
Der dänische Pharmakonzern blickt auf dem Kapitalmarkttag weit in die Zukunft. Doch Anleger fordern mehr Details, während US-Wettbewerber Eli Lilly vorbeizieht.
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Novo Nordisk hielt einen mit Spannung erwarteten Kapitalmarkttag in London ab und kündigte neue Medikamente an.
Der Hersteller von Abnehmspritzen und Weltmarktführer für Insulinprodukte blickt weit in die Zukunft. Doch das reicht Anlegern nicht. Ein großer Wettbewerber macht es besser.
Düsseldorf. Wohl über keine europäische Aktie wurde in der vergangenen Woche so viel diskutiert wie über Novo Nordisk. Das signalisieren zumindest einschlägige internationale digitale Aktienforen. Auslöser war der mit Spannung erwartete Kapitalmarkttag des Unternehmens vom vergangenen Montag in London.
Der dänische Pharmakonzern kündigte dort an, bis 2030 mehr als fünf neue Blockbuster auf den Markt bringen zu wollen. Dabei handelt es sich um besonders umsatzstarke Medikamente. Bis 2035 erwartet Novo Nordisk daraus einen Erlös von mehr als 20 Milliarden Euro.
Viel Aufmerksamkeit erzeugten Forschungsdaten zu Cagri-Sema. Das ist ein neues Mittel zum Abnehmen. Der Gewichtsverlust soll höher als mit bisherigen Medikamenten sein. Der US-Zulassungsentscheid wird noch im vierten Quartal dieses Jahres erwartet.
Novo Nordisk will außerdem zusätzliche Wachstumsfelder wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen und Bluterkrankungen erschließen. Das alles sind aber „nur“ Ambitionen, keine konkreten Finanzprognosen.
Vermutlich auch deshalb hat die Aktie in der abgelaufenen Woche weitere rund zehn Prozent an Wert verloren. Anleger hatten sich mehr Details und Umsatzprognosen gewünscht anstelle von weit in die Zukunft gerichteten Ambitionen. Einige Analystenhäuser, darunter Jefferies und Deutsche Bank, haben daraufhin ihre Kursziele gesenkt.
Seit dem Rekordhoch im Sommer 2024 ist die Aktie des einst wertvollsten europäischen Konzerns um 75 Prozent eingebrochen. Novo Nordisk ist mit einem Anteil von rund 50 Prozent Weltmarktführer für Insulinprodukte und sieht sich nach einem Kursboom, der sich um die Abnehmspritzen des Konzerns entwickelt hatte, einem harten Wettbewerb und Preisdruck ausgesetzt.
Erfolgreichster Wettbewerber ist Eli Lilly. Dem amerikanischen Pharmakonzern ist es gelungen, wirkungsvollere Abnehmspritzen zu vermarkten, die im wichtigen US-Markt zum Teil günstiger zu kaufen sind. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen fünf Jahren verfünffacht.
Beide Aktien sind in ihrem jeweiligen 20-Jahre-Durchschnitt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 22 gleich hoch bewertet. Doch aktuell liegen die Bewertungen weit auseinander: Die Novo-Nordisk-Aktie kommt auf ein KGV von nur 11,8. Währenddessen ist Eli Lilly mit einem KGV von 26,3 mehr als doppelt so hoch bewertet.
Ein Grund für den großen Unterschied ist der sehr viel raschere Gewinnanstieg. Dadurch wächst Eli Lilly erfolgreich in seine hohe Bewertung hinein und baut sie damit ab. In diesem Jahr dürfte der Gewinn je Aktie bei Eli Lilly um gut 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Für 2027 prognostizieren Analysten einen Anstieg um weitere 30 Prozent.
Für Novo Nordisk zeichnet sich 2026 dagegen bislang ein Gewinn-Minus von rund fünf Prozent ab, für 2027 rechnen die Fachexperten mit einem minimalen Plus von einem Prozent. Das ist enttäuschend für einen Weltmarktführer aus der Pharmabranche, der jahrzehntelang rasant gewachsen ist.
Analysten bleiben gegenüber den Dänen auch nach dem Kursverfall eher skeptisch. Neun Kauf- stehen 22 Halten-Empfehlungen und fünf Verkaufsurteilen gegenüber. Für Eli Lilly sieht es mit 30 Kauf- und vier Halten-Empfehlungen bei nur einem Verkaufsurteil deutlich besser aus.
AI outlook — possibilities, not facts
US-Zulassungsentscheid für das Abnehm-Mittel Cagri-Sema
Likely · Within months

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