Reiner Haseloff kritisiert Bundespolitik nach AfD-Wahlerfolg
Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt äußert sich zur politischen Lage und seinem Verbleib im Bundesland
Quick Look
- Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, kritisiert die Bundespolitik für den Erfolg der AfD.
- Trotz früherer Überlegungen, bei einem AfD-Wahlsieg das Bundesland zu verlassen, plant der 72-Jährige nun, in Wittenberg zu bleiben.
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Why It Matters
Reiner Haseloff war 15 Jahre lang Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Er hatte zuvor angekündigt, bei einem AfD-Wahlsieg einen Umzug in ein anderes Bundesland in Erwägung zu ziehen.
Der langjährige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), kritisiert ein Mitverschulden der Bundespolitik am Erfolg der AfD bei der Landtagswahl. „Im Grunde ist da ein Suizid politischer Art am Laufen“, sagte Haseloff im Gespräch mit der „Zeit“ über die Bundesregierungen der letzten Jahre. „Die Art, wie wir Politik machen, muss eine andere werden“, sagte Haseloff, der 2025 sein Amt an Sven Schulze (CDU) übergeben hatte. „Der Kontakt zu ganzen Bevölkerungsgruppen wurde verloren.“
Mit 15 Amtsjahren war er bei seinem Abtreten dienstältester Ministerpräsident in Deutschland. „Man muss zur Kenntnis nehmen, dass Deutschland sich in weiten Teilen zum Nachteil verändert hat“, stellte der 72-Jährige fest. „Der eigentliche Staat ist das Volk, der Souverän, und der sagt: Das lassen wir euch nicht durchgehen.“
Der einstige Ministerpräsident betonte zudem, trotz der jüngsten Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt bleiben zu wollen. Im Sommer 2025 hatte er angekündigt, im Falle eines AfD‑Wahlsieges über einen Wegzug in ein anderes Bundesland nachdenken zu wollen. Er begründete das mit einer dann „unerträglichen Atmosphäre“.
Von diesem Vorhaben nimmt Haseloff nun Abstand. „Von der Post da vorne sind es noch 500 Meter bis zu meiner Grabstelle, die habe ich schon gekauft“, erzählte er im „Zeit“-Gespräch, das im „Hotel Luther“ in seiner Heimatstadt Wittenberg stattfand. „Und ich werde nicht woanders noch mal eine Grabstelle eröffnen.“
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