Referendum in Island: Knappes Rennen bei EU-Beitrittsgesprächen
Erste Teilergebnisse zeigen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Abstimmung über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen.
Quick Look
- Beim isländischen Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen führen die Befürworter nach ersten Teilergebnissen mit 51,4 Prozent.
- Ein endgültiges Resultat wird für Sonntag erwartet.
- Die Debatte dreht sich vor allem um Inflation, Zinsen und Fischereirechte.
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Why It Matters
Island debattiert über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen, um wirtschaftliche Probleme wie hohe Inflation und Zinsen zu adressieren. Kritiker fürchten den Verlust der Souveränität über Fischereirechte.
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen liegt das Lager der Befürworter nach ersten Teilergebnissen knapp vorn. Demnach stimmten 51,4 Prozent für den Vorschlag der Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und 48,6 Prozent dagegen, wie die Zeitung „Morgunblaðið“ meldete. Demnach wurden rund 116.000 Stimmen ausgezählt von insgesamt 270.000 Wahlberechtigten. Ein verlässliches Ergebnis werde jedoch erst für Sonntagmittag erwartet, teilte die Wahlleitung mit. Umfragen hatten zuletzt auf ein knappes Rennen hingedeutet.
Ein „Ja“ würde Gespräche mit Brüssel ermöglichen. Über einen tatsächlichen EU-Beitritt müsste Island zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Referendum entscheiden. Befürworter der Gespräche argumentieren, eine Mitgliedschaft könne die hohen Zinsen im Land senken und angesichts des Krieges in der Ukraine mehr Sicherheit bieten.
Gegner befürchten hingegen einen Verlust der Souveränität und der Kontrolle über die für das Land wichtigen Fischereigewässer. „Dies ist ein großer Tag, wir haben jahrelang auf diese Abstimmung gewartet“, sagte Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir am Samstag. Ihre Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen.
Islang kämpft mit hoher Inflation und Zinsen
Die Debatten in Island konzentrierten sich weniger auf Sicherheitsfragen als auf die hohen Zinsen, die Fischereirechte und die Lebenshaltungskosten. Das Land kämpft mit hartnäckig hoher Inflation und Zinsen, die Hypotheken teuer machen. Der Leitzins der isländischen Zentralbank liegt bei 8 Prozent, während der der Europäischen Zentralbank (EZB) 2,25 Prozent beträgt. Oppositionsführerin Gudrun Hafsteinsdottir, die die „Nein“-Kampagne anführte, argumentierte jedoch: „Das sind keine Probleme, die Brüssel für uns lösen wird, sondern Aufgaben, die isländische Politiker lösen müssen.“
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Veröffentlichung des endgültigen Wahlergebnisses am Sonntagmittag.
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