Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf der Dradenau hat erfolgreich sein „First Fire“ absolviert und soll das Kohlekraftwerk Wedel ersetzen.
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Das Kraftwerk Wedel versorgt seit den 1960er-Jahren den Hamburger Westen mit Fernwärme und soll durch den Energiepark Hafen ersetzt werden.
Seit mehr als einem Jahrzehnt steht das Kraftwerk Wedel auf der Abschaltliste. Mehrfach wurde das Ende des alten Kohlemeilers verschoben. Nun ist das endgültige Aus deutlich näher gerückt: Auf der Dradenau im Hamburger Hafen wurde erstmals die Gasturbine des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks gezündet – mit Erfolg.
Mit dem sogenannten „First Fire“ hat das Projekt auf der Dradenau einen wichtigen Schritt erreicht. Nach Angaben der Hamburger Energiewerke wurde die Turbine erstmals kontrolliert mit Brennstoff betrieben. Bis Ende des Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen und Fernwärme in das Hamburger Stadtnetz einspeisen.
Bis das GuD-Kraftwerk Wärme ins Netz gibt, stehen allerdings noch weitere Schritte an. Nach dem Testlauf der Turbine folgen technische Prüfungen, Tests zur Synchronisation mit dem Stromnetz sowie die schrittweise Einbindung in die Energieversorgung. „Das erfolgreiche First Fire ist für uns ein besonderer Moment“, sagte Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke. „Der Testlauf hat gezeigt, dass die Technik wie vorgesehen funktioniert und die Systeme sicher zusammenspielen.“
Die neue Anlage ist die zentrale Komponente des sogenannten Energieparks Hafen auf der Elbinsel Dradenau. Dort sollen künftig verschiedene bislang ungenutzte Wärmequellen zusammengeführt werden. Dazu zählen Wärme aus gereinigtem Abwasser, industrielle Abwärme sowie weitere klimaneutrale Wärmequellen. Nach Angaben der Energiewerke handelt es sich um ein in Deutschland neuartiges Konzept, weil die unterschiedlichen Wärmequellen über ein separates Drittwärmesystem zusammengeführt und für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht werden. Dabei werden die verschiedenen Temperaturniveaus aufeinander abgestimmt und für die Einspeisung in das Wärmenetz vorbereitet, in der Regel aufgeheizt.
Mit dem Projekt sind große Erwartungen verbunden. Das neue Kraftwerk soll das Heizkraftwerk Wedel ersetzen, das seit den 1960er-Jahren einen großen Teil des Hamburger Westens mit Fernwärme versorgt. Der Energiepark Hafen soll ein zentraler Baustein des Kohleausstiegs in der Fernwärmeversorgung werden. Für die neue GuD-Anlage waren zuletzt im Juli Investitionen von 786,8 Millionen Euro genannt. Damit gehört das Projekt zu den größten Vorhaben der Hamburger Wärmewende.
Umweltsenatorin Katharina Fegebank sprach daher von einem „echten Meilenstein für die Energie- und Wärmewende in Hamburg“. Der Energiepark Hafen sei ein zentraler Baustein für den Kohleausstieg und die Ablösung des Heizkraftwerks Wedel. Bis 2030 plant Hamburg in der Fernwärme aus der Kohle auszusteigen.
Dem jetzigen Fortschritt gingen allerdings Rückschläge voraus. Ende September 2025 mussten die Hamburger Energiewerke einräumen, dass sich die Fertigstellung der GuD-Anlage um mehrere Monate verzögern würde. Ursache waren erhebliche Mehrarbeiten bei einem Teil des Rohrleitungssystems. Trotz zusätzlicher Monteure und eines verstärkten Mehrschichtbetriebs ließ sich der Zeitverlust nicht mehr aufholen. Die Energiewerke erklärten damals, dass die Anlage später als geplant fertig werde und die Ablösung des Heizkraftwerks Wedel deshalb erst Ende 2026 vorgesehen sei. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage nach Angaben des Unternehmens zu rund 85 Prozent fertiggestellt, rund 950 Menschen arbeiteten auf der Baustelle.
Im Sommer 2026 meldeten die Energiewerke weitere Fortschritte. Die problematischen Rohrleitungsarbeiten seien abgeschlossen, die Anbindung an das Stromnetz erfolgt und die sogenannte Südleitung zur Verbindung mit dem Hamburger Fernwärmenetz weitgehend fertiggestellt. Anfang Juli wurde der Fertigstellungsgrad mit 95 Prozent angegeben.
Das alte Kohlekraftwerk in Wedel wird dennoch nicht unmittelbar ersetzt. Nach aktuellen Planungen soll es während der gesamten Heizperiode 2026/27 parallel zur neuen Anlage weiterlaufen und deren Betrieb absichern. Erst nach Ende der Heizsaison soll das Kraftwerk in die sogenannte Konservierung gehen. Die endgültige Stilllegung ist nach Angaben der Hamburger Energiewerke ab dem 1. Juli 2027 vorgesehen.
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Inbetriebnahme der Anlage bis Ende 2026
Likely · Within months
Stilllegung des Kraftwerks Wedel zum 1. Juli 2027
Likely · Within months

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