Russland hält Gespräche mit Ukraine und USA im Herbst für möglich
Kremlsprecher Peskow signalisiert Offenheit für Verhandlungen, während US-Emissäre neue Vorschläge zur Konfliktbeendigung unterbreiten.
Quick Look
- Russland schließt neue Gespräche mit der Ukraine und den USA für diesen Herbst nicht aus.
- US-Emissäre Jared Kushner und Steve Witkoff sondieren derzeit Möglichkeiten für Verhandlungen, wobei Putin laut Berichten von bisherigen Maximalforderungen abzurücken scheint.
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Why It Matters
Russland führt seit Februar 2022 eine groß angelegte Offensive in der Ukraine. Bisher bestand Moskau auf der Abtretung des gesamten Donbass als Vorbedingung für Friedensgespräche.
Russland hält neue dreiseitige Gespräche mit der Ukraine und den USA zum Ukrainekrieg noch in diesem Herbst für möglich. »Wir schließen eine solche Möglichkeit nicht aus«, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Sonntag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Er fügte hinzu: »Wir können den Oktober nicht ausschließen.« Es gehe um die »absehbare Zukunft«.
Schon Anfang der Woche hatte sich Russland offen gezeigt für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA. Es sei aber noch zu früh, über einen möglichen Ort oder genaue Termine zu sprechen, hatte Peskow am Montag gesagt. Die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff waren zuvor nach Russland und in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen.
Nach SPIEGEL-Informationen könnten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Mehrere an den Vorgesprächen beteiligte Diplomaten sagten, Russlands Präsident Putin habe bei dem Treffen mit den US-Emissären Witkoff und Kushner Bereitschaft für einen neuen Anlauf zu ernsthaften Verhandlungen gezeigt. Die jeweiligen Sicherheitsberater aus Moskau und Kyjiw könnten demnach gemeinsam mit Vertretern von Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausloten, ob ein neuer Anlauf Sinn ergibt.
Kushner und Witkoff berichteten dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj von den Gesprächen in Moskau, Putin habe angedeutet, von bisherigen Positionen womöglich abzurücken. So hieß es, Putin bestehe nicht mehr darauf, dass die Ukraine vor Friedensgesprächen den gesamten Donbass in der Ost-Ukraine an Russland abtritt. Bislang hatte Moskau dies als Vorbindung für neue Gespräche genannt. Die Ukraine lehnt das kategorisch ab. Das Territorium ist ukrainisches Staatsgebiet, wird von ukrainischem Militär kontrolliert und umfasst umfangreiche Verteidigungsstellungen.
Ein Treffen von Russlands Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim G20-Gipfel im Dezember in den USA schloss Peskow am Samstag aus. Eine solche Begegnung könne nur in der russischen Hauptstadt stattfinden, sagte er.
Selenskyj hatte sich in einem Interview mit der Deutschen Welle zu einem Treffen mit Putin in Miami bereit erklärt. Russland führt seit Februar 2022 eine groß angelegte Offensive in der Ukraine. Die ukrainische Armee reagiert mit Angriffen auf Ziele in Russland.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Sondierungsgespräche durch Sicherheitsberater aus Moskau und Kyjiw.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Werden die Gespräche in Abu Dhabi tatsächlich stattfinden?
- Wie reagiert die Ukraine offiziell auf das mögliche Abrücken Putins?




