Verkehrssenator Anjes Tjarks eröffnet die 16 Millionen Euro teure Verbindung, die den Elberadweg schließt und neue Wege in Hamburg schafft.
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Die Brücke ist Teil des Rahmenplans Stadteingang Elbbrücken von 2021. Der Elbtower befindet sich seit Oktober 2023 in einem Baustopp.
Es gibt Brücken, die Städte, gar Kontinente verbinden. Brücken, die Flüsse überspannen, Menschen zur Arbeit bringen oder Abkürzungen durch den Alltag schaffen. Und es gibt Brücken, die mehr sind als ein Bauwerk aus Stahl und Beton: Sie rücken Stadtteile zusammen, die lange getrennt waren. Eine solche Brücke wurde am Montag zwischen der Hafencity und Rothenburgsort eröffnet. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) nahm dies zum Anlass, um auf das Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt einzugehen, das „eine Zäsur für Deutschland“ sei. Was daraus folge, sei in vieler Hinsicht unklar. „Aber eine Sache ist relativ klar aus meiner Sicht. Wir werden in diesem Land neue Brücken bauen müssen. Emotionale Brücken, inhaltliche Brücken. Wir werden auch mit Leuten reden müssen, mit denen viele nicht reden wollen. Wir werden uns in ganz vielerlei Hinsicht darüber unterhalten müssen, wie wir unser Land und unsere Stadt zusammenhalten.“
Wenn man an diesem Grundsatz festhalte, baue man nicht nur übertragene, metaphorische Brücken, sondern auch solche, die Menschen tatsächlich verbinden, so der Verkehrssenator weiter. In ihrem Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, in ihrer Freizeit beim Ausflug ins Grüne. Mit der Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder entsteht die erste direkte Verbindung zwischen den Stadtteilen Hafencity und Rothenburgsort, die nicht nur die umliegende Nachbarschaft verändern wird, sondern allen Hamburgern neue Wegebeziehungen eröffnet.
Sie beseitigt einen Umweg, der bislang viele Fußgänger und Radfahrer über die stark frequentierte Billhorner Brückenstraße führte. Künftig verläuft der Weg aus der Hafencity hinter der Haltestelle Elbbrücken entlang, unter der Straße hindurch und anschließend über die neue Querung. Die Brücke schließt damit eine Lücke des Elberadweges und eröffnet erstmals seit 1943 wieder einen fußläufigen Zugang vom südlichen Rothenburgsort zur U- und S-Bahn. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Rothenburgsort, sondern auch auf die Art, wie Tausende Hamburger von Osten her ins Zentrum von Hamburg gelangen – und umgekehrt. Oder hier abbiegen auf die weiterführende Veloroute Richtung Vier- und Marschlande.
Mit einer Länge von 135 und einer Stützweite von 75 Metern zählt die Brücke zu den größten ihrer Art. Realisiert wurde sie im Rahmen des Programms „Stadt und Land“, das durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert wird. 16 Millionen Euro kostet der Bau. 75 Prozent davon übernimmt der Bund. An Ort und Stelle befindet sich das Bauwerk bereits seit fast genau einem Jahr.
Dass es ein Jahr dauerte, bis die Brücke nun endlich eröffnet wird, liegt am Ausbau der angrenzenden Wegeverbindungen, insbesondere zur U- und S-Bahnstation Elbbrücken sowie der Wiederherstellung der Grünflächen auf beiden Seiten. Im Elbpark Entenwerder wird der Weg zwischen der Brücke und dem Alexandrastieg verbreitert, um auf das künftig deutlich erhöhte Fuß- und Radverkehrsaufkommen ausgelegt zu sein. An der Uferzone der Elbbrücken entsteht zudem der neue, rund 1,6 Hektar große „Park Zweibrücken“ mit 70 neuen Bäumen. „Brücken verbinden und darüber entsteht Begegnung. Die Entenwerder Brücke schafft zudem neue Perspektiven“, sagte Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der Billebogen Entwicklungsgesellschaft. So wie vor 25 Jahren die HafenCity entstand, an einer Stelle, wo für viele Hamburger die Stadt aufzuhören schien, werde sich Entenwerder zu einem Ort entwickeln, an dem sich neue Horizonte auftun.
Und so wird an dieser Stelle der Stadt einmal mehr sichtbar, was man sich bisher anhand von Plänen vorstellen musste: Der Rahmenplan Stadteingang Elbbrücken, den der Senat 2021 verabschiedete, zeichnet eine übergreifende Zukunftsperspektive für das rund 80 Hektar umfassende Gebiet, das sich von der nördlichen Veddel über das westliche Rothenburgsort bis ins südliche Hammerbrook erstreckt. Dieser bislang eher raue, unverbundene Stadtraum, der heute die Elbbrücken umgibt, hält noch viele ungenutzte Potenziale bereit. Ausgerechnet die Landmarke dieses neuen Entrées, der Elbtower, ist jedoch alles andere als ein Selbstgänger. Er ist weiterhin eine Bauruine. Seit dem Baustopp im Oktober 2023 wird nicht gebaut. Geplant ist inzwischen nicht mehr das ursprüngliche Maß von 245 Metern, sondern eine reduzierte Höhe von 199 Metern. Zentral für die Rettung des Projekts war bislang die Idee, das geplante Hamburger Naturkundemuseum im Elbtower unterzubringen. Die Verhandlungen stocken jedoch, und so wird auch der geplante Einzug des Museums unsicherer.

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