Russland schließt alle Goethe-Institute: Ende der kulturellen Präsenz
Als Reaktion auf die Schließung des Russischen Hauses in Berlin müssen die Goethe-Institute in Russland ihre Arbeit bis September 2026 einstellen.
Quick Look
- Die russischen Behörden haben die Schließung aller Goethe-Institute in Russland zum 13.
- September 2026 angeordnet.
- Dies erfolgt als Vergeltungsmaßnahme für die Schließung des Russischen Hauses in Berlin durch die Bundesregierung.
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Why It Matters
Die Schließung der Goethe-Institute ist eine Reaktion auf die Schließung des Russischen Hauses in Berlin durch die Bundesregierung. Letztere begründete den Schritt mit einem versuchten Drohnenanschlag in Leipzig.
Es ist eine stolze, runde Zahl. 154 Goethe-Institute in 100 Ländern gibt das Jahrbuch 2025/26 des gemeinnützigen Vereins an. Im 75. Jahr des Bestehens werden aus 100 Ländern nun aber 99. Am 7. September, so verzeichnet es die Goethe-Website, „haben die russischen Behörden dazu aufgefordert, dass die Mitarbeitenden aller Standorte des Goethe-Instituts in Russland ihre Arbeit zum 13. September 2026 einstellen müssen.“
Dass es so kommen würde, war absehbar. Schon am 3. September kündigte Außenminister Sergej Lawrow die nun offizielle Order an. Die Bundesregierung hatte gerade die geplante Schließung des Russischen Hauses in Berlin mit dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig begründet. Allerdings war der Verdacht, dass die Einrichtung in der Friedrichstraße – 1984 als Haus der Sowjetischen Wissenschaft und Kultur eröffnet – Putins Geheimdiensten als Tarnung diente, schon längst stärker geworden. Lawrow sagte, „natürlich“ schließe man die Goethe-Institute, nachdem „unser Kulturzentrum“ aus Berlin „vertrieben“ worden sei.
Das zeige, wie groß der Bedarf an Kontakten und Verständigung weiterhin sei, meint das Institut. Ein Bedarf, der nun nicht mehr gedeckt werden kann: „De facto“ heiße die Anordnung zur Schließung, schreibt Generalsekretärin Gitte Zschoch: „Kein Buch kann mehr in unseren Bibliotheken ausgeliehen, keine Fortbildung mehr angeboten werden.“ Der Zugang zu deutscher Sprache, Kultur und verlässlichen Informationen aus und über Deutschland werde noch weiter eingeschränkt.
Der kürzlich verstorbene amerikanische Politikwissenschaftler Joseph S. Nye sprach von „Soft Power“ als der „Fähigkeit, gewünschte Ergebnisse zu erzielen, ohne Menschen durch Drohungen oder Zahlungen zu einer Verhaltensänderung zwingen zu müssen“. Mit der Schließung der Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk verringern sich die Fähigkeiten deutscher und europäischer Soft Power.
Dass Russland kein Einzelfall ist, hat aber auch schon die Goethe-Präsidentin Gesche Joost im aktuellen Jahrbuch angedeutet: „Das Konzept des Westens, die transatlantische Freundschaft, die Annäherung an Russland oder die Befriedung des Konflikts im Nahen Osten – all das ist in weite Ferne gerückt.“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Einstellung aller operativen Tätigkeiten der Goethe-Institute in Russland bis zum 13. September 2026.
Very likely · Within months
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