Zum Tag der Deutschen Einheit mahnen prominente Politiker mehr Zusammenhalt an. Sie warnen vor gesellschaftlicher Spaltung durch Extremismus und Internet.
Am Tag der Deutschen Einheit fordern Politiker wie Bodo Ramelow und Elisabeth Kaiser mehr Zusammenhalt, warnen vor Spaltung durch das Internet und betonen verbleibende Ost-West-Unterschiede.
AI-generated summary
Am Tag der Deutschen Einheit Ă€uĂern sich traditionell deutsche Politiker zu gesellschaftlichen und politischen Themen.
Am Tag der Deutschen Einheit haben zahlreiche prominente Politiker mehr Zusammenhalt angesichts von zunehmendem Extremismus und Emotionalisierung im Internet gefordert. So warnte unter anderem BundestagsvizeprĂ€sident Bodo Ramelow in einer Predigt im Berliner Dom vor gesellschaftlicher Spaltung, die durch Internet und âasoziale Netzwerkeâ verstĂ€rkt werde.
Nach der Wiedervereinigung gebe es weiterhin reale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, sagte der Linken-Politiker. âBis heute sind die LebensverhĂ€ltnisse in Ost und West nicht gleich. BeschĂ€ftigte in Ostdeutschland haben im Schnitt 17 Prozent weniger Bruttoeinkommen als in Westdeutschlandâ, erlĂ€uterte er.
Zugleich aber versuchten unter anderem Plattformen, âdie im Besitz von MultimilliardĂ€ren sind, die der AfD zum Wahlsieg gratulierenâ, tiefes Misstrauen in die Politik, in Parteien, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Presse und die demokratischen Institutionen unseres Landes zu sĂ€en.
Deshalb rief Ramelow zu mehr VerstĂ€ndnis und zum Teilen auf. Die Erde könne die Menschen doppelt ernĂ€hren, die Ressourcen seien nur sehr ungleich verteilt, sagte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript am Samstag bei einem Festgottesdienst im Berliner Dom. Die extreme Rechte schĂŒre VerlustĂ€ngste. Diese lieĂen sich nur bekĂ€mpfen, wenn gezeigt werde, dass genug fĂŒr alle da ist und die Politik praktische Lösungen liefert.
âWir mĂŒssen uns auf die Probleme konzentrieren, die uns als Gesellschaft bevorstehen und weniger angesichts der Stimmenergebnisse fĂŒr die extreme Rechte hyperventilieren und um uns selbst kreisenâ, mahnte der frĂŒhere thĂŒringische MinisterprĂ€sident. Es gehe etwa um die sozial-ökologische Transformation, ArbeitsplĂ€tze im KI-Zeitalter, Bildung, die enorme Ungleichheit, gute Arbeit mit flĂ€chendeckender Tarifbindung, Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, bezahlbares Leben und verlĂ€ssliche Pflege.
âEs gibt so viele Politikfelder, in denen Lösungen statt Destruktion und Panikmache gefragt sindâ, sagte Ramelow. Wo Menschen aufeinander zugingen, entstĂŒnden RĂ€ume des Miteinanders. âGerade unsere Gemeinden, unsere Kirchen können solche RĂ€ume sein.â Die Politik mĂŒsse allerdings praktische Lösungen liefern, die spĂŒrbar seien fĂŒr die Menschen.
âKluge Frau aus Ostdeutschlandâ als BundesprĂ€sidentin
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, sieht Ostdeutsche in FĂŒhrungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch immer nicht ausreichend vertreten. Sie finde, die Zeit sei reif fĂŒr ein ostdeutsches Staatsoberhaupt, sagte die SPD-Politikerin der âNeuen OsnabrĂŒcker Zeitungâ.
Warum sollte die nĂ€chste BundesprĂ€sidentin nicht eine âkluge Frau aus Ostdeutschlandâ sein, fragte Kaiser. Von 2012 bis 2017 war der aus Rostock stammende Joachim Gauck der elfte BundesprĂ€sident der Bundesrepublik. Zu DDR-Zeiten war Gauck evangelisch-lutherischer Pastor.
Die Ostbeauftragte erinnerte daran, dass die Wiedervereinigung fĂŒr viele Menschen eine Zeit biografischer UmbrĂŒche und existenzieller Sorgen gewesen sei. Diese Erfahrungen prĂ€gten die Ostdeutschen bis heute. Seither sei jedoch viel erreicht worden. Ostdeutschland sei heute eine wirtschaftliche Innovationsregion, ein wichtiger Wissenschaftsstandort und die BrĂŒcke in das östliche Europa.
Der frĂŒhere BundestagsprĂ€sident Wolfgang Thierse warb fĂŒr mehr Zusammenhalt und Toleranz. Der SPD-Politiker verglich die Situation von Ost- und Westdeutschen mit einer Ehe. Niemand wolle die Scheidung, sagte er im Deutschlandfunk. Allerdings gehörten zu einer ordentlichen Ehe auch Krisen und Auseinandersetzungen. Thierse appellierte an die BĂŒrger, Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern zu respektieren. Wenn die Ungleichheiten zwischen Sachsen und Rheinland-Pfalz Ă€hnlich seien wie zwischen Nord und SĂŒd, dann habe man eine gewisse Art von NormalitĂ€t.
In the current Insa Sunday trend, the AfD reached a new high of 30 percent, while the Union slipped to 18 percent. The SPD and Greens are at 14 percent, the FDP and BSW miss the five percent hurdle.
Green politician Michael Kellner criticizes the G7 decision to release oil reserves to reduce fuel prices. He sees this as an election campaign maneuver by US President Trump and calls for a fundamental realignment of German energy policy.

In Bremen, Federal President Steinmeier warned against political demagoguery and extremism. On German Unity Day, he emphasizes the threat to social unity. Accompanying celebrations and an Antifa demonstration took place.

In the Brazilian presidential election, 80-year-old Luiz InĂĄcio Lula da Silva is running against FlĂĄvio Bolsonaro, who is running as a deputy for his imprisoned father Jair Bolsonaro. Polls currently see the leftist Lula narrowly in the lead.
On German Unity Day, Federal President Frank-Walter Steinmeier warns against the destabilization of democracy by populist parties. He calls for a determined fight against extremism and a professional government policy.

Berlin is often perceived as dysfunctional, but economic data and S-Bahn punctuality partially refute this. As the city grows economically, deep-rooted residents' gripes and a complex political history shape the picture.