Nach dem starken Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt warnt der Deutsche Richterbund vor parteipolitischem Missbrauch der Staatsanwaltschaften und fordert die Streichung des Weisungsrechts.
AI-generated summary
Der Deutsche Richterbund fordert angesichts politischer Veränderungen und Wahlerfolge der AfD schärfere gesetzliche Vorkehrungen für die Unabhängigkeit der Justiz.
Der Deutsche Richterbund hat angesichts des Wahlerfolgs der AfD in Sachsen-Anhalt einen besseren Schutz der Justiz vor parteipolitischem Missbrauch angemahnt.
Priorität habe nun, einen solchen Missbrauch der Staatsanwaltschaften in Deutschland zu verhindern, sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es müsse per Gesetz ausgeschlossen werden, dass Extremisten in einer Regierung strafrechtliche Ermittlungen durch Weisungen in die eine oder andere Richtung lenken könnten.
Bislang eröffne das Gesetz den Justizministerien die Möglichkeit, »bis in einzelne Strafverfahren hineinzuregieren«, warnte Rebehn. Es sei höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Initiative ergreife und das »heikle Weisungsrecht« der Justizministerien aus dem Bundesrecht streiche. Zwar gebe es eine politische Tradition der Selbstbeschränkung bei Weisungen an Staatsanwälte, sagte Rebehn. Diese könne aber jederzeit aufgegeben werden und biete keinen wirksamen Schutz.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte zuletzt gesagt, sie habe keinen Zweifel, dass sich »auch Staatsanwältinnen und Staatsanwälte rechtswidrigen Weisungen widersetzen« würden. Zwar sei der rechtliche Rahmen bei Staatsanwaltschaften anders, sagte Hubig den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Denn als Teil der Exekutive unterlägen diese einem ministeriellen Weisungsrecht. »Allerdings ist das natürlich begrenzt«, sagte die Ministerin.
Die AfD kam bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag auf fast 44 Prozent der Stimmen. Die absolute Mehrheit verfehlte die in dem Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei jedoch.

Federal Transport Minister Steffen Bilger is committed to reintroducing discounted family reservations at Deutsche Bahn. The flat-rate reservation, which was abolished in June 2025, sparked strong criticism.

After the CDU election debacle in Saxony-Anhalt, CSU boss Söder rules out speculation that Chancellor Merz will be overthrown. At the same time, there are ongoing political debates about federal coercion against a possible AfD state government and criticism of the coalition's course.
Federal Transport Minister Steffen Bilger sees the deficiencies in Deutsche Bahn and the transport infrastructure as a contributing reason for citizens' dissatisfaction and poor election results. He described the current situation as completely inadequate.
The local elections have begun in Lower Saxony. Around 6.3 million people are called upon to vote on mayors, district administrators and representatives. The election campaign was also influenced by the crisis at Volkswagen.
Brandenburg's Health Minister René Wilke (SPD) suggests confrontation therapy as a means of combating social division, while CSU leader Markus Söder rules out the CSU's overthrow of the chancellor and defends CDU supporter Friedrich Merz. At the same time, tens of thousands are demonstrating against the AfD in Düsseldorf and Berlin, and Justice Minister Stefanie Hubig is emphasizing the duty of officials to contradict illegal instructions.
CSU leader Markus Söder has rejected speculation about a replacement for Chancellor Friedrich Merz and emphasized that the Union must stand together to avoid being torn apart by the AfD. He still believes Merz is the right person to lead the government, despite criticism from within his own ranks.