
Bundespräsident Steinmeier warnt bei Festakt vor Kulturkampf und nationalistischer Engstirnigkeit
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Reinhold Würth hat über Jahrzehnte eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Europas aufgebaut. Die Kunsthalle in Schwäbisch Hall wurde nach dreijähriger Bauzeit um 600 Quadratmeter erweitert.
Schwäbisch Hall. Die kleine väterliche Schraubenhandlung hat Reinhold Würth in einen Weltkonzern mit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz verwandelt. Doch der 91-Jährige ist nicht nur Unternehmer, sondern auch leidenschaftlicher Kunstsammler. Wenn er ein Museum eröffnet, versammelt sich die Prominenz.
Dass dafür schon eine Renovierung mit Erweiterung reicht, zeigte sich am Dienstag in Schwäbisch Hall: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Cem Özdemir und 600 geladene Gäste gaben ihm beim Festakt in der St.-Katharina-Kirche die Ehre.
Die Investition von 25 Millionen Euro in Schwäbisch Hall nimmt sich für Würths Verhältnisse fast bescheiden aus. Sie ist allerdings nur eine von vielen. An 14 Standorten weltweit unterhält Würth Museen, in denen Besucher seine Kunst kostenlos sehen können.
Über die Jahrzehnte hat der Unternehmer mehr als 21.000 Kunstwerke vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart zusammengetragen, darunter süddeutsche Renaissanceporträts und Objekte von höfischem Glanz. Hinzu kommen ganze Werkblöcke von Anselm Kiefer, Max Ernst, Christo und Jeanne-Claude sowie David Hockney. Die Sammlung zählt zu den aktivsten privaten Kunstsammlungen Europas.
Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren haben mehr als fünf Millionen Menschen die Kunsthalle in Schwäbisch Hall besucht. Nach dreijähriger Erweiterungs- und Umbauphase präsentiert sich das Haus nun erstmals in seiner neuen Form. Das Büro Henning Larsen Architects aus Kopenhagen hat die Kunsthalle um rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert, sodass sie insgesamt rund 3200 Quadratmeter umfasst. Erstmals ist ein durchgängiger Rundgang durch das Haus möglich. Neue Räume für Kunstvermittlung und audiovisuelle Inhalte erweitern zudem die Möglichkeiten, Kunst auf unterschiedliche Weise zu vermitteln und zugänglich zu machen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobte Reinhold Würths Engagement als Unternehmer für Demokratie und Kunst. In seiner Rede verwies er auf den deutsch-jüdischen Maler Max Liebermann. „Es führt uns vor Augen, wie eng freie Kunst und liberale Demokratie miteinander verwoben sind. Und es erinnert uns daran: Wir müssen diese zivilisatorischen Errungenschaften hüten – vor jedem, der ihnen schaden will!“, sagte Steinmeier.
„Vor Jahren schien die Gefahr noch abstrakt, inzwischen fürchtet das Bauhaus in Dessau um sein Überleben“, sagte der Bundespräsident. Und viele andere Einrichtungen seien in einer ähnlichen Situation. „Ein neuer Kulturkampf ist ausgerufen und droht mit nationalistischer Engstirnigkeit den wiedergewonnenen ‚Freiraum Kunst‘ erneut zu beschränken. Dem müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen!“
Würth lobte er als Unternehmer, der sich nicht nur für seine Bilanzen interessiere, sondern das Gemeinwohl im Blick habe und Verantwortung für die Demokratie übernehme. „Sie sind das Gegenmodell zu einem Trend, den ich mit großer Sorge beobachte – in den USA, aber längst nicht nur dort“, mahnte Steinmeier. Reinhold Würth ist heute nur noch Ehrenvorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, alle operativen Ämter hat er abgegeben. Doch sein Wort hat im Konzern noch immer Gewicht.
