
Die UBS Real Estate GmbH kündigt die Verwaltung des Fonds für deutsche Privatanleger. Die Probleme der Immobilienbranche erreichen damit auch weitere Fonds.
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Der europäische Immobilienmarkt sieht sich anhaltenden Herausforderungen und Kapitalabzügen gegenüber. Offene Immobilienfonds stehen unter Druck, da viele Investoren Kapital abziehen.
Die Schweizer Großbank wickelt einen vergleichsweise kleinen offenen Immobilienfonds ab. Die Probleme der Branche erreichten zuletzt auch die großen Fonds.
Düsseldorf. Mit dem offenen Immobilienfonds UBS Euroinvest wird ein zweiter Publikumsfonds für deutsche Privatanleger abgewickelt. Wie die UBS Real Estate GmbH ihren Anlegern am Donnerstag mitteilte, hat sie zum 24. September die Verwaltung des Fonds gekündigt. „Mit Kündigung der Verwaltung erlischt die Möglichkeit der Rücknahme sowie der Ausgabe von Anteilen des Fonds“, heißt es in dem Schreiben.
Der europäische Immobilienmarkt, in den der Fonds investiert, habe sich in den vergangenen Jahren anhaltenden Herausforderungen gegenübergesehen, die die Bemühungen um eine Neuausrichtung der Anlagestrategie des Fonds und eine Diversifizierung seines Portfolios behindert hätten, heißt es weiter. „Sollte der Fonds den derzeitigen Rücknahmeanträgen nachkommen müssen, wäre er gezwungen, in einem schwierigen Marktumfeld weiterhin die liquidesten Vermögenswerte seines Portfolios zu veräußern.“
Die Kündigung der Verwaltung des Fonds ermögliche einen geordneten Veräußerungsprozess und gewährleiste, dass alle Anleger gleichberechtigt am Veräußerungserlös beteiligt würden, was im besten Interesse aller Anleger läge, begründet die Fondsverwaltung den Schritt.
Mit einem Fondsvolumen von 390 Millionen Euro ist der Euroinvest ein vergleichsweise kleines Vehikel. Die größten offenen Immobilienfonds verwalten Anlegergeld in Höhe von vielen Milliarden Euro. Bereits im Frühjahr hatte die UBS die Anteilsrücknahme des Fonds ausgesetzt. Mit dem UBS-Fonds wird nach Kanam Leading Cities Invest der zweite offene Immobilienfonds für deutsche Anleger abgewickelt.
Auch die Situation für die großen Fonds der Branche hat sich verschärft. Die DWS verkündete Anfang September, dass sie drei ihrer Grundbesitz-Fonds abermals abwerten müsse und bereite die Anleger auf weitere Verkäufe vor.
Im Interview mit dem Handelsblatt sagte DWS-Immobilienchef Clemens Schäfer, dass dort jedoch kein Rücknahmestopp anstehe. Man halte sich allerdings offen, Rückgaben womöglich nur noch anteilig zu bedienen, wenn es die Situation erfordere. „Man muss sich zunächst klarmachen, dass wenig neues Geld in offene Fonds fließt, während weiter Kapital abgezogen wird“, sagte Schäfer. Hielten diese Abflüsse über längere Zeit an, seien Immobilienverkäufe die logische Folge.
Grundsätzlich habe der Gesetzgeber der Branche seit April verordnete Liquiditätsmanagement-Tools an die Hand gegeben – darunter das sogenannte Gating, bei dem Rückgaben anteilig bedient werden. „Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür sind seit April erfüllt. Wir kommen unserer gesetzlichen Verpflichtung nach und prüfen fortlaufend, ob wir dieses Instrument aktivieren müssen“, sagte Schäfer.
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DWS prüft Aktivierung von Gating-Instrumenten bei anhaltenden Kapitalabflüssen.
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