News: Umfrage sieht Merz gescheitert, Gedenken an Hamas-Opfer vom 7. Oktober, Galeria-Insolvenz
Quick Look
- Eine SPIEGEL-Umfrage zeigt, dass 67 Prozent der Deutschen Friedrich Merz als gescheiterten Kanzler sehen, in Ostdeutschland sogar 80 Prozent.
- 58 Prozent fordern seinen Rücktritt als Kanzler und Parteichef.
- Die Gründe liegen in seinem gebrochenen Schuldenversprechen, schroffer Rhetorik und fehlender Aufbruchsstimmung.
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Why It Matters
Die Umfrage des Spiegels zeigt ein tiefes Misstrauen gegenüber Friedrich Merz als Kanzler, verstärkt durch sein gebrochenes Schuldenversprechen und seine kommunikative Stil. Gleichzeitig wird der gesellschaftliche Wert des Karstadt-Kaufhauses am Hermannplatz als sozialer Ankerpunkt hervorgehoben.
Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist gescheitert, so sieht es eine große Mehrheit der Deutschen. Der SPIEGEL hat in der vergangenen Woche 2002 Menschen befragen lassen. Das Ergebnis ist repräsentativ für die Wahlberechtigten in Deutschland – und ein weiterer Tiefschlag für den angeschlagenen Kanzler. 67 Prozent halten Merz für gescheitert, in Ostdeutschland sind es sogar 80 Prozent. Dass Merz als Kanzler und Parteichef zurücktreten sollte, meinen 58 Prozent der Deutschen (mehr dazu hier ).
Die Gründe für dieses verheerende Urteil sind wohl vielfältig: Links und rechts eingestellte Wähler hielten ihn von Anfang an für ungeeignet. Viele weitere, die zunächst womöglich Hoffnung in ihn gesetzt hatten, hat Merz mit seinem gebrochenen Schuldenversprechen und mit seiner schroffen Rhetorik verprellt. Der Bundeskanzler verbreitete oft genug keine Aufbruchsstimmung, stattdessen machte er dem Volk Vorwürfe. Auf Kritik reagierte er beleidigt.
Den Zuspruch für die AfD wollte Merz früher mal halbieren, stattdessen gibt es in Sachsen-Anhalt seit gestern einen rechtsextremen Landtagspräsidenten (mehr dazu hier ). Und obwohl ich nie ein Anhänger von Friedrich Merz gewesen bin: Über sein Scheitern kann ich mich nicht freuen.
Heute ist der 7. Oktober, und dieser Tag gehört den Opfern. An anderen Tagen können wir wieder darüber diskutieren, ob es die israelische Regierung versäumt hat, ihre Bevölkerung zu schützen oder ob Benjamin Netanyahu sogar konkrete Warnungen vor dem Angriff ignoriert hat (mehr dazu hier). Und an anderen Tagen werden wir seine in Teilen rechtsextreme Regierung wieder scharf für ihr unmenschliches Vorgehen gegen die Menschen im Gazastreifen kritisieren. Und auch dafür, dass sie die Gewalt von fanatischen Siedlern im Westjordanland gewähren lässt (mehr dazu hier ).
Einer davon war Hersh Goldberg-Polin, 23 Jahre alt, ein Fußballfan und, als er entführt wurde, gerade zu Besuch auf einem Musikfestival. Seine Mutter Rachel leidet jeden Tag unter dem Verlust ihres Sohnes, jetzt hat sie ein Buch über ihren Schmerz geschrieben. Mein Kollege Thore Schröder hat sie getroffen und gefragt, wie sie es schafft, Hass und Rache von sich fernzuhalten. Ihre Antwort hat mich beeindruckt: »Diese Gefühle haben einfach noch nicht an meine Tür geklopft.«
Jetzt will ich hier noch einen Appell loswerden: Die Kaufhauskette Galeria muss unbedingt noch einmal gerettet werden, vierte Insolvenz hin oder her (mehr dazu hier). Das ist keine ganz uneigennützige Forderung: Ich wohne in der Nähe vom Berliner Hermannplatz und dort steht ein Kaufhaus, das auf immer und ewig Karstadt heißen wird, auch wenn der Name längst aus dem Firmennamen verschwunden ist. Und dieses Kaufhaus darf nicht verschwinden.
Denn wo sonst könnte ich bei einem einzigen Einkauf eine Bratpfanne, eine Kochschürze, einen Pfannenwender und dazu noch alle Zutaten für mein Abendessen kaufen, von dem ich morgens noch keine Ahnung hatte, dass ich es jemals kochen würde? Und wo sonst würde ich es erleben, dass mir eine Verkäuferin auf meine vorsichtige Annäherung, ob ich sie etwas fragen dürfe, so erfrischend ehrlich antwortet: »Ick arbeite gerade.«
Ganz im Ernst: Hier am Hermannplatz ist Karstadt mehr als nur ein Kaufhaus. Es ist ein soziales Zentrum, ein Treff- und Ankerpunkt in einer Gegend, die ohne ihn ziemlich aufgeschmissen wäre. Und das ist sicherlich nicht nur hier so.
Mehr Hintergründe hier: »Galeria ist weder bei den Preisen noch beim Sortiment attraktiv«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Friedrich Merz wird als CDU-Parteichef zurücktreten oder bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr kandidieren.
Likely · Within months
Galeria Karstadt wird staatliche Rettungsmaßnahmen erhalten, um eine vierte Insolvenz zu vermeiden.
Possible · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Schritte plant die CDU nach dem Verlust des Vertrauens in Merz?
- Wie wird sich die AfD-Entwicklung in Sachsen-Anhalt auf die bundespolitische Lage auswirken?
- Welche konkreten Rettungspläne gibt es für Galeria Karstadt?
- Wie wird die Situation im Gazastreifen sich kurzfristig entwickeln?



