
Schekel und Börsenindex in Tel Aviv nach unklarem Wahlergebnis unter Druck
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Israel befindet sich nach den Angriffen vom 7. Oktober 2023 in einer politisch und wirtschaftlich angespannten Lage. Die Justizreform des Vorjahres war bereits ein zentraler Streitpunkt.
Jerusalem, London. Das Ergebnis der Parlamentswahl in Israel hat am Mittwoch die Finanzmärkte des Landes unter Druck gesetzt. Die Landeswährung, der Schekel, schwächte sich um rund zwei Prozent auf 3,1185 Dollar ab und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit fast 1,5 Jahren zu. Der Leitindex der Börse in Tel Aviv fiel um rund drei Prozent. Auch israelische Staatsanleihen mit langen Laufzeiten gerieten unter Druck.
Nach Auszählung von rund 70 Prozent der Stimmen kommt der rechtsgerichtete Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Hochrechnungen zufolge auf 54 Sitze, während der Oppositionsblock um Gadi Eisenkot 47 Sitze erreicht. Die für eine Regierungsbildung nötige Mehrheit von 61 der 120 Sitze im Parlament wird damit jedoch verfehlt. „Die Finanzmärkte Israels haben ablehnend auf das Ergebnis reagiert“, sagte William Jackson, Chefvolkswirt für Schwellenländer bei Capital Economics. Die nächste Regierung werde wahrscheinlich instabil sein. Sollte es keiner Seite gelingen, eine Regierung zu bilden, würde dies wahrscheinlich zu einer weiteren Wahl führen.
Anleger hatten laut Experten auf einen Sieg der Opposition gehofft. Von einem Regierungswechsel versprachen sie sich eine Verbesserung der Beziehungen zu westlichen Verbündeten, eine Verringerung regionaler Spannungen und ein Ende der umstrittenen Justizreform, die 2023 zu Massenprotesten geführt hatte. Umfragen, die Eisenkot vorn sahen, hatten die Märkte im Vorfeld angetrieben. Das Wahlergebnis hat diese Aufwärtsbewegung nun beendet.
Die israelischen Börsen hatten sich seit den Angriffen der Hamas vom 7. Oktober 2023 trotz Krieg und politischer Unruhen als robust erwiesen. Der Leitindex in Tel Aviv legte in diesem Zeitraum um mehr als 130 Prozent zu und übertraf damit den Anstieg an der Wall Street von rund 80 Prozent deutlich. Der Schekel wertete um rund 25 Prozent auf und zählte damit zu den weltweit stärksten Währungen. Die Aussicht auf eine schwierige Regierungsbildung könnte nun für Unsicherheit sorgen, sagte Daniel Bergvall, Prognosechef bei SEB.
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Mögliche Neuwahlen bei Scheitern der Regierungsbildung
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