Den Auftakt im wiedereröffneten Haus bildet auf Reinhold Würths Wunsch die große Einzelausstellung „Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist“. Sie zeigt mehr als 70 Werke aus der Sammlung Würth und 21 Leihgaben des Künstlers. Würth fühlt sich dem beim Festakt anwesenden Kiefer seit Jahren besonders verbunden. „Mich überraschte diese unglaubliche Kraft in seinem Werk und tatsächlich auch seine Verankerung in der Region“, sagt Würth. „In vielen seiner Bilder spürt man eine gewisse Bodenständigkeit und seine Auseinandersetzung mit unserer Historie.“
Das Verhältnis zwischen Sammler und Künstler geht über das übliche Maß hinaus. Zu Würths 85. Geburtstag schenkte Kiefer ihm ein eigens angefertigtes Foto mit Flugzeugmotiv für den passionierten Piloten, versehen mit der Widmung „Reinhold Würth Herzlichen Glückwunsch I Anselm Kiefer“. Kiefer zählt wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Künstlern, neben Gerhard Richter und Neo Rauch. Nicht zuletzt trägt dazu bei, dass Reinhold Würth einer seiner Stammkunden ist.
„Es ist fantastisch, hier zu sein und die Werkschau von Anselm Kiefer zu sehen – ein Ausnahmekünstler, mit dem uns das Ehepaar Würth hier zusammenbringt“, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir. Er würdigte das Engagement der Familie Würth für den Kunststandort Baden-Württemberg.
Über die Ausstellung in Schwäbisch Hall hinaus erhält Kiefers Werk auch in Künzelsau einen neuen dauerhaften Ort. Auf dem Gelände gegenüber der Firmenzentrale eröffnet der Anselm-Kiefer-Pavillon am Museum Würth 2, entworfen von Sir David Chipperfield. Er ist dem monumentalen Werk „Schwarze Flocken“ aus der Sammlung Würth gewidmet, das mit einer Höhe von rund elf Metern erstmals in einem eigens dafür geschaffenen Gebäude gezeigt wird.
Maria Würth, Enkelin von Reinhold Würth, kümmert sich inzwischen als Geschäftsbereichsleiterin Kunst und Kultur der Würth-Gruppe um die gesamte Sammlung. Der Großteil der Werke gehört dem Unternehmen. Trotz regelmäßiger Bewertungen dürften in der Bilanz enorme stille Reserven schlummern.
Reinhold Würth hat nach eigener Aussage noch nie ein Bild wieder verkauft. So wächst das Reservoir. Zu den spektakulärsten Zukäufen zählt die „Holbein-Madonna“ für geschätzt 50 Millionen Euro. Sie gilt als das wohl bedeutendste deutsche Tafelbild der Frührenaissance. Vor vier Jahren erwarb Würth das „Selbstbildnis gelb-rosa“ von Max Beckmann für 20 Millionen Euro „under cover“ – und erzählte es später zuerst dem Handelsblatt.

The DAX closed slightly higher at 25,298 points, while weaker US inflation data did not calm the markets. Investors are waiting for the US reporting season and are observing high oil prices and interest rate expectations. ASML signals possible capacity increase due to strong demand.

The U.S. inflation rate rose to 3.7 percent in September, beating forecasts of 3.6 percent. This increases interest rate concerns on Wall Street and leads to rising yields on US government bonds and price pressure on stock markets.

Netflix is cutting around six percent of its jobs, or around 1,000 positions, due to slower growth. Co-chief executives Greg Peters and Ted Sarandos announced the shutdown in an email. Paramount and Warner Brothers also form strong rivals in the streaming market.

The federal government wants to abolish the sales tax exemption for business customer letters from Deutsche Post in order to create a level playing field. The postal service warns of higher postage costs, but in return it receives easier delivery requirements.

US consumer prices rose to 3.7 percent in September, driven by high energy costs. This increases pressure on the Federal Reserve to raise interest rates and weighs on Donald Trump's administration ahead of the upcoming midterm elections.

US inflation rose to 3.7 percent in September, driven by high fuel prices. This increases pressure on Republicans ahead of the midterm elections and makes further rate hikes by the Federal Reserve likely.