, außerdem werden zwei vakante Sitze neu besetzt. Deshalb stehen in diesem Jahr insgesamt 65 Sitze nicht zur Wahl.
Im aktuellen Senat haben die Republikaner mit 53 Sitzen die Mehrheit. Sie stehen 45 Demokraten und zwei Unabhängigen gegenüber, die zur demokratischen Fraktion gezählt werden. Um die Kontrolle über den Senat zu erlangen, müssten die Demokraten also mindestens vier Sitze hinzugewinnen. Da im Senat im Falle eines Gleichstands die Stimme des Vizepräsidenten J. D. Vance entscheidet, reichen den Republikanern 50 Sitze für die Mehrheit.
In mehreren Bundesstaaten ist das Rennen noch völlig offen, das zeigen verschiedene Umfragen. Die Seite 270towin, auf die die Süddeutsche Zeitung ihre Analysen stützt, kombiniert Vorhersagen von sieben verschiedenen Prognostikern, unter anderem vom Sender Fox News sowie von den Analyseinstituten Cook Political Report und Inside Elections.
Darunter sind einige Staaten, in denen Trump 2024 noch mit großem Vorsprung gewinnen konnte. Im US-Wahlrecht gibt es kein nationales Gesamtergebnis, auf dessen Basis die Sitze verteilt werden. Jeder Bundesstaat hat eigene Wahlgesetze. Grundsätzlich gilt aber: Wer am Ende in einem Bundesstaat die Mehrheit der Stimmen bekommt, gewinnt den Sitz. Deshalb sind US-Wahlen auch so schwer vorhersagbar, Umfragen müssen in jedem Bundesstaat einzeln ausgeführt werden. Hier sind die Umfragewerte der engsten Rennen zu sehen.
Umfragen sind immer Momentaufnahmen, können schwanken und sind dadurch mit Unsicherheiten behaftet. Die Süddeutsche Zeitung zeigt daher, was jeweils das beste und schlechteste Umfrageergebnis der vergangenen 30 Tage für die beiden führenden Kandidaten war. Überlappt sich der Unsicherheitsbereich der Demokraten und Republikaner, ist unklar, welche der beiden Parteien in der Stimmung vorn liegt.
In Amerika sind Wetten beliebt, auch zu den Wahlen. Auch wenn es sich bei den Wettkursen nicht um Vorhersagen handelt, geben die Entwicklungen doch Einblicke in die Stimmung im Land: Sie zeigen, welchen Wahlausgang die Wettenden selbst für wahrscheinlich halten.
In Bezug auf die Beliebtheit von Präsident Donald Trump gibt es in der Bevölkerung bereits einen deutlichen Stimmungsumschwung. Kurz nach seiner Amtseinführung fand er bei einer Mehrheit noch Zustimmung, inzwischen ist das Bild gekippt. Mittlerweile lehnt eine große Mehrheit Donald Trump als Präsidenten ab.
Gehen nun bei den Wahlen beide Kammern des Kongresses an die Demokraten, könnten diese Trump das Regieren erschweren: Mit ihrer Mehrheit könnten sie versuchen, präsidiale Erlasse mit eigenen Gesetzen aufzuheben.
Die zweite Kammer des Kongresses ist das Repräsentantenhaus, das aus 435 Mitgliedern besteht und alle zwei Jahre neu gewählt wird. Aktuell haben die Republikaner dort die Mehrheit, allerdings hauchdünn: Sie erreichen genau die nötigen 218 Sitze, die Demokraten stellen 214 Vertreter. Außerdem gibt es einen unabhängigen Parlamentarier, zwei Sitze sind vakant.
Gewählt werden die Abgeordneten nach Wahlbezirken, die nach Bevölkerungsgröße zugeschnitten sind. So erhalten Bundesstaaten mit mehr Einwohnern auch mehr Sitze als bevölkerungsärmere Staaten. Die Karte zeigt die Wahlbezirke in gleicher Größe, dünn besiedelte Gebiete erscheinen deshalb kleiner.
In jedem der 435 Wahlbezirke wird jeweils ein Vertreter nach dem relativen Mehrheitswahlrecht gewählt. Die offenen Rennen verteilen sich auf viele verschiedene Bundesstaaten, vor allem im Norden und an der Ostküste.
What to Watch
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Wahl des Kongresses am 3. November
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Open Questions
- Welche Partei wird die Mehrheit im Senat erringen?
- Wie stark wird die Ablehnung gegenüber Trump das Wahlergebnis beeinflussen?





