Schülerproteste und Streiks im öffentlichen Dienst eskalieren in Frankreich
Quick Look
- Schülerproteste gegen Unterrichtsausfall, Lehrerunterversorgung und schlechte Schulbedingungen kulminieren an dem Tag der landesweiten Streiks im öffentlichen Dienst.
- Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, Verletzungen durch Tränengas und Vorwürfen des Rassismus durch Jean-Luc Mélenchon.
- Lehrkräfte solidarisieren sich teilweise mit den Schülern, während Beamte und Feuerwehrleute für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren.
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Why It Matters
Schülerproteste gegen Unterrichtsausfall, Lehrerunterversorgung und schlechte Schulbedingungen haben in Frankreich zugenommen. Gleichzeitig demonstriert der öffentliche Dienst für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen angesichts eines Staatsdefizits von fast 119 Prozent des BIP.
Es ist eine explosive Mischung: Just an dem Tag, für den der öffentliche Dienst im ganzen Land Demonstrationen angekündigt hatte, kulminierten erneut die Schülerproteste. Sie richten sich gegen Unterrichtsausfall, zu wenig Lehrer und psychosoziale Dienste, schlechte Ausstattung.
Eine Schülerin sagt: "Wir blockieren die Schule nicht aus Spaß. Wir wollen lernen, unser Abi machen, wir wollen an die Uni, aber unter diesen Bedingungen ist das nicht möglich." Ein Schüler erklärt: "Wir sind mehr als 35 Schüler pro Klasse, das Schulgebäude ist nicht gut isoliert. Während der Hitze im Sommer ging es uns schlecht, es waren gefühlt über 40 Grad in den Klassenräumen."
Seit ein paar Tagen wächst die Protestbewegung an den Lycées, den Gymnasien. Barrikaden vor den Eingängen, es kam zu zahlreichen Zusammenstößen mit der Polizei. Einige Vermummte - oftmals junge Leute, die gar nicht an den Lycées eingeschrieben sind, so die Vermutung - schossen mit Feuerwerkskörpern auf Polizisten.
Lehrer demonstrieren mit
Doch vielerorts solidarisieren sich die Lehrkräfte mit der Schülerschaft. Wie diese Lehrerin am Lycée Paul Eluard in Saint Denis, dem armen Norden von Paris:
Mélenchon wirft Polizei Rassismus vor
Auf Anweisung des Innenministers gehen die Sicherheitskräfte hart gegen die Schüler und Schülerinnen vor. Ein Schüler wurde durch eine Tränengasgranate schwer im Gesicht verletzt. Diese Strenge prangern nicht nur die Lehrer an, sondern auch der Präsidentschaftskandidat der linksradikalen LFI, Jean-Luc Mélenchon.
Er warf der Polizei gar Rassismus gegen die Jugendlichen aus den Banlieues vor. Die Vororte sind von Einwanderung geprägt. Premierminister Sébastien Lecornu kritisierte ihn daraufhin öffentlich. Der Vorwurf: LFI schüre die Proteste oder habe sie gar losgetreten, um Stimmen im Wahlkampf vor den Präsidentschaftswahlen 2027 zu gewinnen.
Mélenchon reagierte auf der großen Demo des öffentlichen Dienstes. Er sei stolz, dass LFI an den Schultoren Präsenz zeige, um die Kids zu verteidigen. Eltern und LFI Anhänger sollten sich der "polizeilichen Rohheit" entgegenstellen. In dieser angespannten Lage beschlossen Teile der Schülerschaft, sich dem großen Demonstrationszug des öffentlichen Dienstes anzuschließen.
"So können wir nicht länger Hilfe leisten"
In Paris, Marseille, Lille und vielen anderen Städten der Republik gingen Beamte auf die Straße, um für höhere Gehälter zu demonstrieren. Der öffentliche Dienst werde kaputtgespart. Auch die Feuerwehrleute protestierten. Zum Beispiel Xavier Roy, Berufsfeuerwehrmann und Gewerkschaftssprecher, der mit seiner Delegation spontan vom Innenminister empfangen wurde.
"Wir haben ihm gesagt, wie wütend wir sind. Wir gehen immer ans Limit, manchmal sogar unter Einsatz unseres Lebens. Aber wir sind am Ende", so Roy. Es seien fast 8.000 Feuerwehrleute auf der Demo gewesen. "Es geht uns nicht ums Gehalt. Es geht uns darum, den katastrophalen Zustand des Zivilschutzes anzuprangern. So können wir nicht länger Hilfe leisten."
Doch bessere Ausstattung, höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen sind teuer. Und das Staatsdefizit Frankreichs beträgt fast 119 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Deshalb wird Premier Lecornu noch diese Woche einen Sparhaushalt vorlegen. Keine gute Voraussetzung, um die explosive Stimmung im Land zu beruhigen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Premierminister Sébastien Lecornu wird diese Woche einen Sparhaushalt vorlegen.
Very likely · Within days
Teile der Schülerschaft werden sich dem großen Demonstrationszug des öffentlichen Dienstes anschließen.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie wird die Regierung auf die Forderungen der Schüler und des öffentlichen Dienstes reagieren?
- Wird es zu weiteren Eskaltationen bei den Protesten kommen?
- Wie wird der geplante Sparhaushalt von Premierminister Lecornu aussehen?





