
Trotz iranischer Angriffe normalisieren sich die Ölexporte. Kapitäne erhalten sechsstellige Gehälter, während einfache Crewmitglieder laut Gewerkschaften teils unter Druck gesetzt werden.
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Der Iran blockiert die Straße von Hormus seit Monaten, wodurch Tanker gefährlichen Bedingungen ausgesetzt sind.
Der Iran attackiert Schiffe in der Straße von Hormus. Wer für die Durchfahrt sein Leben riskiert, wird üppig entlohnt. Zumindest Kapitäne. Crewmitglieder nehmen die Gefahr offenbar nicht immer freiwillig auf sich.
Die Ölexporte aus dem Nahen Osten haben sich normalisiert, Ende September war sogar das Vorkriegsniveau erreicht. Die Transporte durch die Straße von Hormus haben in den vergangenen Wochen wieder zugenommen, allerdings zu einem extrem hohen Preis. Denn auch die iranischen Angriffe auf Tanker haben wieder zugnommen. Allein in den ersten sechs Oktobertagen wurden halb so viele Attacken wie im ganzen September im gesamten Persischen Golf gezählt. Die Reedereien, die ihre Schiffe trotz des hohen Risikos durch die Meerenge schicken, müssen gewaltige Aufschläge bezahlen; nicht nur für Versicherungen, sondern auch bei den Gehältern.
Unter Seeleuten werden diejenigen, die sich dieser Gefahr aussetzen, fast wie Söldner betrachtet, wie die "Financial Times" (FT) berichtet. Öltanker-Kapitäne, die die Straße von Hormus durchfahren, erhalten demnach Monatsgehälter von umgerechnet rund 100.000 Dollar - plus 50.000 Dollar Bonus pro Fahrt. Im daran anschließenden Golf von Oman haben sich die üblichen Gehälter von 15.000 Dollar dem Bericht zufolge verdoppelt; auch für Matrosen, deren Löhne normalerweise bei 1500 Dollar beginnen.
Die hohen Gehälter werden möglich durch die explodierten Frachtraten. 1,3 Millionen Dollar werden für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus laut FT inzwischen geboten - pro Tag. Im vergangenen Jahr waren es demnach noch 20.000 bis 50.000 Dollar am Tag. Die Einfahrt in den Persischen Golf, das Beladen und die Rückfahrt dauerten in der Regel etwa vier Tage. Im Golf von Oman warten andere Tanker, die die wertvolle Fracht weitertransportieren.
Nach Angaben einer indischen Gewerkschaft überzeugen Reeder die Besatzungsmitglieder demnach allerdings nicht nur mit Geld. Wer nicht freiwillig mitzieht, werde in manchen Fällen unter Druck gesetzt, indem mit dem Jobverlust droht werde - wobei die Kosten für die Rückführung selbst zu tragen wären. Mindestens 24 Matrosen wurden seit Beginn des Iran-Kriegs getötet, mindestens 93 Schiffe getroffen, wie es unter Berufung auf die International Maritime Organization weiter heißt.
Der Iran blockiert die Meerenge, die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breit ist, seit Monaten. Schiffe fahren mit ausgeschaltetem Transponder, um nicht auf dem Radar des iranischen Militärs aufzutauchen. Die USA und ihre regionalen Partner beanspruchen ihrerseits, die Straße von Hormus zu kontrollieren. Öltanker durchfahren die Meerenge zum Teil mit Geleitschutz der US-Marine.

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