Nettogewinn von 184,5 Millionen: Biontech schreibt wieder schwarze Zahlen
Neunmonatsverlust von 1,17 Milliarden Euro – Gespräche über Rechteübertragung an neues Unternehmen Arife laufen
Quick Look
- BioNTech meldet für das dritte Quartal 2026 einen Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro, nach einem Verlust im Vorjahresquartal.
- Für die ersten neun Monate steht dennoch ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro.
- Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das Unternehmen bis Ende 2026 und wechseln zum neuen Unternehmen Arife in Mainz.
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Why It Matters
BioNTech wurde während der Corona-Pandemie durch seinen COVID-19-Impfstoff bekannt. Das Unternehmen aus Mainz forscht vor allem an Krebstherapien auf mRNA-Basis. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türedi planen den Wechsel zum neuen Unternehmen Arife, ebenfalls in Mainz ansässig.
Der Mainzer Biotechkonzern BioNTech hat im dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben und blickt wieder etwas optimistischer auf das Gesamtjahr. Gleichzeitig wirft der Abgang des Gründerpaares seine Schatten voraus.
Wenige Wochen vor dem angekündigten Abschied der Mitbegründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hat Biontech einen Gewinn für das dritte Quartal gemeldet. Für die ersten neun Monate des Jahres 2026 schlägt bei dem Pharmaunternehmen und Impfstoffhersteller aus Mainz dennoch ein Milliardenverlust zu Buche. Derweil laufen Gespräche dazu, ob Rechte von Biontech in das neue Unternehmen von Sahin und Türeci eingebracht werden.
Das dritte Quartal per Ende September schloss Biontech nach eigenen Angaben mit einem Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro ab – nach einem Verlust von 28,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres kam ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro bei den Mainzern zusammen und damit mehr als im Vorjahreszeitraum mit 831,1 Millionen.
Ein Hauptgrund sind immense Ausgaben für die Forschung und Entwicklung vor allem von Krebstherapien, bei gleichzeitig stark geschrumpftem Geschäft mit Covid-19-Impfstoff. Vor dem Hintergrund muss Biontech an mancher Stelle sparen und kündigte in diesem Jahr auch die baldige Schließung der drei Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen an. In Tübingen soll Ende 2027 Schluss sein, in Marburg Anfang 2028 und in Idar-Oberstein Ende 2028, teilte das Unternehmen Ende September mit. Betroffen sind demnach etwa 1800 Beschäftigte.
Die Erlöse von Biontech lagen im Sommer bei 1,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es mit 1,5 Milliarden zwar mehr gewesen, seinerzeit profitierte Biontech aber auch von Zahlungen des US-Konzerns Bristol Myers Squibb (BMS). Biontech und BMS haben eine gemeinsame globale Entwicklung und Kommerzialisierung für den hoffnungsvollen Wirkstoffkandidaten Pumitamig vereinbart, für den seinerzeit eine Menge Geld von BMS an Biontech floss.
Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal erlaube es, die Umsatzprognose für 2026 im oberen Bereich einzugrenzen, sagte Finanzvorstand Ramón Zapata laut Mitteilung. Biontech geht nun von Erlösen im Gesamtjahr von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro aus, davor lag die Spanne bei 1,6 bis 1,9 Milliarden.
Sahin und Türeci, die beiden zentralen Gesichter des in der Corona-Pandemie bekanntgewordenen Unternehmens, werden Biontech bis spätestens Ende dieses Jahres verlassen und in ein neues Unternehmen wechseln. Das hat den Namen Arife, wird auch in Mainz sitzen und sich der Erforschung und Entwicklung sowie der Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten widmen.
Vor einiger Zeit hieß es, es sei geplant, Rechte und mRNA-Technologien von Biontech in dieses neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug würde Biontech dann eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren bekommen. Laut Biontech ist aber noch nicht klar, ob es eine solche bindende Vereinbarung geben wird. Die Gespräche dazu liefen, hieß es nun, eine Vereinbarung sei für beide Seiten optional.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
BioNTech und Arife schließen eine bindende Vereinbarung über die Übertragung von Rechten und mRNA-Technologien ab.
Possible · Within months
Die drei Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen werden wie angekündigt geschlossen.
Very likely · Within years
Open Questions
- Wird es eine bindende Vereinbarung über die Übertragung von BioNTech-Rechten an Arife geben?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die Standortschließungen auf die betroffenen 1800 Beschäftigten?
- Wie entwickelt sich das COVID-19-Impfstoffgeschäft in den kommenden Quartalen?







