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Partei in der Krise: CDU-Führung berät über Konsequenzen aus Wahl-Debakel
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Partei in der Krise: CDU-Führung berät über Konsequenzen aus Wahl-Debakel

Quick Look

  • Die CDU trifft sich zu einer Führungsklausur, um auf die schweren Wahlniederlagen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin zu reagieren.
  • Kanzlerkandidat Friedrich Merz steht unter Druck, während die Partei über inhaltliche Konsequenzen, die strategische Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit SPD und Linken diskutiert.

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Why It Matters

Die CDU erlitt bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin schwere Niederlagen, darunter erstmals der Einzug in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern verpasst wurde. Die Partei liegt in Bundessumfragen unter 20 Prozent, deutlich unter dem Wahlergebnis von 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.

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Berlin. Drei verlorene Landtagswahlen, Umfragewerte unter 20 Prozent und ein deutlich angeschlagener Kanzler und Parteichef Friedrich Merz: Die CDU sucht am Sonntag und Montag bei einer Führungsklausur (Beginn 13.00 Uhr) nach Wegen aus einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Das Treffen des Parteipräsidiums mit seinen etwa 25 Mitgliedern war angesetzt worden, nachdem die CDU Ende September in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landtag geflogen war.

In der Aussprache soll es darum gehen, wie man konkret auf die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung reagieren kann. Aber auch die langfristige strategische Ausrichtung wird Thema sein.

"Es ist ein Desaster." Mit diesen Worten kommentierte Merz am Abend des 20. September bereits kurz nach 18 Uhr das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern - als noch gar nicht klar war, dass die CDU erstmals bei einer Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde. In Berlin wurde sie am selben Abend von der Linken von Platz eins verdrängt, die jetzt versucht eine Regierung mit SPD und Grünen zu bilden.

Auch auf Bundesebene ist die CDU in nie geahnte Tiefen abgesackt. In mehreren Umfragen liegt sie 17 Monate nach Vereidigung der schwarz-roten Bundesregierung unter 20 Prozent - im Vergleich zu 28,5 Prozent bei der Wahl Anfang 2025.

Es wird bei der Klausur zunächst einmal eine lange Aussprache geben – vor allem über inhaltliche Konsequenzen aus den Wahlen. Bleibt es bei dem straffen Reformkurs, etwa bei Rente, Pflege und Gesundheit? Und was ist darüber hinaus nötig?

"Wir müssen uns um all die Themen kümmern, die für die ganz normalen Leute wichtig sind: Lebenshaltungskosten, Sicherheit, Migration, Arbeitsplätze", sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein vor der Klausur der "Welt am Sonntag". Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt forderte ganz konkret eine Senkung der Lebenshaltungskosten: "Wir müssen darüber reden, wie für die Menschen das Leben wieder bezahlbar wird."

Es dürfte aber auch um grundsätzlichere Fragen für die Union gehen. Muss die CDU konservativer werden, um Wähler zurückzugewinnen? Oder umgekehrt?Und wie geht es mit der Brandmauer zur AfD und zur Linken weiter?

Die Nachwehen der Wahlen in Sachsen-Anhalt und in Berlin werden zu einer immer größeren Belastung für die schwarz-rote Koalition. Auch das dürfte bei der Klausur eine Rolle spielen. Die SPD verdächtigt CDU-Abgeordnete, in Sachsen-Anhalt den AfD-Landtagspräsidenten mitgewählt und damit ein Tabu gebrochen zu haben.

Die Union warnt die SPD im Gegenzug vor einer Zusammenarbeit mit der von ihr als extremistisch angesehenen Linken in Berlin. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur im Kanzleramt und Merz-Vertrauter, sieht die Sondierungen in Berlin als direkte Belastungsprobe für die Koalition. "Wenn die SPD-Parteivorsitzenden ein Linksbündnis in Berlin nicht sofort und eindeutig unterbinden, dann wäre das ein Misstrauensvotum gegen unsere Koalition", sagte er der "Bild".

Am meisten Unterstützung wird Merz möglicherweise von einem bekommen, der gar nicht Mitglied in der CDU ist: Zum Abendessen ist Ex-Bundespräsident Joachim Gauck als Gast eingeladen. Der stellte sich kürzlich im "Spiegel"-Spitzengespräch Rücktrittsforderungen an Merz vehement entgegen. "Wenn er das jetzt machen wollte, dann wäre er ja ein politischer Volltrottel", sagte der 86-Jährige. "Das wäre wirklich total schädlich. Weil da ein Restvertrauen, ganz besonders bei denen, die ihn gewählt haben, schwer leiden würde, noch mehr minimiert würde."

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die CDU wird auf der Klausur über eine Anpassung ihres politischen Kurses entscheiden, um verlorenes Wählervertrauen zurückzugewinnen.

    Likely · Within days

  • Die Spannungen zwischen CDU und SPD hinsichtlich der Regierungsbildung in Berlin werden voraussichtlich weiter zunehmen.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wird die CDU ihren aktuellen Reformkurs beibehalten oder ändern?
  • Wie wird die Zusammenarbeit mit der SPD und der Linken in Berlin aussehen?
  • Welche konkreten Maßnahmen werden zur Senkung der Lebenshaltungskosten ergriffen?
  • Wie wird die CDU mit dem Aufstieg der AfD und der Linken umgehen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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