Nach Hackerangriff auf Berlin: Sensible Daten im Darknet gefunden
Quick Look
- Nach einem Cyberangriff auf die Stadt Berlin sind laut Spiegel-Stichprobe zahlreiche sensible Daten im Darknet aufgetaucht, darunter Gehaltslisten, Ausweiskopien, Unterlagen zur Gefahrenschutz bei der Feuerwehr und über 550 Dateien zur Kanzleramts-Erweiterung.
- Die Hackergruppe Rhysida forderte zwei Millionen Euro Lösegeld, das Berlin ablehnte.
- Regierender Bürgermeister Kai Wegner bestätigte, dass personenbezogene Daten von Beschäftigten, Bürgern und Unternehmen betroffen sein könnten und eine Prüfung läuft.
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Why It Matters
Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wurden laut Spiegel-Stichprobe sensible Daten im Darknet veröffentlicht, darunter Unterlagen der Feuerwehr, Gehaltslisten und Kanzleramtsunterlagen. Die Hackergruppe Rhysida forderte Lösegeld, das nicht gezahlt wurde.
Nach dem Hackerangriff auf die Stadt Berlin sind laut einer Stichprobe des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zahlreiche sensible Daten im Darknet zu finden. Bei einer ersten schnellen Sichtung fand das Magazin laut Mitteilung vom Samstag etwa Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen, Scans von Ausweispapieren, und vertrauliche Personalangelegenheiten wie Vorwürfe zu Dienstvergehen und Disziplinarangelegenheiten.
Auch zahlreiche Bundesbelange seien betroffen – der „Spiegel“ berichtete von mehr als 550 Dateien zur Kanzleramts-Erweiterung, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen etwa des Landeskriminalamts.
Die Hacker, die mit ihrem Cyberangriff zwei Millionen Euro Lösegeld erpressen wollten, haben nach Ablauf der Frist am Freitag rund 1,4 Millionen Daten in drei Paketen zum Download angeboten, versehen mit dem Kommentar „Viel Spaß, Datenjäger“. Berlin weigerte sich, ein Lösegeld zu zahlen.
Die Sicherheitsexpertin Bianca Kastl warnte gegenüber dem „Spiegel“ vor den Missbrauchsmöglichkeiten, vor allem von Daten, die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur beträfen, Informationen zum Katastrophenschutz beinhalteten oder gar militärische Relevanz hätten: „Wenn jemand einen Plan erarbeiten will, wie man Berlin und damit auch der Bundesregierung direkt schaden kann, findet er hier mehr als genügend Anhaltspunkte.“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene „schnellstmöglich zu erreichen“.
„Da sind wir in der Prüfung“
Berlin sei „Opfer einer schweren Straftat geworden“, sagte Wegner. Laut dem rbb veröffentlichte die Hackergruppe Rhysida rund 1,4 Millionen Daten in mehreren Paketen. Darunter könnten laut Senatskanzlei auch personenbezogene Daten von Beschäftigten des Landes Berlin, aber auch von Bürgern sowie Unternehmen sein.
Wegner hatte zunächst erklärt, es gebe keine Hinweise auf den Abfluss sensibler Informationen. Nun sagte er der „Bild“, „der Erkenntnisstand heute“ sei „ein anderer“. Welche Informationen genau abgeflossen sind, konnte Wegner aber noch nicht sagen: „Da sind wir in der Prüfung.“
Auch die Bundesregierung „führte eine intensive Prüfung der eigenen Datensysteme durch“, wie der Sprecher sagte. Diese seien „nach bisherigem Kenntnisstand“ aber nicht betroffen.
AFP/jm
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Es werden weitere Prüfungen der Berliner IT-Sicherheit durchgeführt.
Very likely · Within weeks
Die Bundesregierung wird ihre eigenen Datensysteme intensiv überprüfen.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten personenbezogenen Daten wurden geleakt?
- Wie entstand die Sicherheitslücke in den Berliner Systemen?
- Welche konkreten Schritte werden zur Schadensbegrenzung unternommen?
- Ist die Bundesregierung tatsächlich nicht betroffen, wie behauptet?


