
AI-generated summary
Friedrich Merz hatte Olaf Scholz zuvor als "Klempner der Macht" kritisiert und dessen Regierung als unfähig bezeichnet. Der Nord-Stream-Prozess gegen Serhij K. bezieht sich auf die Sprengung der Gaspipelines vor vier Jahren, die SPIEGEL als mögliche ukrainische Geheimoperation aufgedeckt hat. In Sachsen-Anhalt kooperieren AfD und BSW zunehmend, während in Berlin die Sondierungsgespräche für eine rot-grün-rote Koalition aufgrund von Streit um die Aufnahme der Israel-Kritikerin Vanessa Emde durch die Linke unterbrochen wurden.
Noch keine drei Jahre ist es her, da nannte Merz Olaf Scholz von dort aus einen »Klempner der Macht« (mehr dazu hier). Dessen Koalition wankte da bereits erheblich, und Merz nahm keine falsche Rücksicht auf Scholz. Es tue ihm ja »herzlich leid«, aber verglichen allein mit den Kanzlern, die dessen »einstmals so stolze Partei« gestellt habe, müsse man doch »spätestens nach dieser Regierungserklärung … zu dem Schluss kommen: Sie können es nicht!« Denn: »Die Schuhe, in denen Sie als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland stehen, sind Ihnen mindestens zwei Schuhnummern zu groß.«
Damals dachten viele, wenn dieser schneidige Analyst der deutschen Missstände erst mal an der Macht ist, dann geht es schnellstens aufwärts mit dem Land. Allen voran dachte das wohl Friedrich Merz. Und heute? Nach bald anderthalb Jahren seiner Regierung muss man sagen: Der aktuelle Klempner der Macht schraubt recht ratlos herum – und es tropft ihm dabei heftig auf die viel zu großen Schuhe.
Heute beginnt vor dem Oberlandesgericht Hamburg der erste Prozess gegen einen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur. Serhij K. wird vorgeworfen, vor vier Jahren der Kopf eines Kommandos gewesen zu sein, das von einem Boot aus zu den Gasröhren am Grund der Ostsee tauchte und sie sprengte. Mein Kollege Fidelius Schmid gehört zu dem Team von SPIEGEL-Investigativreportern, die vor zwei Jahren das Vorgehen der Saboteure enthüllten – und dass es sich bei der Sprengung wohl um eine ukrainische Geheimoperation gehandelt hat (mehr dazu hier ).
In Sachsen-Anhalt müssen wir heute das nächste Kapitel der unguten Allianz von AfD und BSW zur Kenntnis nehmen: Die beiden Parteien wollen im Landtag bei einer extra einberufenen Sondersitzung ihren ersten gemeinsamen Antrag beschließen (mehr dazu hier). Die Politik der gegen Russland gerichteten Sanktionen sowie die Waffenlieferungen und finanziellen Hilfen seien gescheitert, heißt es im Antragsentwurf. Das stimmt zwar offensichtlich nicht – wie man schon an der Tatsache erkennen kann, dass die Ukraine weiterhin als eigenständiger Staat existiert und sich gegen den russischen Angriffskrieg auch dank deutscher Unterstützung behaupten kann – aber man kann es ja mal in einen Antrag schreiben.
Sodann soll sich die Landesregierung im Bundesrat für einen »sofortigen Waffenstillstand und die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit Russland« einsetzen. Die noch amtierende Regierung hat bisher offengelassen, ob sie sich an so eine Aufforderung gebunden sehen würde. Folgen hätte sie ohnehin keine weiteren, denn weder fände sich im Bundesrat eine Mehrheit für dieses Ansinnen, noch sind die Bundesländer für Fragen der Außenpolitik überhaupt zuständig. Und selbst, wenn sie es wären: Wladimir Putin hört ja schon nicht auf die Waffenstillstandswünsche des US-Präsidenten, da wird er sich wohl kaum von Appellen aus Sachsen-Anhalt beeindrucken lassen.
Es handelt sich bei dieser Sondersitzung also um Symbolpolitik, man könnte auch sagen: um Wichtigtuerei ohne Folgen. Aber wer weiß, vielleicht schickt Putin seinen Fans eine Grußbotschaft und einen Stapel Autogrammkarten.
Mehr Hintergründe hier: BSW will mit AfD Ukraine-Antrag verabschieden
…ist die rot-grün-rote Hauptstadtkoalition. Gut, die existiert zwar noch gar nicht. Aber ob sie wohl jemals zustande kommt? Denn kaum haben die drei potenziellen Partnerparteien ihre Sondierungsgespräche aufgenommen, sind diese auch schon wieder unterbrochen: Die Berliner Linke hat die scharfe Israel-Kritikerin Vanessa Emde in ihre Fraktion aufgenommen, obwohl sie nach SPIEGEL-Informationen den Grünen vorher zugesagt hatte, genau das nicht zu tun. Gemeinsam mit der SPD wollen die Grünen jetzt erst noch einmal überprüfen, wie es die Linke mit dem Antisemitismus hält. Alles wieder auf Anfang.
Die ganze Geschichte hier: Die Linke soll den Berliner Grünen Nicht-Aufnahme von Vanessa Emde in die Fraktion zugesagt haben
AI outlook — possibilities, not facts
Der Prozess gegen Serhij K. wird weitere Details über die Nord-Stream-Sprengung ans Licht bringen.
Likely · Within weeks
Der gemeinsame Antrag von AfD und BSW in Sachsen-Anhalt wird beschließen, aber keine politischen Konsequenzen haben.
Very likely · Within days
Die Sondierungsgespräche für eine rot-grün-rote Koalition in Berlin werden weiter stocken, bis die Frage der Aufnahme von Vanessa Emde geklärt ist.
Likely · Within weeks

Green parliamentary group foreign politician Deborah Düring warns that the AfD and BSW are using the Nord Stream process politically to question support for Ukraine and demand compensation. They emphasize that aid to Ukraine is crucial for the security of Germany and Europe and that a stop would only benefit Putin.

The Finance Committee of the Bundestag will vote on Wednesday on an amendment to the law that would gradually increase tobacco taxes. As a result, cigarette prices could rise to an average of 11.78 euros per pack by 2030. Proponents see health and budgetary benefits, while critics warn of the expansion of the black market and social injustice.
Twelve US senators, six Republicans and six Democrats, have called on President Donald Trump to end his controversial diesel deal with Russia, which they call a betrayal of Ukraine and a gift to Putin. They argue that the deal finances war and undermines sanctions.

A US federal judge has ordered further tree removals at a golf course in Washington, D.C. banned until October 26th to stop Trump's plans to renovate the square. The decision follows the felling of around 500 trees and is part of a series of legal challenges against Trump's construction projects in the capital, including a White House ballroom and a triumphal arch.

The black-red coalition has reached an agreement on a two-tier sugar drinks tax that will apply from July 2027. Small producers producing less than one million liters per year are exempt. The tax is expected to bring in around 690 million euros in 2027 and 925 million euros in 2028.

The black-red coalition has settled its dispute over the introduction of a sugar tax and agreed on a formulation aid for the government factions to implement the agreed sugar drinks tax. The regulation is to be decided in the cabinet tomorrow.