Rückschlag bei Herzmedikament: Novartis-Aktien unter Druck
Studie zu Pelacarsen verfehlt primäre Endpunkte; Ionis Pharmaceuticals ebenfalls betroffen.
Quick Look
- Novartis-Aktien fallen nach enttäuschenden Studienergebnissen für das Herzmedikament Pelacarsen.
- Das gemeinsam mit Ionis Pharmaceuticals entwickelte Mittel konnte das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle trotz Senkung des Lipoprotein(a)-Spiegels nicht signifikant reduzieren.
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Why It Matters
Pelacarsen sollte eine genetisch bedingte Form von Cholesterin senken. Die Studie umfasste über 8000 Patienten über einen Zeitraum von sechs Jahren.
Frankfurt, London. Ein Rückschlag bei der Entwicklung eines neuen Herzmedikaments belastet die Aktien von Novartis. Im frühen Handel fielen die Papiere des Schweizer Pharmakonzerns am Montag um 3,3 Prozent.
Novartis hatte am späten Freitagabend mitgeteilt, dass das Mittel Pelacarsen in einer entscheidenden klinischen Studie das Risiko schwerer Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht wie erhofft senken konnte. Analysten hatten Pelacarsen in der Spitze einen Jahresumsatz zwischen drei und sechs Milliarden Dollar zugetraut.
Das gemeinsam mit dem US-Partner Ionis Pharmaceuticals entwickelte Medikament soll eine genetisch bedingte Form von Cholesterin, das sogenannte Lipoprotein(a), senken. Rund 20 Prozent der Weltbevölkerung tragen dieses erblich bedingte kardiovaskuläre Risiko, das durch Ernährung oder Lebensstil kaum zu beeinflussen ist.
In der mehr als sechs Jahre laufenden Studie mit über 8000 Patienten senkte die monatlich verabreichte Spritze zwar den Lipoprotein(a)-Spiegel, verhinderte jedoch keine schweren Ereignisse wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder kardiovaskulär bedingte Todesfälle.
„Dies sind nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft haben“, sagte der medizinische Leiter von Novartis, Shreeram Aradhye. Die Daten lieferten jedoch wichtige Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der Senkung von Lipoprotein(a) und den Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Die Aktien von Ionis waren nach der Mitteilung am Freitag im nachbörslichen US-Handel um zwölf Prozent eingebrochen.
Die Analysten von JPMorgan verwiesen darauf, dass die Patienten in der Studie bereits sehr gut medizinisch eingestellt gewesen seien. Moderne Cholesterinsenker und Medikamente zur Gewichtsreduktion machten es für neue Wirkstoffe zunehmend schwieriger, in klinischen Studien einen zusätzlichen Nutzen nachzuweisen.
Teilweise aufgefangen wird die Enttäuschung durch den jüngsten Erfolg des Multiple-Sklerose-Mittels Remibrutinib, das in der vergangenen Woche in einer späten Studienphase überzeugte. Neben Remibrutinib richten sich die Hoffnungen der Anleger nun auf die Gentherapie Del-desiran gegen Muskeldystrophie.
Novartis hatte im vergangenen Jahr zwölf Milliarden Dollar ausgegeben, um sich das Mittel durch eine Übernahme zu sichern. Der Rückschlag bei Pelacarsen setzte auch Konkurrenten unter Druck: Die Aktien des US-Biotechkonzerns Amgen, der ebenso wie Eli Lilly an einem ähnlichen Wirkstoff arbeitet, gaben am Freitag nachbörslich ebenfalls rund fünf Prozent nach. Novartis und Ionis wollen die vollständigen Studiendaten zu Pelacarsen auf einem anstehenden medizinischen Kongress vorstellen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Veröffentlichung der vollständigen Studiendaten auf einem medizinischen Kongress.
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Open Questions
- Wie beeinflusst der Rückschlag die langfristige Strategie von Ionis?
- Wann werden die vollständigen Studiendaten veröffentlicht?






