
Nach Drohnenangriffen und Huthi-Vormarsch am Roten Meer steigt die Sorge vor einem globalen Energieschock.
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Saudi-Arabien transportiert mit der Ost-West-Pipeline Erdöl unter Umgehung der Straße von Hormus vom Persischen Golf zum Roten Meer. Die Route ist jedoch wiederholt Ziel von Angriffen.
Istanbul, Frankfurt. Saudi-Arabien hat die wichtige Ost-West-Pipeline nach Angriffen in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Freitagabend unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit.
Bei der Attacke am Donnerstag seien mehrere Menschen verletzt worden. Es seien die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern, hieß es weiter. Die Leitung kann unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen.
Angaben zu möglichen Schäden gab es zunächst ebenso wenig wie zu dem Angreifer. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsbeamtenseite, dass die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline durch Drohnen angegriffen worden sei, die aus dem Irak gestartet sein sollen. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ab.
Zuvor hatten Beobachter vor Ort bestätigt, dass die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen am Freitag die Insel Perim (Mayyun) eingenommen haben. Mit dieser Eroberung und der Besetzung der Hafenstadt Mokka kontrollieren die Rebellen nun faktisch die gesamte Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden – damit die kürzeste Seeroute zwischen Asien und Europa.
Wie fragil die Situation rund um diesen wichtigen Transportweg von Erdöl ist, ließ sich Ende der Woche am Preis für die weltweite Referenzsorte Brent ablesen: Ein 159 Liter-Fass (Barrel) mit Lieferdatum im November kostete bereits nach den ersten Spekulationen über einen Angriff auf die Pipeline und nach der Einnahme von Mokka mehr als 110 Dollar.
Am Freitag sank der Ölpreis zwar wieder leicht. Doch die große Unsicherheit hält an. So wurde bereits in der Vergangenheit in der Region eine Verdichterstation der Pipeline von Geschossen getroffen, wodurch die Exportkapazität tagelang reduziert war.
„Wir sind wirklich kurz davor, einen massiven Anstieg der Ölpreise und eine globalen Energieschockwelle zu erleben“, warnt der Energieexperte Francesco Sassi von der Universität Oslo. „Mit dem Aufstieg der Huthis als globaler Akteur in der Energiegeopolitik betreten wir eindeutig eine beispiellose Ära der Störungen und Marktinstabilität.“
Dabei ist der Markt für Ölprodukte sogar noch stärker verengt, da hier gleichzeitig Lieferungen aus Russland ausfallen, da die Ukraine Raffinerien gezielt attackiert. Die Folge: Diesellager weltweit nähern sich Rekordtiefstständen, die Preise steigen. In den USA haben Dieselfutures erstmals seit April 2022 die Marke von fünf Dollar je Gallone übertroffen.
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Massiver Anstieg der Ölpreise bei anhaltender Blockade
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