Reaktionen auf Tod Aiwangers: Söder spricht von "absoluter Tragödie"
Bayerns Politiker und Freie-Wähler-Chef tot in Berliner Hotelzimmer aufgefunden
Quick Look
- Hubert Aiwanger, bayerischer Vize-Ministerpräsident, Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler, ist im Alter von 55 Jahren gestorben.
- Er wurde leblos in einem Berliner Hotelzimmer aufgefunden.
- Politiker aller Parteien reagierten bestürzt.
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Why It Matters
Hubert Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident von Bayern sowie Parteichef der Freien Wähler. 2023 überstand er eine Krise um ein antisemitisches Flugblatt aus seiner Schulzeit und erzielte bei der Landtagswahl ein Rekordergebnis von 15,8 Prozent für seine Partei.
Wir sind alle zutiefst geschockt": Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Chef hat bestürzt und fassungslos auf den plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger reagiert. Er schrieb auf X von einer "absoluten Tragödie".
Aiwanger sei mitten aus dem Leben gerissen worden, schrieb Landtagspräsidentin Ilse Aigner auf X. "Ein großer Verlust für Bayern." Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, äußerte sich auf X in einer ersten Reaktion ebenfalls betroffen: "Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden."
"Bayern wird ohne ihn ein anderes sein"
Die Freien Wähler Bayern betonten, Aiwanger habe maßgeblich dazu beigetragen, dass aus einer kommunal verwurzelten politischen Kraft eine feste Größe in der bayerischen Landespolitik geworden sei. "Wir Freie Wähler in Bayern werden seine Überzeugung für eine sachorientierte Politik, die ausschließlich den Menschen dient, mit voller Kraft weiterleben und dafür eng zusammenstehen", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Armin Kroder. Fraktionschef Florian Streibl sagte: "Bayern wird ohne ihn ein anderes sein."
Ein "streitbarer Politiker"
Doch nicht nur in der bayerischen Landespolitik, wo Aiwanger als Parteichef der Freien Wähler, Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister gewirkt hat, ist die Bestürzung groß.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Aiwanger als "streitbaren Politiker, für den seine bayerische Heimat immer im Mittelpunkt stand". Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) bezeichnete diesen als "streitbaren Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte".
Seit 2018 Koalitionspartner der Söder-CSU
Streitbar war Aiwanger in der Tat. Er war streitlustig, aber auch umstritten. Er war ein Vollblutpolitiker und erlangte - auch mit seinem besonderen niederbayerischen Dialekt - auch bundesweit Bekanntheit.
2008 war Aiwanger mit seinen Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Eine Zäsur war der Spätsommer 2023. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Bayern hatte ihn ein antisemitisches Flugblatt aus lang vergangenen Tagen eingeholt, das in seiner Schulzeit bei ihm gefunden worden war. Die Regierungskoalition mit der CSU stand am Rand des Scheiterns, Aiwanger drohte der Rausschmiss - und doch feierte er bei der Wahl wenige Wochen später ein neues Rekordergebnis von 15,8 Prozent für die Freien Wähler.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Nachricht vom Tod des 55-Jährigen kam völlig überraschend am Mittwochabend. Aiwanger war leblos in einem Berliner Hotelzimmer gefunden worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hatte er sich nachmittags aus gesundheitlichen Gründen bei einem wichtigen Parteitermin vertreten lassen und war später nicht mehr erreichbar.
Laut Staatsanwaltschaft wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um "die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen".
Freie Wähler brauchen neuen Chef
Die Freien Wähler, deren politische gewichtigste Stimme und Galionsfigur Aiwanger war, brauchen nun einen neuen Landes- und Bundesvorsitzenden. Als Landeschef war Aiwanger erst vor einem Jahr wiedergewählt worden - als Bundesvorsitzender wollte er sich eigentlich übernächstes Wochenende erneut im Amt bestätigen lassen. "Die Freien Wähler Bayern werden ihre Arbeit im Sinne von Hubert Aiwanger weiterführen", teilte die Partei in der Nacht mit. Ob der Termin für den Bundesparteitag am 14. November nun bestehen bleibt, ist unklar.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Freien Wähler wählen einen neuen Landes- und Bundesvorsitzenden.
Very likely · Within weeks
Die Staatsanwaltschaft klärt die Todesursache durch ein Todesermittlungsverfahren.
Very likely · Within days
Open Questions
- Was war die genaue Todesursache von Hubert Aiwanger?
- Wird der Bundesparteitag der Freien Wähler am 14. November stattfinden?
- Wer wird neuer Landes- und Bundesvorsitzender der Freien Wähler?





