Sachsen und Tschechien vereinbaren engere Zusammenarbeit bei Industrie und Energie
Ministerpräsident Kretschmer und Minister Havlicek fordern Lösungen bei Strompreisen und planen Infrastrukturprojekte wie den Erzgebirgstunnel.
Quick Look
- Sachsen und Tschechien stärken ihre industrielle Kooperation.
- Bei einem Treffen in Prag vereinbarten Ministerpräsident Kretschmer und Minister Havlicek gemeinsame Initiativen zu Strompreisen, dem Erzgebirgstunnel und der Halbleiterindustrie.
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Why It Matters
Sachsen und Tschechien pflegen enge wirtschaftliche Beziehungen. Die Region Erzgebirge ist ein bedeutender Standort für Lithiumvorkommen und Infrastrukturprojekte.
Tschechien und Sachsen wollen sich stärker gemeinsam für ihre Interessen als Industriestandorte einsetzen. Das ist ein Ergebnis eines Treffens des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer mit dem tschechischen Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek in Prag. Beide Politiker hoben den negativen Einfluss der gestiegenen Strompreise hervor und vereinbarten, sich auf europäischer Ebene für schnelle Lösungen einzusetzen, wie eine Sprecherin Kretschmers anschließend mitteilte. Dazu zählten etwa Anpassungen beim europäischen Emissionshandelssystem.
Beide Seiten bekannten sich zu dem Vorhaben, einen neuen Erzgebirgstunnel als Teil der geplanten Schnellfahrstrecke Prag-Dresden-Berlin zu bauen. «Ich glaube, das ist ein Generationenprojekt, und es ist ein klares Bekenntnis, wie wichtig die Tschechische Republik für uns in Deutschland ist», sagte Kretschmer (CDU) dazu in Prag.
Ein weiteres Thema war eine engere Vernetzung der Halbleiterindustrien in Tschechien und Sachsen. Konkrete Anknüpfungspunkte bestünden bei Automotive-Chips, Fahrzeugsoftware, Batterien, neuen Materialien und Kreislaufwirtschaft, hieß es.
Von Lithium bis Wasserstoff
Die Politiker tauschten sich zu einer gemeinsamen europäischen Strategie im Bereich der Lithium-Gewinnung aus. Im Erzgebirge sollen rund drei Prozent der weltweiten Lithium-Vorkommen lagern. Es ging auch um Zukunftstechnologien wie Mini-Atomkraftwerke sowie den Wasserstoff, der als vielversprechender neuer Energieträger gilt. Hintergrund sind die Pläne für eine mehr als 700 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline zwischen Tschechien und Deutschland.
Das Treffen mit Havlicek war nur einer von vielen Punkten auf dem Programm der zweitägigen Prag-Reise Kretschmers. An der Seite des tschechischen Präsidenten Petr Pavel nahm er an einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der deutschen Botschaft teil. Dort hatte der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im September 1989 tausenden DDR-Flüchtlingen die Botschaft überbracht, dass sie ausreisen dürften. Zum Abschluss der Reise war ein Treffen mit dem Präsidenten der Nachbarregion Usti nad Labem (Aussig an der Elbe), Richard Brabec, geplant.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Bau des Erzgebirgstunnels als Teil der Schnellfahrstrecke
Likely · Within years
Open Questions
- Wann beginnt der Bau des Erzgebirgstunnels?
- Welche konkreten EU-Lösungen für Strompreise werden angestrebt?
