Russische Luftangriffe auf Kyjiw und landesweite Stromausfälle
Russische Drohnen treffen Brücke und Atomforschungsanlage in Kyjiw; Ukraine meldet sieben Tote nach nächtlichen Angriffen.
Quick Look
- Russische Raketen- und Drohnenangriffe verursachten in der Ukraine sieben Tote und landesweite Stromausfälle.
- In Kyjiw wurden eine Brücke und eine Atomforschungsanlage getroffen.
- Estland blockiert Getreidetransporte aus Russland und Belarus.
AI-generated summary
Why It Matters
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an, wobei Russland vermehrt zivile Energieinfrastruktur und logistische Knotenpunkte angreift.
Klitschko bestätigt Drohneneinschlag an Kyjiwer Brücke
Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko hat Berichte bestätigt, wonach russische Drohnen eine Brücke über den Fluss Dnipro in der ukrainischen Hauptstadt getroffen haben. Zwei Drohnen hätten den Stützbereich der Südbrücke getroffen, teilte Klitschko auf Telegram mit.
Zuvor hatten sich in Onlinenetzwerken Fotos und ein Video verbreitet, das eine Explosion auf der Brücke zeigt. Die Brücke verbindet den westlichen und östlichen Teil Kyjiws im Süden des Stadtgebiets und wird sowohl von Autos als auch von Zügen der Kyjiwer Metro befahren. Der Verkehr sei eingestellt worden, teilte Klitschko schon am Morgen mit. Derzeit würden Ingenieure den Zustand der Brücke untersuchen.
Landesweite Stromausfälle nach russischen Angriffen
In mehreren ukrainischen Regionen haben russische Angriffe Stromausfälle verursacht. Betroffen seien etwa die Region Charkiw im Osten, Tschernihiw und Sumy im Norden sowie Riwne im Nordwesten, ebenso wie Kirowohrad im Zentrum des Landes, teilte der Netzbetreiber Ukrenerho mit. Wo die Sicherheitslage es zulasse, seien bereits Notfallreparaturen und Wiederherstellungsarbeiten im Gange.
Ukrenerho forderte die Menschen auf, »energieintensive Nutzung« auf die Tagesstunden zu verlegen.
Ukraine meldet Einschlag von Drohne in Atomforschungsanlage
Eine russische Drohne hat nach Angaben aus Kyjiw das Gelände einer Atomforschungsanlage in der ukrainischen Hauptstadt getroffen. Das teilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde mit. Demnach ereignete sich der Angriff Mittwochabend. Dabei seine eine Drohne auf dem Gelände des Instituts für Nuklearforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften eingeschlagen.
In der Anlage befindet sich ein kleiner Forschungsreaktor, der seit Kriegsbeginn außer Betrieb ist. Der Reaktor wurde den Angaben zufolge nicht beschädigt, es gebe keine Erhöhung der Radioaktivität. Auch seien keine für die Sicherheit der Anlage wichtigen Systeme beschädigt worden.
Die Atomaufsichtsbehörde warf Russland dennoch »nuklearen Terrorismus« vor.
Russland weist ungarische Diplomaten aus
Mehrere ungarische Diplomaten müssen Russland verlassen. Wie das Außenministerium in Moskau mitteilte, wurde der ungarische Geschäftsträger darüber informiert, dass »eine Gruppe« ungarischer Diplomaten aus der Botschaft in Moskau sowie den Generalkonsulaten in Sankt Petersburg und Kasan zwei Wochen Zeit habe, um das Land zu verlassen.
Estland blockiert Transport von Getreide aus Russland und Belarus
Estland hat den Transit von russischem und belarussischem Getreide durch sein Staatsgebiet verboten. Das teilte Außenminister Margus Tsahkna auf X mit. Damit werde eine bereits im September angekündigte Maßnahme umgesetzt, schrieb Tsahkna. Estland werde Russland nicht dabei unterstützen, seinen Handel aufrechtzuerhalten.
Ukrainische Soldaten rücken nördlich von Sumy vor
In der nordukrainischen Region Sumy sind ukrainische Kräfte nördlich der Regionalhauptstadt Sumy vorgedrungen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Demnach belegen geolokalisierte Aufnahmen einen ukrainischen Vorstoß in der Nähe des Dorfes Kortschakiwka.
Wadephul fordert Lösung für Getreideexporte im Schwarzen Meer
Außenminister Johann Wadephul hat Russland dazu aufgefordert, Getreidetransporte im Schwarzen Meer nicht zu behindern. »Die Welt braucht diese Exporte dringend. Werden sie weiter von Russland verhindert, dann drohen Hunger, Destabilisierung und die resultierenden Fluchtbewegungen, auch nach Europa«, sagte der CDU-Politiker dem Portal Web.de.
Ukraine meldet sieben Tote nach russischen Angriffen
Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj sieben Menschen getötet worden. 24 weitere seien verletzt worden, teilte Selenskyj auf X mit.
Ukraine beziffert Kriegskosten im nächsten Jahr auf 136 Milliarden Euro
Die ukrainische Regierung geht im kommenden Jahr von Kriegskosten in Höhe von 136 Milliarden Euro aus. Das sagte Ministerpräsident Serhij Korezkyj. Die Summe sei von Einnahmen des Staates sowie bereits größtenteils bewilligten Finanzhilfen von Partnerländern derzeit nicht gedeckt, warnte er.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie hoch ist der tatsächliche Schaden an der Südbrücke?
- Wie wird die Finanzierungslücke von 24 Milliarden Euro geschlossen?



